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Du sollst Christentum und Judentum hassen

 

von Fjordman

 

Orignal vom 23. Oktober 2006: Thou Shalt Hate Christianity and Judaism

Als nicht-religiöser Mensch, der aber dennoch den Einfluss jüdisch-christlichen Denkens auf die westliche Kultur anerkennt und respektiert, habe ich schon oft vor naivem christlichem Mitgefühl im Zusammenhang mit moslemischer Einwanderung gewarnt. Ebenso habe ich vor der beunruhigenden Tendenz allzu vieler christlicher Vereinigungen gewarnt, sich mit Moslems "für religiöse Werte" und gegen Israel zu verbünden. Aber offen gestanden findet man die nützlichsten Verbündeten, die Moslems im Westen haben, in der breiten Masse der Nicht-Religiösen.

Einige Verantwortliche und Fernsehstars der British Broadcasting Corporation haben zugegeben, was Kritiker bereits wussten: Die BBC wird von linksgerichteten Liberalen dominiert, die antiamerikanisch eingestellt und gegenüber dem Christentum voreingenommen sind, aber Sensibilität für die Gefühle von Moslems zeigen. Der frühere BBC-Redakteur Jeff Randall sagte, er habe sich an sehr hoher Stelle über die pro-multikulturelle Einstellung der BBC beklagt und darauf die Antwort erhalten: "Die BBC ist nicht neutral in Sachen Multikulturalismus: sie glaubt daran und wirbt dafür."

Das anti-christliche Element scheint ein Merkmal zu sein, das alle Multikulturalisten in westlichen Ländern gemeinsam haben. Thomas Hylland Eriksen ist Professor für Soziale Anthropologie an der Universität Oslo. Er hat zahlreiche Bücher geschrieben und veröffentlicht regelmäßg Essays in Zeitungen. Er hat auch den Vorsitz über ein großes Projekt inne, das sich mit der Erforschung der multikulturellen Gesellschaft in Norwegen befasst.

Hylland Eriksen hat den Tod der Nationen proklamiert, als ob es ihm Vergnügen bereiten würde, und hat festgestellt, dass die Nidaros Kathedrale (Nidarosdomen), die bedeutendste Kirche des Landes, nicht mehr als Nationalsymbol unserer multikulturellen Gesellschaft dienen sollte. Herr Eriksen ist kürzlich mit zwei Brüdern namens Anfindsen zusammengestoßen, die die zweisprache Website HonestThinking.org betreiben.

Nach Hylland Eriksen "bestehen Kosmopoliten fest auf einem Weltbild, das sich aus mehr Farben als schwarz und weiß zusammensetzt. In einer solchen Welt sind die Probleme, die Ole-Jørgen Anfindsen anspricht, nicht nur kleingeistig sondern sogar irrelevant."

Was sind die Probleme, die Herr Anfindsen angesprochen hat? Nun, er hat Zahlen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass, wenn die derzeitige Einwanderung so weitergeht, einheimische Norweger innerhalb ein paar weniger Generationen eine Minderheit in ihrem eigenen Land sein werden. Und ein großer Teil der neuen Bevölkerung werden Moslems sein.

Wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass ethnischen Gruppierungen, die in ihrem eigenen Land zur Minderheit werden, im allgemeinen harte Zeiten bevorstehen und dass sie sich immer Verfolgungen ausgesetzt sehen, wenn die Neuankömmlinge Moslems sind, sollte man eigentlich annehmen, dass das interessante Informationen sind. Aber für selbsternannte "multikulturelle Kosmopoliten" wie Thomas Hylland Eriksen, ist es "kleingeistig und irrelevant" auch nur daran zu denken, dass das ein Problem darstellen könne.

Eriksen nennt Anfindsen "dumm und ignorant," und mutmaßt, dass "Afindsens Vorstellungen möglicherweise von einer Art pervertiertem Christentum inspiriert sind. (Er hat einen christlichen Hintergrund.)"

"Er hat einen christlichen Hintergrund." Wird das inzwischen als Beleidigung verwendet und disqualifiziert das einen Menschen, sich darüber Gedanken machen zu dürfen, ob seine Enkel verfolgt werden? In einem Zeitungsessay, bei dem Eriksen als Co-Autor auftrat, stellt er fest: "Verlangt er [Anfindsen] schon wieder von uns, dass wir das Offensichtliche wiederholen, nämlich dass der Mord an Theo van Gogh und verschiedene Terrorakte und Todesdrohungen gegen Zeitungsredakteuere nichts mit dem Islam zu tun haben?"

Nichts mit dem Islam zu tun? Wirklich?

Mohammed Bouyeri, der in Amsterdam als Kind marokkanischer Eltern geboren wurde, tötete Theo van Gogh, als dieser am 2. November 2004 mit dem Fahrrad unterwegs war, indem er auf ihn schoß und einstach, bevor er ihm die Kehle durchschnitt und mit dem Messer eine Nachricht an seinem Körper festpinnte. "Ich tat, was ich tat, alleine wegen meines Glaubens." erzählte er den Richtern, während er einen Koran fest umklammert hielt. "Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich aus Überzeugung gehandelt habe und dass ich ihm nicht dass Leben nahm, weil er Holländer war und ich Marokkaner", sondern er tat es, weil er glaubte, dass van Gogh mit seinem Film, der die Behandlung moslemischer Frauen kritisierte, den Islam beleidigt habe.

Also wird ein friedlicher Christ beschuldigt, dunkle, geheime Vorstellungen zu haben, während ein moslemischer Mörder, der offen mit seiner islamischen Motivatiation prahlt, nichts mit dem Islam zu tun hat? Überflüssig zu erwähnen, dass Herr Hylland Eriksen auch eine ziemlich antiisraelische Haltung vertritt. Christen und Juden sind schlecht, Moslems sind "missverstanden". Das bestätigt meine These, dass Political Correctness eine Hassideologie ist, die als "Toleranz" verkleidet daherkommt. Sie gründet sich auf Hass gegen alles, was als westlich emfpunden wird und auf dem Wunsch, es auszulöschen.

Das erste Gebot des Multikulturalismus ist: Du sollst Christentum und Judentum hassen. Multikulturalisten hassen auch Nationalstaaten und sie hassen sogar die Aufklärung, indem sie darauf bestehen, dass nicht-westliche Kulturen über jegliche Kritik erhaben sind.

Manchmal wird behauptet, der Islam sei eine "europäische" oder westliche Religion. Ironischerweise können wir "kosmopolitische Multikulturalisten" wie Herrn Hylland Eriksen dazu verwenden, diesbezüglich die Probe aufs Exempel zu machen. Sie hassen alles, was als westlich angesehen wird, und sie lieben den Islam genau deswegen, weil er anti-westlich ist.

Ist Religion ein notwendiger Bestandteil einer Gesellschaft? Der katholische Historiker Christopher Dawson schrieb in seinem Buch "Fortschritt und Religion" von 1929:

"Es ist der religiöse Impuls, der die zusammenhaltende Kraft liefert, die eine Gesellschaft und Kultur eint. Die großen Zivilisationen der Welt bringen die großen Religionen nicht als Nebenprodukt hervor; in der Tat ist es auf eine ganz realistische Art so, dass die großen Religionen die Grundpfeiler sind, auf denen die großen Zivilisationen ruhen. Eine Gesellschaft, die ihre Religion verloren hat, wird früher oder später zu einer Gesellschaft, die auch ihre Kultur verloren hat."

Alexis de Tocqueville, ein französischer politischer Denker des 19, Jahrhunderts führte in Democracy in America aus:

"Religion ist in Amerika kein direkter Bestandteil der Regierung, aber man muss sie als die oberste der politischen Instanzen ansehen; sie verleiht nicht das Gefühl der Freiheit, sie erleichtert es, dieses Gefühl auszuleben. Tatsächlich ist es genau dieser Blick, den die Menschen in den Vereinigten Staaten selber auf ihren religiösen Glauben haben. Ich weiß nicht, ob alle Amerikaner ehrlich an ihre Religion glauben - wer kann schon in das Herz der Menschen sehen? - aber ich bin sicher, dass sie die Religion als unverzichtbar für die Aufrechterhaltung der republikanischen Instanzen halten."

Lee Harris ist der Autor von "Civilization and Its Enemies" und "The Suicide of Reason". Ihm zufolge ist das christliche Europa eine Fusion verschiedener Elemente: Unter anderem der hebräischen Tradition, dem römische Genius für Rechtsverständnis und der Freiheitsliebe der germanischen Barbaren. Was ließ die Gemeinschaften vernünftiger Menschen entstehen, die schlussendlich die moderne Ratio möglich machten? Dies war die Frage, die von Johann Herder aufgenommen wurde:

"Was waren die notwendigen Voraussetzungen für die europäische Aufklärung? Welche Art von Kultur war notwendig, um einen kritischen Denker wie Immanuel Kant hervorzubringen? Als Kant in seiner "Kritik der reinen Vernunft" all die traditionellen Gottesbeweise methodisch vernichtete, warum wurde er dann nicht von aufgebrachten Gläubigen in Stücke gerissen und durch die Straßen von Königsberg geschleift sondern stattdesssen als einer der größten Philosphen aller Zeiten gefeiert?"

Für Herder war die moderne wissenschaftliche Ratio das Produkt der europäischen Kulturen der Vernunft, des welthistorischen Zusammentreffens von biblischem Glauben und griechisch-philosophischer Forschung, ergänzt um das römischen Erbe.

Arthur Schopenhauer, ein deutscher Philosoph aus dem 19. Jahrhundert, war ein Atheist. Dennoch war es auch seiner Ansicht nach die christliche Gottesvorstellung, die es Europäern ermöglicht hat, zu glauben, dass das Universum ein rationaler Kosmos ist.

Wie Harris ausführt, "werden Menschen ihre Götter haben - und die moderne Vernunft kann das nicht ändern. Kann auch der überzeugteste Atheist gegenüber den imaginären Göttern, die von anderen Mitgliedern seiner Gemeinschaft fortwährend angebetet werden, gleichgültig bleiben?"

Und wenn die moderne Ratio einer vorher existierenden Gemeinschaft vernünftiger Menschen bedurfte, bevor sie im Westen aufkommen konnte, dann muss vielleicht die moderne Ratio "anerkennen, dass sie für ihre eigene Existenz und zu ihrem eigenen Überleben sowohl ein ethisches als auch ein religiöses Postulat braucht. Das ethische Postulat ist: Tu, was immer möglich ist, um eine Gemeinschaft vernünftiger Menschen aufzubauen, die Gewalt ablehnen und lieber ihre Vernunft gebrauchen. Das religiöse Postulat ist: Wenn Du die Wahl zwischen verschiedenen Religionen hast, dann ziehe immer diejenige vor, die der Schaffung einer Gemeinschaft vernünftiger Menschen am zuträglichsten ist, auch wenn Du selbst nicht an sie glaubst."

Nach Theodore Dalrymple ist das tiefliegende Problem in Westeuropa ein Sinnverlust, der einer großer Menge sozialer Pathologien Auftrieb verleiht:

"Große Teile der Bevölkerung ziehen keinerlei Selbstachtung daraus, dass sie für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, weil manche Menschen nicht besser dastehen, wenn sie arbeiten als wenn sie nicht arbeiten [was am Wohlfahrtsstaat liegt]" Sie "haben nicht das Gefühl, etwas Größerem als nur ihrem Privatleben anzugehören. (...) Ich selber bin nicht religiös. Ich bin aber auch nicht antireligiös. Ich bin proreligiös, vorausgesetzt die Religion ist nicht theokratisch und die Trennung zwischen Kirche und Staat ist noch gegeben."

Dalrymple glaubt ebenfalls, dass "Disziplin ohne Freiheit ins Elend führt, aber dass Freiheit ohne Disziplin zu Chaos und Oberflächlichkeit führt und damit in ein Elend anderer Art" und spielt damit auf den vollkommenen Mangel an Freiheit im Islam an, aber auch auf die offenbare Ziellosigkeit im Westen.

Ich stimme mit Harris und Darymple überein: So lange die Trennung zwischen Religion und Staat gewährleistet ist, sollten diejenigen von uns, die keinem religiösen Glauben anhängen, Religionen bevorzugen, die geeignet sind, vernünftige und florierende Gemeinschaften hervorzubringen. Unsere traditionellen jüdisch-christlichen Religionen haben die Fähigkeit dazu unter Beweis gestellt. Der Islam hat das niemals getan und wird es vermutlich auch niemals tun. Wie der australische Kardinal George Pell sagt, sind "manche Säkularen so tiefverwurzelt anti-christlich, dass sie jeden, der sich gegen das Christentum stellt, als ihren Verbündeten sehen. Das könnte sich als eine der spektakulärsten und verheerendsten Fehleinschätzungen der Geschichte herausstellen."

Das könnte es in der Tat. Wenn die westlichen Multikulturalisten ihren Willen bekommen und der Islam Teile des Westens erobern wird, dann werden sie vielleicht entdecken, dass die neue Religion unendlich schlechter ist als die alte. Aber dann wird es natürlich zu spät sein.

24.10.06 10:27
 


bisher 11 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Much (24.10.06 17:02)
Ein unglaublich guter Artikel der ENDLICH mal darstellt das die "Political Correctness" einfach
Vogel Strauss Denken ist.

also steckt alle weiter den Kopf in den Sand


FreeSpeech / Website (24.10.06 17:09)
Eriksen nennt Anfindsen "dumm und ignorant", nachdem der die Multikulti-Sache daneben fand.

Ach so

Die italienische Abgeordnete Daniela Santanche wird auch " ignorant und dumm" genannt, nachdem sie sich gegen das Kopftuch aussprach.

Und jeder, der je mit Moslems argumentiert hat, ist schon "dumm und ignorant" genannt worden.

Daran erkennt man den Muslim und seinen Freund.


Seneca (24.10.06 17:14)
Jede Verrücktheit, auch die der Multikulturalisten, kommt irgendwann an ihr Ende. Insofern könnte man dem Vorschub des Islam gelassen entgegensehen. Allerdings, und das sollte nicht vergessen werden, hinterlässt jede Verrücktheit auf dem Weg bis zu ihrem Ende eine Spur der Verwüstung und des Todes. Wer diese essentielle Lehre aus dem Wirken der bisher aufgetretenen kolletiven Verrücktheiten à la Nazismus, Kommunismus etc. noch immer nicht begriffen hat, dem ist nicht zu helfen. Aber wahrscheinlich kann man sich den Mund fusselig reden, die politisch korrekte "Elite" glaubt sowieso nicht, was uns bevorsteht, weil sie ihre Abwehrkämpfe lieber gegen Gespenster führt, die seit 60 Jahren tot sind, als den gegenwärtigen Bedrohungen unserer Kultur entgegenzutreten. Die Rechnung dafür zahlen wir alle.


rational (24.10.06 18:14)
@ Seneca,
die sog. "politisch korrekte Elite" ist mehrheitlich nichts weiteres als eine Ansammlung von Opportunisten. Sie reden/schreiben so, weil sie glauben,dass es ihnen irgendwie nützt. Dreht sich der Wind, sie sie die ersten, die sich mitdrehen. Notfalls wird aus Claudia eine lupenreine Nazisse. Das Zeug dazu hat sie. Auf die pc Elite setze ich keinen Pfifferling.


Luc / Website (24.10.06 19:04)
@ Seneca

Es gibt manchmal sowas wie ein Ende mit Schrecken. Oder auch ein böses Erwachen.


D.N. Reb / Website (25.10.06 06:26)
Schönen Dank für die fleissige Übersetzung.


Acht-der-Schwerter / Website (25.10.06 09:33)
Ich fand diesen Artikel sehr wichtig, weil mir auch schon aufgefallen ist, dass innerhalb derer, die erkannt haben, was Multikulti und Islam bedeutet, häufig Zoff entsteht.

Christen werfen Atheisten vor, dass deren "Wertelosigkeit" und Unfähigkeit (und Unwillen), zwischen den verschiedenen Religionen zu unterscheiden, ein leeres Feld schafft, auf dem der Islam wachsen,blühen und gedeihen kann.

Atheisten werfen Christen vor, dass ihre Sucht nach Feindesliebe, die manchmal schwer in Richtung Selbstgefälligkeit geht, der Islamisierung Vorschub leistet.

Beide haben nicht unrecht!

Aber es ist blöd, wenn wir uns mit solchen Grabenkämpfen aufhalten. Wenn zwei sich streiten, lacht der Dritte. Und es ist ziemlich klar, wer dieser Dritte sein wird.

Deshalb fand ich Fjordmans Ansatz, als Nicht-Religiöser die heimischen Religionen zu respektieren und nicht zu bekämpfen, so gut. Ich sehe das ganz genau so.


frank (25.10.06 13:51)
ich auch, eisvogel.
und danke für die viele mühe.


Eurabier (25.10.06 14:25)
Wir haben bei den Multikultis fast nur Kinderlose. Kann es sein, dass die "kulturbereichernden MigrantInnen" so etwas wie Ersatzkinder sind, die man liebt und hegt und von denen man auch gelibet werden möchte?

Ist nicht die Kinderlosigkeit des Westens die Ursache des Multikulti?


Acht der Schwerter / Website (25.10.06 14:48)
Ich glaube, da hast Du nicht ganz Unrecht, Eurabier. Allerdings könnte man argumentieren, wenn sie so einen ausgeprägten Brutpflegetrieb haben, warum SIND sie dann kinderlos? Oder warum "kümmern" sie sich nicht um mein "Kind", für das ich ab nächstem Semester Studiengebühren zahlen muss und das sicher einmal ein guter, gesetzestreuer Steuerzahler wird.

Irgendwie scheint's wohl nicht den richtigen Kick zu bringen, sich um langweilige, anständige Menschen, die dankbar sind und später etwas zurückgeben, zu kümmern - das kann ja jeder Depp. Richtig edel (Gutmensch!) ist man nur, wenn man sich um undankbares Pack kümmert.

Moslems sollten sich vielleicht mal überlegen, dass sie insbesondere von den vor ihnen kriechenden Gutmenschen als genau solches angesehen werden.


cetede (25.10.06 16:22)
Herzlichen Dank für die guten Artikel!
Eine große Bereicherung!

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