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Israel

Bat Ye’Or: Europa und die Mehrdeutigkeit des Multikulturalismus

 

[Vorbemerkung d.Ü.: Die Links im Text sind im Original auf Dhimmi-Watch nicht angegeben, ich habe sie an manchen Stellen zum besseren Verständnis von erwähnten Personen und Begriffen und zum weiterführenden Verweis auf Bücher/Texte eingefügt]

Das folgende ist ein Vortrag, den Bat Ye’Or, die Pionierarbeit bei der Erforschung der Dhimmitude geleistet hat, in der Paul-Gerhard-Kirche in München beim 29. Jahrestreffen der CSI - Christian Solidarity International - hielt. Das Jahrestreffen fand vom 2. bis 4. November 2006 statt. Das englische Orignial der Rede wurde unter dem Titel Bat Ye'or: Europe and the Ambiguities of Multiculturalism auf Dhimmi-Watch veröffentlicht.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

es ist mir eine große Ehre, von CSI eingeladen worden zu sein, von einer Organisation, die an so vielen humanitären Fronten aktiv ist, um gegen Sklaverei, Kriegsverbrechen und Genozid aufzutreten und menschliches Leid zu lindern. Und ich denke dabei ganz besonders an den Kampf für Menschenrechte und Menschenwürde im Sudan seit 1992 und an die Befreiung von 80.000 christlichen und anderen sudanesischen Sklaven durch CSI unter der Federführung von John Eibner und Gunnar Wielback.

Die Globalisierung unserer Welt und die von der Europäischen Gemeinschaft seit 1973 verfolgte Politik, die zu einer umfangreichen Einwanderung von Moslems geführt hat, hat Konfliktsituationen und Vorurteile nach Europa gebracht, die in der islamischen Welt gegenüber Nicht-Moslems üblich sind und die von Orientalisten, die mit islamischer Theologie, Rechtssprechung und Geschichte vertraut sind, dokumentiert wurden. Die von Edward Said initiierte Politisierung der Geschichte hat jedoch die Wurzeln der traditionellen islamischen Feindseligkeit gegenüber Juden und Christen, die seit dem 7. Jahrhundert existiert, verschleiert. Edward Said war ein Christ, der in Ägypten aufgewachsen ist und in Amerika studierte; er lehrte Englische Literatur an der Columbia University. Als großer Bewunderer Arafats und Mitglied der Führungsspitze der PLO war er bestrebt, das ganze angesammelte akademische Fachwissen der Orientalistik über den Islam zu zerstören und es mit einer Kultur westlicher Schuld und Minderwertigkeit gegenüber moslemischen Opfern zu ersetzen. Sowohl die Auslöschung der historischen Wahrheit, die er seit 1978 beharrlich betrieb - angefangen mit seinem Buch Orientalism - als auch seine Feindseligkeit gegenüber Israel hat verhindert, dass die Probleme, die heute auf Europa einstürmen und dessen eigenes Überleben in Frage stellen, verstanden und gelöst werden können.

Ich möchte die Beziehungen zwischen Islam und Christentum, Islam und Judentum, Judentum und Christentum untersuchen und auch die Spannungen, die durch die islamische Einwanderung in eine europäische jüdisch-christliche Zivilisation geschaffen wurden. Ich werde in der angegebenen Reihenfolge über diese Themen sprechen.

Im Verhältnis zwischen Islam und Christentum können wir sowohl die theologische als auch die politische Ebene untersuchen. Die theologischen Säulen des Islam sind:

  • der Koran, der die Offenbarung Mohammeds ist
  • die Hadithen, eine Sammlung seiner Taten und Aussagen, die einen theologischen und normativen Wert haben
  • und die frühen Biographien, die über ihn geschrieben wurden.

Nach diesen drei Quellen sieht der Islam sich selber als die ursprüngliche und einzig wahre Religion. Der Islam ist die reine Religion Adams und ist allen anderen vorangegangen. Der Koran gebraucht biblische Namen wie Adam, Noah, Abraham, Isaak, Moses, David, Salomo, Jesus und andere, aber sie stehen für andere Personen als jene der Bibel - und alle werden als moslemische Propheten angesehen, die den Islam predigten. Jesus ist ebenfalls ein moslemischer Prophet, er wird Isa genannt und mit einem anderen Leben ausgestattet; er gab der Welt ein Buch: Das Evangelium. Wir haben also in der Tat einen Jesus namens Isa, einen islamischen Propheten, und Yeshua, den jüdischen Jesus, der „in Bethlehem in Judäa geboren wurde“ (wie es in Matthäus 2,1 beschrieben wird). Gemäß mehrerer Hadithen hat Isa eine Mission: am Ende der Zeit wird er zurückkehren, um das Christentum zu zerstören und den Islam als einzige Religion in der ganzen Welt einzusetzen. Diese Hadithen, die oft in Predigten zitiert werden, beinhalten, er werde das Schwein töten und das Kreuz zerbrechen - was die Zerstörung des Christentums bedeutet - und die Hadithen gehen weiter: er wird die Unterdrückung durch Jizya oder Kopfsteuer bringen und die Beute wird grenzenlos sein. Die Unterdrückung mittels Jizya korrespondiert mit der Unterdrückung aller Religionen außer dem Islam. Was ist das Christentum aus islamischer Sicht? Das Christentum ist eine Verfälschung des Islam und der wahren Botschaft von Isa, die dieselbe ist wie jene, die Mohammed offenbart wurde: der Islam. Daraus folgt, dass ein guter Christ ein Moslem ist. Wahres Christentum ist daher der Islam.

Und was ist mit den islamisch-jüdischen Beziehungen? Sie sind komplexer aber sie folgen dem gleichen Muster. Als Mohammed von Mekka nach Medina auswanderte, fand er dort große jüdische Stämme vor, die eine gute Organisation mit ihren Synagogen und Gelehrten aufgebaut hatten. An ihren Feiertagen trafen sie zusammen und studierten die Bibel. Heidnische Araber waren neidisch und beschwerten sich, weil sie Analphabeten waren und kein Buch wie die Juden und Christen hatten. Also rief Mohammed sich selbst zu dem Propheten aus, auf den die Juden warteten, ein arabischer Prophet, der gesandt wurde, eine durch Gabriel übermittelte Offenbarung zu bringen, die den Anspruch erhob, dem, was Juden und Christen offenbart wurde, gleich zu sein. Die Widersprüche zwischen Koran und Bibel blieben den Juden nicht verborgen. Mohammed reagierte darauf, indem er die Juden beschuldigte, die Wahrheit zu verbergen und sagte, ihre Bibel sei eine später angefertigte Fälschung der islamischen Offenbarung, die den islamischen Propheten - Abraham, Jakob, Moses und all den anderen - gegeben worden war. Die wahre Bibel sei der Koran. Weil Einwände seitens der Juden seine Weissagungen behinderten, entschloss sich Mohammed, sich der Juden von Medina zu entledigen. Einige wurden vertrieben, ihre Besitztümer beschlagnahmt und unter Mohammed und seinen Anhängern verteilt; andere - nach islamischen Quellen zwischen 600 und 900 Männer - wurden geköpft und ihre Frauen und Kinder versklavt.

Das ist der Ursprung islamischen Judenhasses und islamischer Anschuldigungen gegen Juden. Mohammeds verschiedene Beschlüsse gegen die Juden Arabiens bestimmten auch die theologischen Gesetze des Djihad gegen Christen und andere Nicht-Moslems. Das islamische Gesetz weist Juden und Christen denselben rechtlichen Status zu. Das heißt, dass im Islam Juden und Christen auf dieselbe Weise als „Buchbesitzer“ (ahl al-khitab) behandelt werden. Christen werden - so sehr sie sich auch mühen mögen, sich von den Juden oder von Israel abzugrenzen - nach islamischem Recht in die gleiche Kategorie wie Juden eingeordnet.

In Kürze: Womit sehen sich Juden und Christen also konfrontiert? Die wahre Bibel ist der Koran, die Heiligen Schriften der Juden und Christen sind einfach nur Fälschungen, und all die biblischen Gestalten sind moslemische Propheten, die den Islam predigten. Was sind die Konsequenzen daraus in der Praxis?

  • Die biblischen Erzählungen aus dem Heiligen Land sind islamische Geschichte, und Juden und Christen haben dort keine Geschichte, weil sie erst nach dem Islam kamen. Ihre Geschichte und ihre heiligen Schriften befinden sich im Koran. Das ist die Ursache für die islamische Ablehnung der Legitimität des Staates Israel. Die Bibel wird als Zerrbild der islamischen Geschichte betrachtet.
  • Weil Judentum und Christentum aus einem einzigen Mutterleib stammen, dem Islam, sind diese zwei Religionen nicht untereinander verbunden. Es ist somit falsch, zu behaupten, das Christentum wäre aus dem Judentum hervorgegangen. Das ist der Grund dafür, dass die islamisierten Kirchen in der islamischen Welt eine Form von Marcionismus entwickelt haben, in dem der jüdische Jesus aufgegeben wird, um das Christentum mit dem palästinensisch-arabischen, islamischen Isa zu verbinden. Dieser Trend, der seinen Ursprung in den palästinensischen und arabischen Kirchen hat (Sabeel Centre in Bethlehem), wächst auch in Europa unterstützt von der antisemitischen/antizionistischen Welle, die durch Palästinianismus hervorgerufen wird.

Palästinianismus ist die neue europäische Heilslehre, die zur Unterstützung der Araber bei der Zerstörung Israels erschaffen wurde, die aber tatsächlich die Wurzeln des Christentums auffrisst. Palästinianismus lehrt, dass - wenn nur den Palästinensern Gerechtigkeit widerfährt - der globale Djihad und die Verfolgung von Christen in islamischen Ländern plötzlich vom Erdboden verschwinden. „Gerechtigkeit für die Palästinenser“ bedeutet in Wirklichkeit: Auslöschung Israels. Diese Auslöschung wird der Welt Frieden bescheren. Seit 1973 ist das zur gemeinsamen euro-arabischen Politik geworden. Der Kultur- und Medienkrieg zur Delegitimierung Israels bedeutete auch die Anerkennung des islamischen Glaubens, dass Juden - und daher auch Christen - keine historischen Wurzeln im Heiligen Land haben. Eine weitere Konsequenz aus der islamischen Ersetzungstheologie ist die, dass wir, wenn wir von judeo-christlichen Werten sprechen, in Wirklichkeit von islamischen Werten sprechen. Und wenn wir uns auf biblische Erzählungen und Gestalten beziehen, oder auch auf ihre Ikonographie, dann beleidigen wir Moslems, weil es nicht in das koranische Modell passt.

Nun, lassen Sie mich zum politischen Kontext kommen. Weil Mohammed gleichzeitig Prophet, Gesetzgeber und Kriegsherr war, sind Gesetzgebung und Politik in der Lehre der religiösen Expansion und der Vorherrschaft des Islam enthalten. Das ultimative Ziel ist die Errichtung islamischer Herrschaft in der ganzen Welt. Aus dieser Sichtweise teilt die islamische politische Doktrin die Welt in zwei ewige Feinde: Das Land des Islam ( Dar al-Islam) und das Land des Krieges ( Dar al-Harb), das von Ungläubigen bewohnt wird, die - am Ende - vom Islam erobert werden müssen. Zwischen diesen zwei Lagern ist kein Frieden möglich sondern nur vorübergehende Waffenstillstände für den Fall, dass die Moslems für die Eroberung zu schwach sind. Das ist die Doktrin des Djihad, ein umfassendes Rechtssystem, in dem Krieg sich auf Theologie gründet und das jeden Aspekt islamischen Verhaltens gegenüber Nicht-Moslems regelt. Djihad ist eine religiöse Pflicht, die Moslems auferlegt ist, und zwar sowohl dem Individuum als auch dem Kollektiv, und diese Pflicht wird auch regelmäßig von Imamen weltweit gepredigt.

Der Djihad umfasst mehrere Bereiche: Militäraktionen, Terrorismus, Entführungen, Lösegelderpressung, Versklavung und Waffenstillstandsbedingungen, den Djihad der Feder - das ist sozusagen Propaganda - und den Djihad der Herzen, was Korrumpierung bedeutet. Der Djihad wird seit 13 Jahrhunderten gegen Nicht-Moslems geführt und es wurden riesige geographische Gebiete erobert, ihre Bevölkerungen unterdrückt, versklavt, deportiert oder massakriert. Eine nicht-islamische Bevölkerung, die ins Visier des Djihad gerät, wird vor die Wahl gestellt: entweder Konversion oder Zahlung eines Lösegelds an die islamische Obrigkeit und Anerkennung ihres Herrschaftsanspruchs. Wenn sie sich beidem verweigert, sieht sie sich mit Krieg konfrontiert. Nachdem ein Land erobert wurde und seine Bevölkerung die Unterwerfung akzeptiert hat sowie einen Tribut für ihre Sicherheit bezahlt, wird diese Bevölkerung zu einer Dhimmi-Bevölkerung. Sie wird durch einen Unterwerfungvertrag, den man Dhimma nennt, "beschützt". Wovor beschützt? Vor Djihad-Angriffen. Nicht-Moslems sind nur so lange geschützt wie sie den Tribut in Form einer Kopfsteuer bezahlen und sich den unterdrückerischen und diskriminierenden Regeln der Scharia unterwerfen.

Das islamische Recht umfasst sehr detailgetreu die Rechte und Pflichten der Dhimmis. Das ist Gegenstand meiner Forschung. Mit Dhimmitude bezeichne ich das islamische Regierungssystem gegenüber nicht-islamischen Bevölkerungen, die dem Dhihad unterworfen sind. Dieses System ist mit dem Djihad verknüpft und wie der Dhihad stellt es eine theologische, politische und rechtliche Instanz dar. Tatsächlich ist Dhimmitude die Fortsetzung des Djihad mit friedlichen Mitteln, denn es ist die Dhimmitude, die die eroberten massiven nicht-islamischen Bevölkerungsmehrheiten zerstörte.

Ich bin der Überzeugung, dass wir heute in einer Zeit leben, in der Djihad und Dhimmitude wieder aufleben. Jene unter Ihnen, die im Südsudan und in Darfur gearbeitet haben und dort die Gräueltaten gesehen haben, werden die gesetzlichen Taktiken des Djihad, die in meinen Büchern oder auch jedem islamischen Text zum Jihad beschrieben sind, wiedererkennen. Was ihm Irak vor sich geht, weckt Erinnerungen an die Ereignisse im 8. Jahrhundert in Mesopotamien, die von einem syrisch-christlichen Autor - Pseudo-Dionysius von Tel-Mahre - beschrieben wurden und die ich in meiner Studie zum Niedergang des orientalischen Christentums zitiere, ein Buch, das auch auf deutsch erhältlich ist. Diese Ereignisse werden durch armenische Chroniken und ägyptische Priester aus derselben Zeit bestätigt, die von innerislamischen Blutfehden und Gräueltaten gegen Dhimmis in Ägypten berichten oder auch durch Juden aus Palästina und im späteren Verlauf der Jahrhunderte auch durch die Chroniken von Michael dem Syrer, dem jakobinischen Patriarchen von Antiochia, welche die Zeit bis zum Ende des 12. Jahrhuderts umfassen. Wir haben unzählige Berichte über die Verwüstung, die Araber und Türken in Anatolien, auf dem Balkan und überall entlang der europäischen Mittelmeerküste und den davorliegenden Inseln angerichtet haben.

Auch heute ist der Djihad-Terror nicht nur gegen Israel und das Judentum gerichtet sondern auch gegen den Westen, das heißt gegen das Christentum. Enthauptungen von Feinden des Islam, wie es der Prophet tat, als er die Juden, die sich der Konversion widersetzten, enthauptete und damit ein geheiligtes Modell vorgab, wurden von Djihadisten während all der Djihad-Eroberungszüge gegen christliche Länder wiederholt durchgeführt. Für Entführungen Ungläubiger mit Lösegeldforderungen gibt es zahllose historische Belege. Unterdrückung jeglicher Kritik gegen die islamische Religion und Politik durch Ungläubige mittels Terror ist im Land der Dhimmitude vorgeschrieben. Djihad und Dhimmitude sind die zwei Kräfte, mit denen die ursprünglichen nicht-islamischen Bevölkerungen in ihren islamisierten Heimatländern ausgelöscht wurden. Der Djihad von heute stellt sich in all seinen traditionellen Erscheinungsformen dar: militärische und ökonomische Kriegsführung, Terror, Entführungen, Korrumpierung westlicher Medien, Universitäten und der öffentlichen Meinung mit dem Ziel, sie zu kontrollieren.

Dhimmitude wird heute in den meisten Ländern auf Nicht-Moslems - hauptsächlich Christen - angewandt. Die Scharia oder von der Scharia beeinflusste Gesetzgebung diskrimiert Nicht-Moslems, hauptsächlich Christen, da die Juden geflohen sind oder vertrieben wurden. Heute sind es die Christen - im Irak, in Syrien, Ägypten und anderswo - die das Land verlassen, weil im islamischen Judenhass auch immer islamischer Christenhass enthalten ist, was auch umgekehrt gilt, weil beides aus derselben Quelle kommt. Daher ist die antizionistische Politik, die Europa einnimmt, um Europa und Christen vor Ort vor dem Islamismus zu schützen, nutzlos.

Warum sind wir in eine Situation zurückgefallen, die die ganze Geschichte hindurch bis zum 19. Jahrhundert nur allzu üblich war und in manchen Ländern auch noch im 20.? Meiner Ansicht nach war 1973 das fatale Jahr, in dem politische Entscheidungen getroffen wurden, die Europa auf den Weg der Dhimmitude führten. Es war die Zeit - nach dem Jom-Kippur-Krieg - in der unabhängige europäische Staaten, bedroht vom Terrorismus der PLO und dem arabischen Ölembargo, akzeptierten, sich zu unterwerfen und ihre Außenpolitik arabischen und palästinensischen politischen Forderungen anzupassen. Damals begann die europäische Appeasement-Politik gegenüber Palästina. Europa half bei der Ausbreitung des neuen Todeskults: Palästinianismus, der nichts anderes ist als die Heiligung und Legitimierung des Djihad gegen Israel. Über Jahrzehnte hinweg wurden Europäer durch euro-arabische palästinensische Propaganda und die Dämonisierung Israels konditioniert. Zur Erreichung dieses Ziels wurde eine komplette Kultur der historischen Verleugnung von Djihad und Dhimmitude angenommen und quer durch Europa verbreitet. Die Verantwortung für Terror und Krieg wurde gezielt von der Djihad-Ideologie weg und zum Existenzrecht Israels hin verschoben. Palästinianismus ist nichts weiter als die moderne gegen Juden gerichtete Fortsetzung der Djiahd-Attacken gegen das Christentum, die über mehr als ein Jahrtausend andauerten.

Dadurch, dass es den palästinensischen Jihad gegen Israel rechtfertigt, begab sich Europa in eine selbstmörderische Dynamik. Mit der Nichtanerkennung der historischen Legitimität Israels und deren Ersetzung durch eine djihadistische Weltordnung mit der ihr eigenen islamischen Rechtsauffassung verleugnet Europa auch seine eigene Souveränität und Legitimität. Aus islamischer Sicht sind die Palästinenser die Inkarnation der Djihad-Ideologie gegen Ungläubige und der islamischen Ersetzungstheologie; wohingegen Israel die Befreiung des jüdischen Volkes aus dem Joch der Dhimmitude repräsentiert. Über Jahrzehnte hinweg hat die Europäische Union die Palästinenser mit intellektueller, kultureller und medialer Munition gegen Israel ausgestattet. Es war Arafat, Europas gesponserter Günstling, der den modernen internationalen Terrorismus erfand - einschließlich der Luftpiraterie gegen Israel im Jahr 1968 - und der seit September 2000 eine Kultur des Hasses und eine Politik des Chaos schuf, die inzwischen global wurde. Europas Allianz mit den Palästinensern und der arabischen Welt gegen Israel und Amerika gründet auf Europas eigener Verleugnung der Djihad-Ideologie. Aufgrund dieser Verleugnung unterstützte Europa eine umfangreiche islamische Einwanderung aus ökonomischen und strategischen Interessen. Deshalb steckt Europa heute tief im Sumpf einer antiamerikanischen und antizionistischen Kultur.

Für Christen nimmt Israel in diesem Zusammenhang eine zentrale Position ein, weil der Djihad im Namen der islamischen Ersetzungstheologie geführt wird, wobei Yeshua oder Jesus durch Isa ersetzt wird, und das Evangelium durch den Koran. Christen sind über die Bibel mit den Juden verbunden. Wenn Christen aus dieser Verbindung ausbrechen wollen, werden sie sich vom Alten Testament einschließlich der Zehn Gebote, der Propheten und Psalmen abwenden und irgendwie das Evangelium mit dem palästinensisch-islamischen Isa des Koran in Einklang bringen müssen. Das ist die Herausforderung, der sich Christen heute gegenübersehen. Und das ist die spirituelle Bedeutung, die Israel für Christen von heute hat: entweder werden Christen sich widersetzen oder sie werden konvertieren und Europa wird ein weiteres islamisiertes christliches Gebiet werden. Der Djihad gegen Israel ist auch ein Krieg gegen die christliche Welt.

Meiner Ansicht nach ist Europa das neue Land der Dhimmitude geworden und ich werde auch erklären, warum. Ich habe in meinem letzten Buch - Eurabia - die Ursachen beschrieben, die für die Dhimmitude Europas verantwortlich sind. Ich möchte dieses Thema hier nicht weiter vertiefen, aber ich möchte erklären, warum wir in politischer und intellektueller Hinsicht Dhimmis geworden sind.

Wir akzeptieren, dass unser Leben permanent durch den globalen Djihad belästigt und bedroht wird. Von dem Augenblick an, als die Europäische Union anstatt gegen den Terror zu kämpfen den palästinensischen Drohungen nachgab, verlor es die Kontrolle über seine eigene Sicherheit. Die europäische Politik gegenüber den Palästinensern ist ein totaler Fehlschlag, weil sie auf bewusst falschen Annahmen und der Verleugnung der Tatsache aufbaut, dass der Krieg der PLO gegen Israel Djihad ist. Europa bot Arafat bedingungslose Unterstützung und zahlte Milliarden von Euros ohne jegliche Kontrolle an die PA. Das Ergebnis von Europas einseitiger Fürsorge für die Palästinenser hat zum Wahlerfolg der Hamas, einer terroristische Djihadbewegung, geführt. Europäer benehmen sich wie Dhimmis, die Tributzahlungen für ihre Sicherheit und die Entwicklung islamischer Wirtschaftssysteme leisten müssen ohne dafür Dank erwarten zu dürfen. Massive Einwanderung von Moslems in Verbindung mit den 56 islamischen Ländern lasten schwer auf der Politik Europas. Wir konnten es während der dänischen Karikaturenaffäre beobachten. Nach islamischem Gesetz können Dhimmis nicht den Propheten kritisieren oder auf Fehler in der islamischen Gesetzgebung hinweisen, ohne ihr Leben zu riskieren. Daher sind die islamischen Gesetze bezüglich Blasphemie - sogar in den Vereinten Nationen - uns und speziell den westlichen Medien bereits auferlegt. Die Islamisten kontrollieren die Außen-, Innen- und Sicherheitspolitik Europas durch Terror, die andauernde Intifada und das Chaos in den Vorstädten in Frankreich, djihadistische Märtyreranschläge in Spanien und England und die beständige Bedrohung überall. Solche Bedrohungen sind es, die den Antiamerikanismus und den Hass gegen Israel in Europa auf so hohem Niveau halten.

Die europäische Politik der Symbiose mit der arabisch-islamischen Welt, die ich in Eurabia beschrieben habe, hat eine riesige euro-arabische demographische, politische, ökonomische und kulturelle Zone geschaffen, die durch immer weiter um sich greifende Einwanderung und Multikulturalismus geprägt ist. Multikulturalismus ist ein entscheidender Pfeiler in der euro-arabischen strategischen Allianz. Seit 1975 wird in den Papieren zu euro-arabischen Treffen und der EU die Errichtung von islamischen Kulturzentren in europäischen Städten gefordert. Das Problem ist, dass Moslems und Europäer eine unterschiedliche Sichtweise ihrer gemeinsamen Geschichte haben. Europäer sehen den Djihad als barbarischen Krieg, der ausgedehnte Massaker und Sklaverei mit sich bringt, während für Moslems der Djihad eine friedliche Ausbreitung des Islam bedeutet. Dhimmitude ist ein entmenschlichendes System, aber für Moslems bedeutet sie die großmütige Toleranz, die Nicht-Moslems gewährt wird. Um Moslems ihre Integration in Europa zu erleichtern, haben europäische Führungsspitzen die islamische Sichtweise der Geschichte übernommen. Daher kommt die Rechtfertigung und Preisung der Dhimmitude als islamische Toleranz, zum Beispiel im Mythos von Andalusien. Aus diesem Grund ignorieren Europäer komplett, was Dhijad und Dhimmitude sind. Während wir zur Zeit in einer Periode des Djihads leben und während Europäer bereits zur Dhimmitude konditioniert sind, realisieren sie es nicht, weil die historischen Zusammenhänge vernebelt wurden. Der kulturelle Djiahd mit seinen antisemitischen, antiamerikanischen und antiwestlichen Charakteristika entwickelt sich zusammen mit dem Multikulturalismus. Multikulturalismus wird so zum subversiven Instrument gegenüber westlichem Gedankengut, das darauf abzielt, die historische und theologische islamische Denkweise einzuführen - wie zum Beispiel die Rechtfertigung des islamistischen Terrorismus', die auf der islamischen Selbstdarstellung als Opfer beruht. Die irrige Behauptung, die islamische Kultur habe im Mittelalter die Entwicklung der europäischen Zivilisation ausgelöst, ist ein Versuch, zu beweisen, dass dem Islam eine historische, kulturelle und demographische Legitimität in Europa zukommt und bedeutet in letzter Konsequenz die Einführung von Scharia-Prinzipien in heutiger Zeit. Sie bekräftigt auch die These von der kulturellen Überlegenheit des Islam gegenüber dem Westen.

Zusammenfassend kann man sagen: Es gab mehrere Anläufe zum interreligiösen Dialog, aber die Resultate waren sehr spärlich. Europa hat Milliarden an islamische Länder überall auf der Welt bezahlt, aber die Djihad-Kultur floriert trotz Europas Appeasement-Politik. Palästinianismus, der eine Ersetzungstheologie darstellt, ist das Werkzeug, das zu Europas Islamisierung und Dhimmitude geführt hat. Indem er sich dem islamischen Djihad gegen Israel anschloss, verstellte sich der christliche Westen den Blick auf seine eigene Geschichte und ist nun - da er mit dem globalen Djihad konfrontiert ist - unfähig, die Situation richtig einzuschätzen und sich selbst zu verteidigen. Israel symbolisiert die Befreiung des Menschen aus der Dhimmitude, während Palästinianismus die auf Ersetzungstheologie basierende Ideologie von Djihad und Dhimmitude symbolisiert.

Das vom Palästinianismus versklavte Europa hat Knechtschaft statt Freiheit gewählt. Wenn wir wollen, dass der Frieden obsiegt, muss die islamische Welt die djihadistische Ideologie ablegen, sie muss anerkennen, dass Juden und Christen anders sind und aufhören, sie als Apostaten vom Islam zu betrachten. Und das muss damit beginnen, dass die islamische Welt die Legitimität Israels anerkennt, denn der Djihad begann gegen die Juden und er kann nur damit enden, dass die Juden und Israel anerkannt werden, was die Anerkennung aller Nicht-Moslems nach sich ziehen wird. Wir können das erreichen, indem wir die Wahrheit aussprechen, indem wir in unseren Schulen und Universitäten lehren, was Djihad und Dhimmitude sind. Dann werden die Massen friedlicher Moslems - befreit von der Djihad-Ideologie - sich uns anschließen und mit uns zusammen den Frieden aufbauen. Aber wir können ihnen nicht helfen, wenn wir zur Dhimmitude verdammt sind.


Bücher von Bat Ye'Or:

 

Deutsche Texte von Bat Ye'Or:

 

Weitere Bücher und Texte von Bat Ye'Or und anderen finden sich auf ihrer Homepage

 

Ein hervorragender Artikel von Paul Belien über ein Gespräch mit Bat Ye'Or
11.11.06 15:28


Das Wort zum Montag

Folgendes "Wort zum Sonntag" sprach gestern, am 26. August 2006 der evangelische Theologie in der ARD :

Israel

Scham empfinde ich und Zorn über Israels gewalttätiges Wüten. Wäre ich Palästinenser: ich denke, dass ich zur Hamas gehörte.

Wäre ich allerdings Israeli, würde ich bestimmt diese Militäreinsätze befürworten. Denn seit Jahrtausenden wurden die Juden verfolgt.

Wir Deutschen trieben sie in den Holocaust. Die mit knapper Not Entronnenen hofften in Israel eine Heimstatt zu finden: Sie wollten nichts, als endlich in Frieden leben.

Und dann schreien Hamas und Hisbolla: Wir treiben euch Juden ins Meer!

Wieder geht es um Sein und Nichtsein. In solcher Lebensgefahr schlägt man hart zu. Denn diesmal wollen sie sich wehren. Gut gerüstet sind sie ja. Und solange Israel mitten inmitten hassender Feinde lebt, muss es hochgerüstet sein. Doch Jahrzehnte dieser Politik haben Israel nicht mehr Frieden, sondern nur mehr Feindschaft gebracht.

Dabei kann die eigene jüdische Traditionen viele Impulse für eine andere Politik geben. Dieser jüdische siebenarmige Leuchter gibt siebenmal Licht. Gott lässt das Licht in der Bibel nicht einfältig aufstrahlen, sondern vielfältig. Für jede Kerze weiß ich mindestens eine schöne erhellende biblische Geschichte. Ein Beispiel:

Abraham, der Urahne Israels, macht sich auf einen langen, beschwerlichen Weg in das Land, das Gott ihm zeigen will, nach Palästina. "Dort sollst du ein Segen sein", wird ihm versprochen
Wie erhellend! Ein Segen zu sein für die Nachbarn. Wie ein Auftrag an das heutige Israel:

Frage ich aber einen Palästinenser oder Libanesen: Ist Israel ein Segen für euch? Wird er sagen: Es ist ein Fluch. Wenn Israel ein Segen werden soll für die Nachbarn: Warum überlässt es da der Hisbolla und arabischen Staaten, den geschundenen Menschen im Libanon beim Wiederaufbau zu helfen?

Die Amerikaner haben uns nach dem zweiten Weltkrieg Care-Pakete geschickt und dadurch viel Sympathien gewonnen.

Warum gibt es kein jüdisches Hilfswerk, etwa mit dem schönen Namen: "Segen Abrahams", das anfängt, im Land der Araber Gutes zu tun?

Es könnte auch von deutschen Juden gegründet werden. Viele von uns Christen würden helfen! Denn auch wir Christen fühlen uns Abraham verbunden!

Ich hoffe auf einen Tag, wo man sich erinnert: Wisst ihr noch, damals, als die ersten Araber anfingen, als Nachbarn Israels glücklich zu sein?
Jetzt endlich hat Israel seine Feinde besiegt, indem es sie zu Freunden gemacht hat.

Wenn jetzt jemand sagt: "Wie naiv!", gebe ich das Kompliment gern zurück: Wahrhaft naiv ist es, auf dem bisherigen Wege auf Frieden zu hoffen.

Nein, es wird Zeit, sich mit dem alten Abraham auf den langen beschwerlichen Weg zu machen, ein Segen für die anderen Völker zu werden.

Und das ist mein "Wort zum Montag" dazu

Sehr geehrter Herr Müller,

mit sehr großem Befremden (um's mal vorsichtig auszudrücken) habe ich das "Wort", das Sie zum heutigen Sonntag in der ARD sprachen, zur Kenntnis genommen.

Sie informieren uns darin gleich zu Anfang, dass Sie sich - wenn Sie denn ein Araber aus den umstrittenen Gebieten (kurz, platt und falsch: "Palästinenser" ) wären, zur Hamas gesellen würden. Da stellt sich doch einer neugierigen Person wie mir gleich die interessante Frage: "Welche Karriere bei dieser Terrororganisation würde denn der Herr Müller, evangelischer Theologe, anstreben?" Eventuell die einer zombierten lebenden Bombe, die "Allahu-Akbar" oder "Tod Israel" skandierend in einem israelischen Schulbus explodiert? Die des Bedienungspersonals von Katjuscha-Raketen, die auf Sderot abgefeuert werden? Oder eher was Naturwissenschaftliches z.B. in der Tunnelbau- oder der Sprengstoffherstellungsbranche? Oder vielleicht doch lieber die eines Hasspredigers in der Moschee oder den Schulen, wo die bereits erwähnten lebenden Bomben von gelehrten Vertretern der "abrahamitischen" Religion des Friedens zum Judenhass indokriniert werden?

Ich vermute, letzteres wäre eher eine geeignete Karriere für Sie. Schließlich halten Sie den Islam ja für eine "großartige Religion", die viel Segen über die Welt gebracht hat. Da freut sich doch der brave Christ, dass er endlich davon befreit ist, den "Segen" alleine in die Welt - insbesondere die der störrischen Juden - zu tragen.

Meinen Sie vielleicht den Segen, der schon im 7. Jahrhundert überfallenen Karawanen, Spottrednern oder mittels bestialischem Massenmord gefangenen männlichen Juden zuteil wurde, oder auch den Segen, den eine der hinterbliebenen Frauen dadurch erfahren durfte, dass der Massenmörder sie noch am gleichen Tage, an dem ihr Vater und ihre Brüder enthauptet wurden, ehelichte?

Oder den Segen, zu erfahren, wie es sich anfühlt, den Kopf mittels Küchenmesser abgeschnitten zu bekommen, den Anhänger dieser "abrahamitischen" Religion Nick Berg zugute kommen ließen, was übrigens auch zu Ihrer geneigten Anschauung im Internet bereitsteht. Zahllose andere Menschen aller Nationaliäten und Religionszughörigkeiten durften ebenfalls diesen Segen erleben. Auch die Christen in Afrika fühlen sich sicher gesegnet, ebenso wie die Christen aus dem friedvollen Al Andaluz sich einst gesegnet fühlten, dass aus ihren abgeschnittenen Köpfen ein islamischer Götzentempel erbaut wurde, oder auch die Christen aus Byzanz, die sich in Todesangst in der Hagia Sofia, die damals noch eine Kathedrale war, zusammendrängten. Auch Menschen in New York, Washington, Madrid, London, Bali, Djerba, Istanbul, Mumbai und zahllosen anderen Städten - insbesondere in Israel - hatten ebenfalls im Gegensatz zu Ihnen und mir bereits das Vergnügen. Insgesamt über 5.500 mal in den 5 Jahren seit dem 11.9.2001 wurde dieser Segen Menschen zuteil. Wenn man den Koran gelesen hat - was man eigentlich von einem studierten Theologen erwarten dürfte - weiß man, dass all das ausdrücklich befohlen ist. Es steht da und die Leute befolgen's - und Sie finden die Lehre großartig. Ich finde sie weniger großartig als widerwärtig und noch weniger großartig finde ich es, dass sich unter dem Deckmäntelchen der "Toleranz" im Christentum ein bedenklicher Werterelativismus breit gemacht hat, der dazu führt, dass die Unterscheidung zwischen Segen und Fluch vorsätzlich verwischt wird.

Oder meinten Sie einen anderen Segen? Falls ja, welchen? Ich wüsste nichts, was der Islam der Menschheit außer Tod, Leid und Elend gebracht hat. Ein kluger Mensch sagte einmal: "Die größte List des Teufels besteht darin, uns glauben zu machen, es gäbe ihn nicht." Ich bin nicht religiös, aber wenn ich sehe, wie kritiklos und unterwürfig Christen dem Islam gegenüberstehen, denke ich, dass das sehr weise Worte sind.

Nachdem Sie das Fernsehpublikum ungefragt darüber aufgeklärt haben, was Sie täten, wenn Sie heute "Palästinenser" wären, wird wohl auch dem einen oder anderen die Frage durch den Kopf geschossen sein, was Sie wohl getan hätten, wenn Sie 1933 Deutscher gewesen wären. Auch damals herrschte die Lehre, dass der brave deutsche Arbeitsmann (schaffendes Kapital) vom intriganten Juden (raffendes Kapital) "geschunden" wurde. Da wäre es doch für einen verständnisvollen Christen wie Sie.... naja lassen wir das. Die verständnisvollen Christen damals haben ja hinreichend gezeigt, wem sie sich zugeneigt fühlten. Ein Tipp: Es waren auch schon damals nicht die Juden sondern diejenigen, die sich von ihnen "geschunden" fühlten und das lautstark beklagten. Die Bekennende Kirche lassen wir außen vor. Diese hat heute noch Nachfolger im Geiste, die ich kenne und schätze. Sie gehören sicher nicht dazu.

Aber halt! Wie kann ich nur drauf kommen, Sie wären den Christen, die sich den Nazis angebiedert haben, ähnlich? Um solche Gedanken gleich im Keim zu ersticken und um dem Götzen der heiligen Ausgewogenheit Tribut zu erweisen, haben Sie ja im nächsten Abschnitt die "Ich-bin-aber-kein-Antisemit"-Klausel eingebaut, indem Sie uns verkünden, dass Sie - wenn Sie denn Israeli wären - "diese Militäreinsätze befürworten" würden. Und wissen Sie was? Ich bin auch keine Israelin und ich befürworte sie trotzdem. Ich bin nämlich der Ansicht, dass Wahrheit absolut ist und dass sie nicht davon abhängt, wo und als was man geboren ist. Schließlich gibt es ja auch vereinzelte ehrenwerte Araber, die den Israelis unter Einsatz ihres Lebens beim Terrorabwehrkampf helfen.

Ich finde das furchtbar, dass die antisemitische UNO diesen Waffenstillstand erzwungen hat, bevor die IDF mit der notwendigen Arbeit, die Hisbollah massiv zu schädigen, fertig war. Das liegt daran, dass ich Juden für Menschen halte und der Ansicht bin, dass Menschen sich gegen vernichtungswütige Feinde wehren dürfen und sogar müssen. Dieser Ansicht sind Sie sicher grundsätzlich auch - sie kommt bei Ihnen anscheinend nur dann ins Wanken, wenn es sich bei den betroffenen Menschen um Juden handelt.

Denn diesen müssen Sie als evangelischer Theologe natürlich deren eigene Religion erklären. Klar... die Juden sind bekanntermaßen verstockt ( das wusste schon Martin Luther) und haben das mit der Nächstenliebe und dem netten alten Abraham, der ein Licht für Palästinenser-ähnliche Leute sein soll, offenbar nicht so richtig kapiert. Deshalb sind die unschuldigen Anhänger der Ihrer Ansicht nach ebenfalls "abrahamitischen Religion" Islam auch so verärgert, dass sie selbstverständlich der Hamas oder Hisbollah beitreten oder diese massenweise unterstützen müssen. Dafür, den Juden beizubringen, was sie gefälligst zu tun haben, damit man nicht schon wieder leider gezwungen ist, sie auszurotten, hat der Liebe Gott wohl Christen wie Sie erschaffen.

Und Sie haben ja auch großartige Ideen: Zum Beispiel, dass die Israelis, die unter der wirtschaftlichen Last der notwendigen Militärausgaben leiden, die 8.000 Menschen zu versorgen haben, weil die islamischen Herrenmenschen Gaza judenfrei haben wollten, die zahllose Menschen aus dem Norden Israels versorgen müssen, die verletzt, traumatisieret und/oder vor den Raketenangriffen der Hisbollah ( btw.: wären Sie als Libanese auch Hisbollah-Anhänger? ) geflohen sind, Care-Pakete an ihre "geschundenen" Peiniger schicken sollten, damit man sie endlich nicht mehr gar so heftig hassen muss. Wahlweise könnten Ihrer Ansicht nach das natürlich auch deutsche Juden tun. Bekanntermaßen haben Juden ja viel Geld und müssen sich nicht wundern, wenn man sie hasst, weil sie es nur mit einer vollen Hand und nicht mit beiden vollen Händen verteilen.

Ja. Die Israelis haben bereits sehr viel Licht in die Welt - insbesondere die der "Palästinenser" getragen. Wissen Sie, dass das pro-Kopf Einkommen dieser Leute heute noch höher ist als in vergleichbaren Öl-freien arabischen Staaten wie z.B. Ägypten, das auch von westlicher (insbesondere amerikanischer ) Wohltätigkeit lebt? Insbesondere während der Zeit, als die Israelis noch die vollständige Besatzungshoheit hatten, entwickelte sich ein für islamische Verhältnisse erstaunlicher Wohlstand, es wurden Arbeitsplätze geschaffen, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser eingerichtet. Auch heute noch gebären die arabischen Judenhasserinnen ihren zahllosen Nachwuchs bevorzugt in israelischen Krankenhäusern. Ein ganz besonderes jüdisches Licht wurde einer jungen Araberin zuteil, der beim Kochen der Gasherd um die Ohren geflogen ist und die dadurch schwere Verletzungen erlitt. Sie wurde in einem israelischen Krankenhaus gesund gepflegt. Zur Nachuntersuchung wollte sie mit einem Bombengürtel erscheinen, um den jüdischen Ärzten und Mitpatienten ihren Dank alà Islam zu übermitteln. Im Auftrag der Al-Aksa-Brigaden übrigens - die Männer und Frauen fürs Grobe des "moderaten" Vertreters der "geschundenen Palästinenser" Mahmoud Abbas. Zum Glück wurde sie gefasst. Sicher war es sehr demütigend für diese Person, sich einer Kontrolle am Checkpoint ausgesetzt zu sehen. Sicher löst das auch Zorn über die Reaktion der bösen Israelis bei Ihnen aus.

Als Gaza judenrein übergeben wurde, wurden die zahlreichen Gewächshäuser mit modernster Bewässerungstechnologie und Bepflanzung von einer amerikanischen Organisation ( der vermutlich auch Juden angehörten) aufgekauft und den Judenhassern zur Demolierung zur Verfügung gestellt. Ursprünglich war natürlich nicht beabsichtigt gewesen, dass es zur Demolierung war, aber sicher haben Sie Verständnis für diese "geschundenen" Menschen. Man braucht ja auch mal etwas Abwechslung im täglichen Einerlei von Fahnenverbrennen, Synagogen verwüsten und Juden, die sich zufällig in die Gegend verirren, abschlachten.

Neben kostenloser Krankenversorgung liefern die Israelis Wasser und Strom, sie haben vor den Militärschlägen Flugblätter abgeworfen, um die Zivilbevölkerung im Libanon zu warnen (etwas, das militärstrategische Nachteile bringt und keineswegs in den Genfer Konventionen vorgeschrieben ist), sie haben den Sinai ohne Gegenleistung an den Kriegsverlierer Ägypten zurückgegeben, sie haben ohne Gegenleistung mit dem Kriegsverlierer Jordanien einen Friedensvertrag geschlossen, sie haben der Terroristenbrut ohne Gegenleistung Gaza überlassen, sie waren bereit, Arafat 98% des angeblich verlangten Gebietes zu geben, sie haben die Kontrolle über das höchste jüdische Heiligtum den Moslems überlassen, nur weil diese verlogenerweise behaupten, Jerusalem wäre auch ein Heiligtum für sie ( obwohl es im Koran nirgends erwähnt wird) .

Wieviel "Licht" sollen die Juden eigentlich noch bringen?

Und wenn Sie schon den Islam für eine "großartige" oder gar "abrahamitische" Religion halten - warum fordern Sie nicht, dass seine Vertreter den Juden auch mal etwas Licht bringen? So groß wie das Flämmchen eines Streichholzes? Zum Beispiel würde Nichtstun sfchon genügen. Ich würde aber weitergehen und vom Libanon, von dessen Territorium und unter der vollen Verantwortung seiner Regierung und seines Volkes ein Angriffskrieg gegen Israel ausging, verlangen, dass dieses Land für die in Nordisrael entstandenen Schäden aufkommt. So ist das üblich. Wer angreift, zahlt. Wer grundlos mordet, trägt Schuld und die Pflicht zur Wiedergutmachung. Und nicht das Opfer der Aggression ist dem Angreifer verpflichtet. Würden Sie auch gutheißen, dass Juden für die Behandlung des Rheumas aufkommen, das sich ein SS-Wachmann in Ausschwitz auf dem nasskalten Wachturm geholt hat? Oder für den Wiederaufbau des Hauses seiner Witwe, das durch die Bombenangriffe zerstört wurde.

Nein?

Dann frage ich mich, warum erwarten Sie, dass Juden, die bereits dermaßen viel für ihre Nachbarn in Nahost getan haben und unendlich unter deren mörderischem Vernichtungsantisemitismus gelitten haben, die riesige Kosten für sich selber zu schultern haben, deren Tourismusindustrie unter den Angriffen gelitten hat, Care-Pakete an sich exzessiv vermehrende "Ikbat al Jahud"-brüllende Judenhasser schicken sollten, die sowieso schon von der EU und anderen Ländern und NGOs in unverzeihlicher Weise gesponsert werden.

Was sollten Care-Pakete bringen, was all das, was bisher getan wurde, nicht gebracht hat?

Und nein. Ich halte Sie nicht für naiv. Was Sie vorschlagen, ist, dass die Israelis/die (deutschen) Juden sich gefälligst besser benehmen sollten, am besten wie Heilige, damit die armen "geschundenen" Araber sie nicht so sehr hassen müssen. Und das ist nicht naiv, das ist antisemitisch, denn es legt an Juden andere Maßstäbe an als an andere Menschen, insbesondere an ihre Mörder. Vielleicht - wenn die Juden sich damals vor 70 Jahren "besser" benommen hätten und eine Fresspaket-Aktion für den verarmten "geschundenen" Adolf Hitler und seine armen "geschundenen" Anhänger ins Leben gerufen hätten - vielleicht hätte das "geschundene" deutsche Volk sich dann nicht gezwungen gefühlt, sie vergasen zu müssen. Wer weiß? Vielleicht....

Oder vielleicht auch nicht?

Sehen Sie. Auch die arabischen Nazis hassen die Juden, weil sie die Juden hassen wollen und nicht wegen irgendeiner Aktion, die Israel macht oder unterlässt. Die Anleitung dazu findet sich im Koran.

Und wenn Sie den Vorwurf der Naivität an jene zurückgeben wollen, die Israels militärische Selbstverteidigung unterstützen, dann muss ich Sie enttäuschen: Wir sind auch nicht naiv. Ich z.B. weiß, dass ein Frieden im eigentlichen Sinn des Wortes auch dadurch nicht zu erreichen ist. Man kann mit Nazis keinen Frieden schließen, egal ob sie braune Hemden tragen und "Mein Kampf" im Schrank haben oder ob sie grüne Stirnbänder tragen und "Mein Koran" im Schrank haben. Man kann sie nur bekämpfen.

Und Sie irren sich auch, wenn Sie denken, dass die Care-Pakete den Widerstand der Nazis gebrochen haben. Die waren's nicht. Es waren die Bomben, Herr Müller. Es waren die brennenden Städte, es war die absolute Niederlage, die zur Aufgabe geführt hat, zusammen mit der absoluten Verachtung, die den Deutschen pauschal damals von der ganzen Welt entgegenschlug. Zu Recht. Das schuf einen Leidensdruck, der bei vielen zu der Erkenntnis führte, dass man auf einem Irrweg war. Bei manchen war's leider unvollständig, wie man an Ihnen und leider vielen anderen sieht.

Erst, wenn der Islam an dem Punkt ist, an dem der Nationalsozialismus am 8. Mai 1945 war, wird echter Frieden möglich sein. Das ist unrealisitsch. Deshalb geht es für Israel in erster Linie um viel weniger als Frieden, um etwas viel Elementareres als Frieden: ums nackte Überleben. Es geht darum, dass man Juden auch dann, wenn man das dringend möchte oder gar auf Anweisung seines Götzen muss, nicht ihres Landes berauben, vertreiben, demütigen und ermorden darf. Zumindest nicht in unermesslichem Ausmaß und auch nicht ungestraft. Dafür gibt es die IDF. Und das ist sehr gut so. Unabhängig davon, wann und wo man geboren ist. Natürlich nur, wenn man "Licht" nicht dreist nur von Juden fordert, sondern wenigstens auch ein kleines bisschen Licht im eigenen Herzen hat. Politisch korrektes Gerede nach dem Motto : "allen Menschen wohlgetan" ist kein Licht, Herrr Müller. Das ist im besten Fall Nebel und im schlimmsten Fall tiefe Finsternis.

Und da Sie sicher die Bibel kennen, weise ich Sie zum Schluss noch auf Matthäus 7,15 hin: Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.

Ich hoffe, dass die Juden sich vor Menschen wie Ihnen weiterhin vorsehen.

.......(Name)......

(PS: Ich erlaube mir, diesen Brief auf meinem Weblog zu veröffentlichen und werde das auch mit einer eventuellen Antwort von Ihnen - auf die ich allerdings erfahrungsgemäß nicht warte - tun, falls Sie es dem nicht AUSDRÜCKLICH widersprechen)


27.8.06 15:40


Ein Hilferuf, der ungehört blieb

Getötete UN-Beobacher wussten offenbar, dass sie als Schutzschilde benutzt wurden

Wie Bruno Schirra gestern berichtete, liegt der Welt am Sonntag eine eMail vor, in der der kanadische Major Paeta Hess-von Kruedener beschreibt,

wie die radikal-islamistische Terrororganisation Hisbollah ihre Raketenstellungen gezielt um den UN-Standort gruppierte und israelische Luftangriffe auf diese Hisbollah-Stellungen die UN-Beobachter immer stärker gefährdeten. Seine E-Mail war an Mitarbeiter im UN-Hauptquartier in New York adressiert sowie an kanadische Generäle.

"Von unserem Beobachtungspunkt aus sehen wir (..) die meisten der in unserem Patrouillengebiet fest installierten Positionen der Hisbollah", schreibt der kanadische Major. Er dürfe über die genauen Hisbollahpositionen und deren Nähe zu seiner Stellung nicht informieren. Intensität und das Tempo der derzeitigen Aktionen seien aber sehr hoch. Im letzten Absatz seiner Mail drückt der Major sogar Verständnis für die Israelis aus, das Gebiet um seinen Stützpunkt zu bombardieren. "Dies sind aber keine gezielten Angriffe auf uns, sondern das Ergebnis taktischer Notwendigkeit."

Was der UN-Beobachter nur andeutet oder sehr zurückgenommen feststellt, interpretiert der kanadische Generalmajor Lewis McKenzie. "Wir nennen das im Militärjargon eine verschleierte Sprache", sagt der frühere Kommandeur der UN-Schutztruppe in Sarajewo. Von Kruedener habe darauf drängen wollen, dass der UN-Posten schnell geräumt werde. Die Kernaussage in von Kruedeners Mail sei, dass "wir überall um unseren Posten herum Hisbollah-Kämpfer haben, die uns als menschliche Schutzschilde benutzen, um die israelische Armee und israelisches Territorium angreifen zu können".

Man erinnert sich noch sehr genau an die Bestürzung Kofi Annans über den Tod der vier UN-Beobachter und seine durch keine Untersuchung gestützte Annahme, es hätte sich um einen "offenbar absichtlichen und koordinierten Angriff" der israelischen Luftwaffe gehandelt. Alleine schon die vorschnelle Veurteilung wäre eine Ungeheuerlichkeit gewesen, da aber der UNO zum Zeitpunkt des Todes ihrer vier Soldaten schon seit einer Woche bekannt war, dass diese sich als Schutzschilde der Hisbollah in Lebensgefahr befanden, ist einfach nur noch unfassbar. Äußern möchte man sich in New York nicht dazu:

Ein Sprecher der UN in New York will diese Auswertung nicht kommentieren. Kofi Annans Sprecher Edward Mortimer hatte sie vor einigen Tagen als "verfrüht und unangebracht" bezeichnet.....

Nach Reuters, deren Bildfälschung durch littlegreenfootballs aufgedeckt und inzwischen auch eingeräumt wurde, betätigt sich jetzt also auch die UNO offen als Propagandaorgan der Hisbollah und nimmt dabei billigend den Tod ihrer eigenen Beobachter in Kauf. Um Israel in Misskredit zu bringen, ist dem Friedensnobelpreisträger von 2001 offenbar kein Preis zu hoch. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen von Major Paeta Hess-von Kruedener und seinen drei Kollegen.

Nachlässigkeit oder Absicht?

7.8.06 20:33





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