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Plastikwörter

Die Sprache einer internationalen Diktatur

 

 

In letzter Zeit ist es mir mehr und mehr unmöglich geworden, politischen Diskussionsrunden wie zum Beispiel Sabine Christiansen oder dem Presseclub zu folgen. Eigentlich bin ich ziemlich überzeugt davon, nicht übermäßig dumm zu sein, aber es gelang mir weniger und weniger, mich auf das in solchen Runden Gesagte zu konzentrieren. Am schlimmsten ist es, wenn Spitzenpolitiker anwesend sind. Ich nehme mir vor, meiner demokratischen Bildungspflicht nachzukommen, aber ich ertappe mich ständig dabei, dass ich abschweife, dass ich - während einer unserer gewählten Vertreter von der dringenden Notwendigkeit einer nachhaltigen Förderung der Integrationsbemühungen spricht - anfange, die Form seiner Ohren zu studieren, nach physischen Anzeichen von übermäßigem Alkoholkonsum in seinem Gesicht zu fahnden oder darüber zu sinnieren, welcher der Anwesenden die hässlichste Krawatte hat.

Wenn man richtig Glück hat, ist Claudia Roth dabei, die für eine Frau ein reiches Anschauungsfeld dafür bietet, welche Fehler man beim Styling auf keinen Fall machen sollte. Oder der Leipziger Imam mit dem Zauselbart: Er regt dazu an, sich männliche Personen aus dem Bekanntenkreis im Imam-Kostüm vorzustellen, und man muss lachen, wenn’s klappt. Sabine Christiansen selber taugt wunderbar dafür, das schlechte Gewissen darüber, dass man faul auf dem Sofa rumkuschelt und Rotwein plus Chips konsumiert, etwas zu minimieren. Ok. Man will zwar immer abnehmen (das ist ein unerschütterliches Naturgesetz), aber den Anblick vor Augen zu haben, dass das in Verbiesterung ausarten kann, ist tröstlich für die weibliche Seele.

Insofern bietet die Sendung immer noch ausreichend Möglichkeiten für kleine Freuden, aber den demokratischen Bildungsauftrag erfüllt das nicht so richtig im Wortsinn. Und woran liegt’s? Es liegt an der Sprache - an der Plastiksprache, um exakter zu sein. Das Wort ist nicht auf meinem Mist gewachsen, ich habe es von dem Sprachwissenschaftlicher Uwe Pörksen übernommen, der das Buch Plastikwörter - Die Sprache einer internationalen Diktatur geschrieben hat. Bei Wikipedia ist kurz erklärt, was er damit meint. Es hat mir nicht gereicht, ich habe mir das Buch gekauft, weil ich glücklich war, dass endlich mal jemand - dazuhin noch ein Fachmann - das ausspricht, was mir schon lange auf die Nerven geht.

Er geht sehr wissenschaftlich vor, ich habe keine Ahnung von Linguistik und daher ist das Buch nicht leicht zu lesen, aber es lohnt sich dennoch. In Kürze definiert er Plastikwörter als Wörter, die einen großen Anwendungsbereich haben, aber wenig aussagen.

Er beschreibt, dass Wörter grundsätzlich einen „Hof“ haben - vergleichbar dem Hof des Mondes. Das ist bei den meisten Wörtern so, z.B.[das Beispiel ist von mir, nicht von Pörksen] hat das Wort „Biergarten“ neben dem, was es tatsächlich bezeichnet, den „Hof“ von feuchtfröhlichem Zusammensein in einer lauen Sommernacht. Für einen strenggläubigen Moslem dürfte es diesen „Hof“ nicht haben, sondern eher den der ungläubigen Sündigkeit. „Biergarten“ ist aber selbstverständlich kein Plastikwort sondern dient hier nur als Beispiel dafür, was der „Hof" eines Wortes ganz allgemein ist, den selbstverständlich auch normale Wörter haben. Nur ist der Hof im Verhältnis zum Inhalt hier sehr klein, es ist ohne weiteres möglich, im Gespräch mit einem strenggläubigen Moslem das Wort „Biergarten“ zu verwenden, wobei jeder eindeutig weiß, was gemeint ist.

Anders bei Plastikwörtern. Bei ihnen ist der „Hof“ verhältnismäßig riesengroß und der Inhalt vernachlässigbar und manchmal sogar nahe Null. Plastikwörter zeichnen sich fast immer dadurch aus, dass sie aus der Alltagssprache (sehr oft aus der lateinischen Sprache, die ja auch einmal die Alltagssprache der Römer war) in die Wissenschaftssprache ausgewandert sind, dort eine „Adelung“ erfahren haben und wieder zurück in die Alltagssprache gewandert sind. Er zählt Worte wie Identität, Entwicklung, Transport, Modernisierung, Kommunikation auf, aber auch Energie, Sexualität und Partner.

Besonders einfach ist es bei dem Wort Information zu erkennen, weil dieses erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts seine Adelung durch die Wissenschaft erfahren hat - durch die Computerwissenschaft oder eben die Informatik. In die Alltagssprache zurückgekehrt hat Information den Hof, etwas wissenschaftlich Fundiertes zu sein. Wir würden niemals auf die Idee kommen, harmlosen Nachbarschaftstratsch als Information zu bezeichnen, obwohl er das in Wirklichkeit ja auch ist. Wir unterscheiden also beim Gebrauch des Wortes im privaten Umgang damit sehr wohl, welchen Wert wir der "Information" zumessen, im allgemeinen gebrauchen wir das Wort nur für Informationen, die wir für sachlich und weitgehend korrekt halten. Nachrichten aus den Medien bezeichnen wir ebenfalls als Information - und hier liegt der Hund begraben: Weil für uns das Wort Information den Hof des Seriösen und Sachlichen hat, nehmen wir unbewusst alles, was sich uns als Information darbietet - und möglichst noch in einer formal sachlichen Sprache, die mit weiteren Plastikwörtern gespickt ist, daherkommt - viel zu leicht als bare Münze.

Plastikwörter nehmen uns mit ihrer trügerischen Wissenschaftlichkeit unser Misstrauen ( das wir bei schreiend aufgemachten Nachrichen wie z.B. denen aus der BILD-Zeitung durchaus bewahren) und machen uns anfällig für Propaganda. Niemand verwendet mehr Plastikwörter als Politiker - ja sie kreieren sie sogar in wachsender Zahl.

Pörksens Buch ist aus dem Jahr 1988, von Wende und Wiedervereinigung war noch keine Spur in Sicht. Er kommt aber zu dem Schluss, dass Plastikwörter weltweit blockübergreifend vorkommen und untersucht sie im Fall der deutschen Sprache an je einem Anschauungsbeispiel in Ost und West. Für die DDR wählt er das Wort Entwicklung, für die BRD das Wort Sexualität, weist aber darauf hin, dass beide Worte in beiden deutschen Staaten als Plastikwort Karriere machten. Beim Lesen eines 18 Jahre alten Buches kommen naturgemäß Gefühle „Ach, was war damals noch alles einfach“ und „Ach, wenn Du wüsstest....“ -Gedanken gegenüber dem Autor auf. So ging es auch mir.

Die Plastikwörter, die Pörksen beschreibt, erscheinen mir aus heutiger Sicht harmlos. Inzwischen sind es nicht mehr nur Sexualität, Entwicklung, Information, wir haben Wörter wie Integration, Migrationshintergrund, Dialog und sogar regelrechte Plastikwortungetüme wie Konfliktmanagement und Deeskalationsstrategien. Sie vermehren sich wie die Karnickel und sie sind die Ursache dafür, dass es mir immer schwerer fällt, Politikern zuzuhören. Mit dem geflügelten Wort „mit viel Worten wenig über nichts sagen“ lässt es sich, das was nervt, ganz gut auf den Punkt bringen.

Gelegentlich wurde mir schon vorgeworfen, ich könne nicht differenzieren, bzw. würde das , wenn ich über den Islam schreibe, nicht tun. „Natürlich kann ich das und sogar ziemlich gut“ ist man versucht, mit mathematischer Arroganz zu erwidern „Aber kannst Du es? Kannst Du (cos x + sin²x / ln x) differenzieren?“ Die meisten können’s nicht, aber eine solche Erwiderung ist natürlich ungehörig.

Das Wort differenzieren ist ein typisches Plastikwort, es kommt aus der schönsten und reinsten Sphäre der Wissenschaft, aus der Mathematik, wo es allerdings fast immer transitiv benutzt wird, d.h. die Aufforderung: „Differenzieren Sie!“ ist in der Mathematik unsinnig, es muss immer hinzugefügt werden, was differenziert werden soll, z.B. die Funktion f(x). Bei der Rückwanderung in die Alltagssprache hat das Wort sein Akkusativobjekt verloren. Allerhöchstens hat es noch ein Anhängsel mit dem Wörtchen „zwischen“ (zwei oder mehreren Dingen). Aber auch das ist weitgehend überflüssig geworden. „Sie sollten lernen, zu differenzieren“ genügt vollkommen als Aussage, mit der man einen Gesprächspartner diffamieren und als Dummkopf hinstellen kann - man kann dazu sogar selber ein Dummkopf sein, es ist nicht notwendig, dass man das „differenzieren“ näher erläutert.

Leider. Leider lassen wir Menschen mit solchen dümmlichen Blendereien viel zu häufig durchkommen, indem wir uns rechtfertigen, dass wir sehr wohl differenzieren können. Falsch ist es, Mathematikwissen rauszuhängen wie im Beispiel oben, aber warum sollten wir auf eine solche Aufforderung nicht nachfragen, was wir denn differenzieren sollen, bzw. zwischen welchen Dingen wir differenzieren sollen, bzw. wie derjenige, der uns dazu auffordert, das anstellt und nach welchen Kriterien und Regeln er beim Differenzieren vorgeht? Ich habe darauf noch nie eine Antwort bekommen, die was taugt. Meistens gar keine.

Noch ein Beispiel von einem Migrantenwort aus der Mathematik: Integration. Integrieren ist mathematisch das Gegenteil oder das Rückgängigmachen von differenzieren, so wie multiplizieren mit 3 das Rückgängigmachen von dividieren durch 3 ist. Wenn man eine Funktion zunächst differenziert und das Ergebnis dann integriert, erhält man - vereinfacht - wieder die ursprüngliche Funktion. Das hat nichts aber auch gar nichts damit zu tun, wie das mit mathematischen Weihen ausgestattete Plastikwort „Integration“ in der Alltagssprache benutzt wird. Tatsächlich kann man stunden- oder gar tage- und jahrelang über Integration debattieren, ohne dass es notwendig ist, dass beide Gesprächspartner das gleiche meinen. Ja, man kann es sogar, ohne dass das jemals auffällt. Klassischer kann ein Plastikwort gar nicht sein.

Assimilation - ebenfalls ein lateinisches Wort aber eher kein Plastikwort - drückt deutlicher als Integration aus, was man von Einwanderern erwarten darf und sollte. Aufgrund dieser Deutlichkeit ist es wohl in der so genannten Integrationsdebatte verpönt. Unter Integration kann der eine sehr wohl Assimilation verstehen, der andere hingegen versteht darunter, dass ein Einwanderer einfach nur im Land lebt, Antragsformulare ausfüllen kann, falls anfällig Steuern und Sozialversicherungen bezahlt, die in Deutschland üblichen Produkte des Lebensstandards besitzt ( Auto, Handy, Kühlschrank) und ansonsten seine Identität wahrt. Mit Identität ist schon das nächste Plastikwort im Anmarsch. Umfasst sie das Kopftuch oder nur die Abneigung gegen Schweinefleisch? Umfasst sie nur die Form des Nachtgebets oder auch die Ansicht, der Islam müsse letztendlich die gesamte Welt beherrschen? Umfasst sie das Erlernen türkischer Gedichte oder umfasst sie auch die allgemeine Weigerung, sich mit deutscher Kultur und Bildung zu befassen?

Keine Ahnung? Sehen Sie: das ist der Sinn von Plastikwörtern.

Sie klingen gut - jeder ist selbstverständlich für mehr Integration, auch der Leipziger Imam aus der Sabine Christiansen Sendung ist das: Er stellt sich unter Integration wahrscheinlich mehr Moslems in wichtigen staatlichen Positionen vor (wobei ihre mangelnde Eignung dazu unsere Schuld ist und wir daher verpflichtet sind, sie zu integrieren), während sich manche Politiker darunter vorstellen, dass sich Moslems so integrieren, wie das beispielsweise ein russischer Professor (und dessen Familie) tut, der einem Ruf an eine deutsche Universität gefolgt ist. Manche Politiker neigen wohl dazu, bei der Integration dem Imam zuzustimmen. Aber sie sagen es nicht explizit, sie sagen lediglich: „wir brauchen eine nachhaltige Integrationsförderung“ und gut ist. Was soll man dagegen einwenden? Förderung ist übrigens auch ein Plastikwort, man kann von Förderung als Forderung (mit Sanktion bei Verweigerung) bis hin zur sinnlosen Ausschüttung von Geldern sehr Unterschiedliches damit meinen.

Migrationshintergrund? Rassismus? Dialog? Plastikwörter ohne Zahl überschwemmen uns. Dialog, ein Wort, das seine Weihen in der Theaterwissenschaft erhielt, bedeutet zunächst einmal nur ein Gespräch zwischen zwei Personen (oder erweitert: zwei Gruppierungen). Ganz ohne Wertung kann ein Dialog von einem hitzigen Zank über ein offenes hartes Gespräch bis zu unterwürfiger nichtssagender Anschleimerei alles bedeuten und er endet keineswegs zwangsläufig mit etwas Gutem. Wie wir wissen, endete ein Dialog zwischen Othello und Desdemona damit, dass letztere am Ende des Dialogs tot war.

Häufig wär’s besser gewesen, man hätte einen Dialog nicht geführt. Wir alle erinnern uns aus dem Privatleben an Dialoge, die wir bereuen. Von der Politik wird er uns- vom Umgang mit jugendlichen Verbrechern bis zum Umgang mit der islamischen Welt ganz allgemein - als Allheilmittel für alles verkauft. Dialog ist immer gut, wer ihn ablehnt, ist engstirnig, böse und im schlimmsten Fall jemand, der Krieg für eine tolle Sache hält.

Wie aber kommt Uwe Pösken dazu, im Zusammenhang mit Plastikwörtern von einer internationalen Diktatur zu sprechen? Nun, das international ist leicht erklärt. Beim Übersetzen der Fjordman-Artikel ist mir aufgefallen, dass ihm offenbar exakt die gleichen Wörter aufstoßen wie mir: Migration, Vielfalt, bunte Gemeinschaft, Rassismus, Diskriminierung, Bereicherung etc. Er ist Norweger und schreibt auf Englisch. Weltweit - zumindest im Westen - haben die gleichen Plastikwörter Karriere gemacht. Aber warum haben sie den Geruch einer Diktatur?

Betrachten wir die diktatorischste aller Diktaturen: Die der Nazis. Hatten die Nazis Plastikwörter? Natürlich hatten sie welche! Rasse, Volksschädling und natürlich Arier fallen mir sofort ein, es gibt ungezählte mehr, sie haben eine ganz neue, sehr technokratische und pseudowissenschaftliche Sprache entwickelt. Man kann davon ausgehen, dass dies keine zufällige Marotte der Nazis war, die mit ihrer teuflischen Ideologie nichts zu tun hatte, sondern dass dies ein Mittel war, die Ideologie durchzusetzen. Die gesamte Rassenlehre der Nazis, die wissenschaftlicher Unfug war, erhielt durch Plastikwörter die wissenschaftliche Adelung, mittels derer sie sich letztlich bei einem gebildeten Volk, das sich selber für "modern" hielt, leider sehr weit durchsetzen konnte. Mit einem schlichten "Juden sind teuflisch und trinken Blut" des MIttelalters (und auch heute noch in Teilen der islamischen Welt) hätte das nicht funktioniert. Die wissenschaftliche Adelung war zu dem Zeitpunkt in einem Hochtechnologie-Land erforderlich.

Weist die derzeitige Überschwemmung mit Plastikwörtern darauf hin, dass wir uns schon wieder auf dem Weg in eine Diktatur befinden? In eine ganz neuartige Diktatur, die schwer als solche zu erkennen ist, eine Art Stealth-Diktatur?

Uwe Pösken geht nicht sehr tief auf politische Zusammenhänge ein, er ist eindeutig Sprachwissenschaftler und beschränkt sich vor allem auf sein Fachgebiet. Darüber hinaus war das 1988 auch noch lange nicht so leicht erkennbar, es gereicht ihm sehr zur Ehre, dass er durch sein Wissen und sein unglaublich feines Sprachgefühl schon damals erkannt hat, das das vermehrte Aufkommen von Plastikwörtern ( das sich in den seither vergangenen 18 Jahren ins Maßlose gesteigert hat) die Vorboten und/oder Begleiterscheinungen einer aufkommenden Diktatur sind. Damals hat das außer ihm wohl noch kaum jemand so feinsinnig erkannt. Also ich zum Beispiel ganz bestimmt nicht!

Sprache ist das wichtigste Mittel der Diktatur und wenn ein Diktator und seine Handlanger sie vollkommen beherrschen könnte, bräuchten sie in der Tat keine Gulags mehr. Political Correctness ist die Diktatur, die das Mittel der Sprache besser beherrscht als jede andere Diktatur zuvor, deshalb ist es auch so schwer zu erkennen, dass sie überhaupt eine Diktatur ist. Man verbindet Diktatur mit Folterkellern, wenn man sich aber näher Gedanken darüber macht, so ist der Folterkeller in der Diktatur kein Selbstzweck. Im Grunde ist das Ziel jeder Diktatur, die Bevölkerung zu so vollständiger Gefolgschaft zu bringen, dass keine Folterkeller mehr notwendig sind. Die theoretisch perfekte Diktatur kommt ganz ohne Folterkeller aus. Es gibt sie natürlich nicht.

Die Diktatur der Political Correctness benutzt keine Folterkeller, das ist ihr in unserem Rechtsstaat nicht möglich. Sie arbeitet mit verbaler Ausgrenzung und Diffamierung von Gegnern und wir sind so sensibel geworden, dass das bei den meisten von uns schon ausreicht, um uns auf Linie zu bringen. Ich habe mir schon überlegt, was Widerstandskämpfer vergangener Zeiten und aus heutigen echten Diktaturen wohl von uns denken würden, wenn wir sagen

"Jaaaa, ich denke ja auch anders, aber wenn ich meine Meinung sage, werde ich als Rassist/Nazi/menschenverachtend etc. beschimpft, deshalb lass ich das lieber".

"Und?" würde der echte oder aus Angst verhinderte Widerstandskämpfer aus einer anderen Welt fragen. "Und? Was passiert mit Menschen die als Rassist/Nazi/menschenverachtend beschimpft werden? Haft? Folter Todesstrafe?"

Und man müsste beschämt zugeben "Ähh nein, eigentlich nichts weiter. Eigentlich war's das schon. Man wird halt so bezeichnet. Mehr nicht."

Peinlich? Ja und wie! Wer so argumentiert, sollte nie wieder auch nur ein abfälliges Wort über all die feigen Mitläufer der Nazi-Zeit verlieren. Die hätten ihre Freiheit, Gesundheit, ihr Leben aufs Spiel gesetzt, wir kneifen häufig schon vor Worten.

Wir überlassen den Plastikwörtern sehr viel Macht, oder? Vielleicht sollten wir uns einfach mal wieder an das alte Sprichwort erinnern "Stock und Stein bricht mein Bein, Worte bringen niemals Pein."

Die Diktatur der Political Correctness bedient sich vor allem der Gedankenkontrolle durch Sprachkontrolle, sie verwendet dazu nicht ausschließlich Plastikwörter, aber sie nutzt sie häufig, geht meisterlich damit um und kreiert ständig neue. Das betrifft inzwischen nicht mehr nur die politischen und medialen Eliten, es ist auch im alltäglichen Umgang üblich geworden.

Mein obiges Beispiel „Du solltest differenzieren lernen“ oder auch „Wie kannst Du den Dialog ablehnen?“ oder auch „Du bist ein Rassist“ sind Plastiksätze mit Plastikwörtern, mit denen man Menschen zum Schweigen bringen kann. Die Methode ist sehr viel subtiler als die der Gewaltandrohung, es ist weniger Angst, die wirkt (obwohl die auch dabei ist) sondern viel mehr ein Ausnützen unserer Eitelkeit, aber der Effekt ist leider derselbe. Dinge beim Namen nennen gilt als politisch inkorrekt, mit Plastikwörtern um sich zu werfen, gilt als seriös, gebildet und nachdenklich. Seriös, gebildet und nachdenklich wollen wir alle sein! Und die Plastiksprache bietet so leicht die Möglichkeit, es zu werden, während man mit inhaltsvoller Sprache stets Gefahr läuft, in der Eitelkeit verletzt zu werden, indem man mit Stammtischniveau (auch ein Plastikwort!) in Verbindung gebracht wird. Und so kann man uns mehr durch Eitelkeit denn durch Angst korrumpieren, uns der Leerformel-Sprache anzupassen.

Plastikwörter - von Politikern gebraucht - vermitteln auch den Eindruck, dass kompetente Menschen am Werk sind, die etwas tun und Probleme in Angriff nehmen. Spricht sich jemand für nachhaltige Integrationsförderung aus, so entsteht im Kopf des Zuhörers der Gedanke „Oh ja. Das ist wichtig. Die islamische Parallelgesellschaft ist ein Problem, der Mann/die Frau kümmert sich drum.“ Das tut dieser Politiker unter Umständen mitnichten! Oder auf eine ganz andere Weise, als man sich das vorstellt.

Was können wir tun?

Zunächst einmal können wir, wo Plastikwörter verwendet werden, höflich darum bitten, sie zu präzisieren. Wer von uns verlangt, zu differenzieren sollte bitte erklären, zwischen was und nach welchen Kriterien. Wer uns von kultureller Bereicherung erzählt, sollte bitteschön erklären, was er grundlegend für bereichernd für eine Gesellschaft hält und warum. Wer uns „Rassist“ oder gar „Nazi“ (beides inzwischen leider zu Plastikwörtern geworden) ins Gesicht spuckt, sollte bitte diese Worte definieren. Er wird daran scheitern, eine Definition zu finden, die sowohl auf die Menschen passt, die damit ursprünglich gemeint waren und demjenigen, dem er nur das Maul stopfen will.

Wichtig ist auch, dass man selber versucht, sich Plastikwörter im eigenen Sprachgebrauch abzugewöhnen. Wir benutzen sie alle und sie sind ja auch reizvoll und bequem. Aus meiner Abiturzeit weiß ich noch ( und erst kürzlich hat mich ein junger Mann darauf hingewiesen, dass das immer noch aktuell ist), dass man bei der Übersetzung von Texten bei Worten, deren Bedeutung man nicht kennt, als Ausweg gern nach einem möglich schwammigem deutschen Begriff sucht - also einem Plastikwort. Natürlich verbindet man damit die Hoffnung, dass sich der Lehrer beim Korrigieren schon den geeigneten passenden Inhalt hineindenken wird. Das sei den jungen Leuten von Herzen gegönnt, wenn's klappt - Plastikwörter haben auch ihre harmlose und vollkommen verständliche Anwendung. Wir kommen nicht ganz ohne sie aus - und wir würden's auch nicht schaffen, wenn wir's uns vornehmen würden.

Aber wenn Politiker, Journalisten und andere "Eliten" das Volk mit Plastikwörtern geradezu überschwemmen, dann schaffen sie eine gefährliche Kunstwelt, in der Schein und Sein verschwimmen, dann hintergehen und betrügen sie ihre Zuhörer auf eine hinterhältige Weise. Und das ist absolut nicht in Ordnung.

Uwe Pörksen empfiehlt, nach inhaltsvolleren Synonymen zu suchen und diese konsequent zu verwenden. Inzwischen sind wir schon so weit, dass man damit aneckt. Wer von Assimiliation anstatt von Integration spricht, erntet Widerspruch bis dahin, den Nazis zu gleichen ( was Blödsinn ist, denn die Nazis wollten alles andere als Assimiliation, sie arbeiteten während der ersten Zeit ihres Regimes daran, die perfekt assimilierten Juden künstlich zu ent-assimilieren).

Im Grunde ist es wohl schon ein erster wichtiger Schritt, überhaupt zu wissen, dass es Plastikwörter gibt und einen Sensor dafür zu entwickeln. Viele haben den bereits, aber er äußert sich häufig in diffuser emotionaler Abneigung, auf die man den Finger nicht konkret legen kann. Oft drückt sich die unbewusste Erkenntnis, dass man mit Plastikwörtern und ganzen Plastiksätzen zugemüllt wird, dadurch aus, dass man denkt „Was ein hohles Geschwätz“ - aber immer mit der Besorgnis im Hintergrund, es wäre wahrscheinlich gar kein hohles Geschwätz, sondern man wäre selber nur zu unwissend und dumm, dieser wissenschaftlich anmutenden Rede intellektuell zu folgen und ihren hochwertvollen Inhalt zu verstehen.

Ich würde empfehlen: Wann immer Sie „hohles Geschwätz“ denken, gehen Sie nicht selbstkritisch in sich, sondern lieber davon aus, dass es tatsächlich hohles Geschwätz ist. Sie werden sehr selten daneben liegen.

17.11.06 13:34
 


bisher 17 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mir (17.11.06 18:13)
Ein hervorragender Artikel, Eisvogel. Danke dafür.

>> "Ähh nein, eigentlich nichts weiter. Eigentlich war's das schon. Man wird halt so bezeichnet. Mehr nicht."

Ganz so einfach ist es aber nicht. Wenn man in der Öffentlichkeit steht, insbesondere als Politiker, ist es ganz schnell aus mit der Karriere, wenn man gegen die politisch korrekten Denkverbote verstößt. Ein Beispiel: Paul Kirchhof.


lepanto (17.11.06 22:26)
Ein ganz hervorragender Artikel, sehr stimmig, schön auf den Punkt gebracht. Und Dank an Pörksen - ich seh' mal zu, ob ich das Buch noch kriege.
Ich habe schon immer von Verschlagwortisierung gesprochen, aber Plastikworte ist viel besser, ggf. könnte man noch Gummiworte sagen.

Sehr wichtig auch der Gedanke über das Aneinandervorreden, z.B. bei dem Wort verstärkte Integrationsbemühungen. Nur weil man einen Deckel für den Topf gefunden hat, sollte man nicht vergessen, sich die Zutatenliste und das Rezept genau anzusehen.


a d (18.11.06 02:24)
Aah, endlich, ENDLICH, nimmt sich mal jemand im mehr oder minder konservativen Blogumfeld des "Problems" an, daß Sprache das Denken präjudiziert ... netterweise auch noch jemand, der das verquollen bis verquaste Linguistenspeak auf ein verständliches Niveau herunterbricht. Pörksens sogenanntes "Plastikwort" - man will ja seine Erkenntnisse auch verkaufen und dazu bedarf es eines modernistischen Mäntelchens ("Plaste-Wort" wäre noch pfiffiger gewesen) - ist nichts anderes als die altbekannte, darum nicht weniger wirkungsmächtige PHRASE.
Und dazu, liebe Kommentatoren, bedarf es nicht des Kaufs eines Modischen; schaut besser mal nach "Aus dem Wörterbuch des Unmenschen" (Sternberger, Storz, Süskind) oder landet gleich bei demjenigen, der die Phrase in jeder Form bekämpft hat und der dabei die Journaille immer gleich mit getroffen hat: Karl Kraus.
Mfg


Corax (18.11.06 15:58)
Zu empfehlen wäre in diesem Zusammenhang auch das Wörterbuch Dummdeutsch von Eckhard Henscheid, das es als Reclam-Bändchen gibt; dieses Bändchen erschien 1993 und stellt eine repräsentative, sarkastisch kommentierte Blütenlese zum damaligen deutschen Verdummungs- und Dummenjargon dar, wie er in Politik, Medien, Geistes(pseudo)wissenschaft und Werbung gepflegt wurde. Seitdem hat sich das Dummdeutsche, durch verschärfte Political Corectness, in großen Schritten sozusagen innovativ zu einer Art Turbodummdeutsch weiterentwickelt, gilt es ja auch nun vor allem auch, und das sehr dringend, den Altbürgern ohne Migrationshintergrund ihre kulturelle Bereicherung durch die neuen Mitbürger mit muslimischem Migrationshintergrund zu kommunizieren; vor allem brauchts eine Sprache für den Dialog der Kulturen, also für einen Pflichtdialog zwischen zwei Parteien, die sich unter normalsprachlichen Verhältnissen nicht einmal Guten Tag sagen würden. Die Richtung zeichnete sich aber schon 1993 ab: Schon in Henscheids Dummdeutsch ist das Wort multikulturell aufgenommen.


Corax (18.11.06 15:59)
Hier der Artikel:

"Multikulturell Heimat Babylon - Gebrauchsanweisung für multikulturelle Demokratie, so lautet der Titel eines Buchs von Daniel Cohn-Bendit und Thomas Schmid, erschienen im Hoffmann und Campe Verlag 1992 - nein, auch aus diesen beiden extrem erlesenen Federn kann man das um 1983 hochgekommene Wort nicht mehr lesen. Und hören. Geschweige denn glauben. Zumal auch durch dies Dioskuren-Opus die alles entscheidende Frage, die Cohn-Bendits Pflasterstrand schon im März 1990 auf seiner Titelseite stellte, noch immer und ewig unbeantwortet bleibt: "Was heißt 'multikulturell'?" Nämlich der Pflasterstrand ging gleich drauf an Frankfurter Multikulturalität und sonstiger Inkompetenz ein. Was die Frankfurter "Psychiatriewoche" im Juni 1992 allerdings nicht daran hinderte, abermals ein "multikulturelles Fest" in die ohnehin schwer überbelastete Welt zu stemmen.
Indessen der omnilaterale ubiquitäre New-German Vorzeige-Prof. Claus Leggewie, sein eigenes Niveau noch einmal und geradezu sensationell unterschreitend, schon 1990 ein Buch namens "MultiKulti" verantwortete. Und zwar glatt.
Demgegenüber und vor dem Hintergrund dieses Dauerhits ist die zäh anhaltende Anbiederung an die aber eigentlich auch längst verdrießliche Gegenkultur (zuletzt per "edition ariane") von 1968ff. heute definitiv nur noch zweite Sahne." © E. Henscheid: Dummdeutsch


Joachim (18.11.06 23:37)
.. ach ja, die Sprache ..
allerdings gibt es auch noch die "Sprache" der Gewalt. Vielleicht ist diese "Sprache" eine Erklärung für viele Plastik-Wörter heutzutage ..
weil es einfach lebensgefährlich sein kann, ein Ding ganz einfach beim Namen zu nennen.

Dass unsere Politiker sich dann lieber in die Sphäre der Plastik-Wörter zurückziehen ist eigentlich nachvollziehbar ...


Joachim (18.11.06 23:42)
okay ... das "eigentlich" zieh ich zurück - war ein Füllwort ... sehr unnütz ..


Acht der Schwerter / Website (19.11.06 02:07)
Danke für die sehr wertvollen weiterführenden Tipps.

Ihr habt schon recht, Mir und Joachim, es ist inzwischen nicht mehr ganz so leicht, sich das Maul zu verbrennen.

Aber unsere Politiker haben sich die Political Correctness aus purer Eitelkeit schon gegönnt, als es noch ganz leicht gewesen wäre, vernünftig zu reden. Die wirklich vitale Bedrohung durch Moslems ist sehr neu.

Die Moslems wären nicht mal da, wenn man nicht Einladungen mit Goldrand an sie verschickt hätte.

Das Problem ist nur: es wird nicht von selber besser werden, wenn man weitermacht. Und natürlich wäre es gestern leichter gewesen, was zu ändern, aber es ist heute auch leichter als morgen.

Richtig leicht - wie es mal war - ist es schon heute nicht mehr. Ich persönlich glaube, dass wir schon verloren haben... eigentlich könnte man aufgeben. Ich weiß selber nicht, warum ich's nicht tue.


Mir (19.11.06 07:08)
Weil du es in Wahrheit doch nicht glaubst. Und daran tust du gut. Die Geschichte wird noch viele Überraschungen für uns bereit halten. Da werden auch ein paar positive dabei sein. Und gerade wir wenigen dürfen die Hoffnung nie aufgeben.


Friedel (19.11.06 16:53)
Danke, lieber Eisvogel, für den hervorragenden Artikel, den ich wiederum mit Zustimmung und Begeisterung zur Kenntnis genommen habe. Auch wenn ich bei weitem nicht so gut wie Sie meine Gedanken in eindrucksvolle und treffende Worte kleiden kann, habe ich unter Plastikwörtern, wie Sie sie skizzieren, häufig ebenfalls leiden und mich gegen sie wehren müssen. Beispielsweise gehört zum sogenannten "Leitbild" (oder noch plastikartiger "Corporate Identity") des Diakonischen Werks der Nordelbischen Evangelischen Kirche, das über 30 Jahre lang mein Arbeitgeber war, die Forderung: "Wir tragen gesellschaftliche Verantwortung und mischen uns ein." Der Versuch, im "Dialog" zu klären, was das im Alltag eher negativ besetzte Wort "sich einmischen" oder auch der Begriff "gesellschaftliche Verantwortung" in concreto bedeuten, ist mir übel bekommen. Natürlich habe ich auf meine Frage: "Wer wird sich wann, auf welche Weise und bei welchen Anlässen wo einmischen, und wer wird ihn oder sie dazu autorisieren?" niemals eine Antwort bekommen, sondern lediglich Kopfschütteln geerntet. Unnötig zu sagen, dass eine wie immer geartete Einmischung aufgrund gesellschaftlicher Verantwortung bis zur Stunde ausgeblieben ist. Im ersten Teil des "Faust" ist zu lesen (Hexenküche): "So schwätzt und lehrt man ungestört - wen wird sich mit den Narr'n befassen? Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei auch etwas denken lassen." Goethe (den ich hier aus dem Gedächtnis zitiere) hat also lange vor Uwe Pörksen gewusst, dass viele Begriffe nichts als ein "stimmlicher Hauch" (flatus vocis) sind und lediglich dazu dienen, Luftmoleküle kurfristig in Schwingungen zu versetzen.


Acht der Schwerter / Website (19.11.06 18:57)
Weil du es in Wahrheit doch nicht glaubst.

Vielleicht hast Du recht, Mir. Vielleicht ist aber auch der Wunsch der Vater der Gedanken bei mir. Ich wünsche sehr, es wäre nicht wahr. Richtig ist aber auf jeden Fall, dass Überraschungen - auch positiver Art - (man könnt's auch Wunder nennen ? ) immer wieder eintreten.

Danke Friedel für diesen Bericht aus der Praxis und den Verweis auf Goethe. Nur ein Widerspruch:

Auch wenn ich bei weitem nicht so gut wie Sie meine Gedanken in eindrucksvolle und treffende Worte kleiden kann

Das stimmt absolut nicht! Sie können das hervorragend.


D.N. Reb / Website (20.11.06 20:50)
Und wer hats erfunden? Der Christian Morgenstern wars.

"Kroklokwafzi? Semmememmi!
Seiokrontro - prafriplo:
Bifzi, bafzi; hulalemmi:
quasti basti bo...
Lalu lalu lalu lalu la!

Hontraruru miromente
zasku zes rü rü?
Entepente, leiolente
klekwapufzi lü?
Lalu lalu lalu lala la!

Simarar kos malzipempu
silzuzankunkrei (!
Marjomar dos: Quempu Lempu
Siri Suri Sei []!
Lalu lalu lalu lalu la"


Joachim (20.11.06 21:26)
@eisvogel: nochmal zur "Sprache der Gewalt" .. ja, unsere Politiker haben schon, bevor es ernstere Probleme gab, die Plastik-Sprache benutzt. Dazu sind sie ja Politiker geworden *lach*

Es geht mir nicht nur um bestimmte Einwanderergruppen, die sich gewalttätig äussern, sondern auch um dieses immer und überall zu sehende Einknicken vor jeder Form von Gewalt, die zu unsererLEITKULTUR geworden ist.

- Der Verbrecher, der auf dem Dach des Dresdner Knastes spazieren gegangen ist, war, soweit ich weiss, ethnischer Deutscher.

- die Berliner Krawalle vom Wochenende ... naja, ausführlich auf PI besprochen

- die Frechheiten der NPD. Die immer wieder versucht, auch in die "Opferrolle" zu schlüpfen

- das können auch einfach Leute sein, die ihre Bierflaschen auf die Strasse werfen oder ihre Hunde mitten aufs Trottoir sch.... lassen, und sich noch beleidigt fühlen, wenn man mal was sagt.

usw. usw.

es gibt nur eine Konstante: immer wieder knicken wir vor jedem Idioten ein, der gewalttätig wird, ob er das ganz platt oder auf subtilere Weise tut ist mir egal.

Irgendwie steht kaum noch jemand auf, und wenn, gibts genug Leute, die ihn wieder in den Sessel zurückdrücken ....

bis es einen mal selber trifft..


Joachim (20.11.06 21:31)
.. ich weiss nicht, ob die Welt vor der Political Correctness besser war .... aber sicher auch nicht schlechter. Geändert hat dieser Schmuh rein garnix.


ThFuegner / Website (22.11.06 09:07)
Was macht jetzt jemand, der seinen Blög "Plastic Thinking" nennt?
http://weblog.plasticthinking.org/item/2006/11/21/oha#comments
Pörksen war mir schon mal aufgefallen, mit dem hier: Maturana / Pörksen erklären, dass und wie unser Denken die Wirklichkeit erschafft. Eine meiner Bibeln.
http://www.amazon.de/Sein-Tun-Urspr%C3%BCnge-Biologie-Erkennens/dp/3896702882/sr=1-2/qid=1164182732/ref=sr_1_2/028-6411722-5012545?ie=UTF8&s=books
Viel Spaß beim Stöbern.
Nice Blog, btw.
TF


ThFuegner / Website (22.11.06 09:25)
Nachtrag, gerade beim Plastic Thinking gefunden:
Plastic Word Salad, aber vom Feinsten.
Riesenworthülsen, mi. krogrammleichte Aussage: Blabla hier:
http://weblog.plasticthinking.org/item/2006/10/16/sehenswert#comments


Gudrun / Website (24.11.06 01:15)
Ein wunderbarer Artikel, lieber Eisvogel! Ich weise auch auf Karl Kraus hin, der auf ähnlichen Pfaden wandelte.

Was ich tue, um Plaste&Elaste zu vermeiden: ich bemühe mich, deutsche Wörter zu benutzen, und ich merke oft, daß ich mich in lateinische Begriffe dann begebe, wenn ich die Sache nicht ganz messerscharf erfaßt habe.

Also, wie hieß das noch? Man soll den Usus der Fremdwörter auf ein Minimum reduzieren.

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