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Deutschland/Europa

Zivilcourage ist, wenn einer aufsteht und laut sagt....?

Ich möchte vier Geschichten erzählen.

Die erste Geschichte ist von mir ( so wie sich's gehört: der Esel geht immer voran ) und sie trug sich vor vielen Jahren zu, als ich meine erste richtige Arbeitsstelle antrat.

Neben einigen netten Männern gab es in der Abteilung außer mir noch zwei Frauen, die sehr eng miteinander befreundet waren. Sie nahmen mich in ihre Zweiergruppe auf, man ging stets schön brav in Geschlechtertrennung zum Mittagesssen und wir trafen uns auch privat. Eine davon mochte ich sehr, die andere war - um's offen auszudrücken - eine rotzfreche dumme Nuss, die sich stets in den Vordergrund drängte, unlustige Witze riss, über die man pflichtschuldigst lachen musste, kaum ein interessantes Gesprächsthema kannte und darüber hinaus auch noch eine Ultra-Emanze war, die mir einfach nur auf die Nerven ging. Ich verstand nicht, wie die nette Kollegin mit so jemandem befreundet sein konnte. Andererseits hatte ich selber aber auch eher mehr Kontakt zu der Nervtöterin als zu der Netten - einfach deshalb, weil sie aufdringlich war und mich ständig zu Hause anrief. Ich zog mich - obwohl das mein einziger Kontakt in der neuen Stadt war - so gut es ging von Aktionen zu dritt zurück und blieb oft alleine zu Hause.

Irgendwann ergab es sich dann mal, dass ich mit der netten Kollegin alleine einen Weiberabend bei ihr zu Hause verbrachte. Und es ergab sich auch, dass wir dabei den italienischen Rotwein in Strömen fließen ließen und zu fortgeschrittener Stunde schließlich leicht einen im Tee hatten.

Irgendwann sagte eine von uns - und wir wussten auch sofort danach nicht mehr, welche von uns es eigentlich war - "Eigentlich kann ich A. (die Nervtöterin) gar nicht so übermäßig leiden." Dann war das Eis gebrochen und wir waren uns nach kurzer Zeit einig, dass "gar nicht so übermäßig leiden" stark untertrieben war und dass wir sie beide nicht ausstehen konnten. Meine nette Kollegin erklärte ihre "Freundschaft"mit ihr damit, dass sie nur zwei Frauen unter lauter Männern in der Abteilung waren und dass es ihr einfach peinlich gewesen sei, ihr gegenüber (die von den Männern offensichtlich sehr geschätzt wurde, was ich aber im Nachhinein auch stark anzweifle, die haben sich wahrscheinlich auch nur nicht getraut, weil jeder dachte, er sei der einzige, den sie nervt) etwas, das man als Zickenstreit bezeichnen könnte, anzufangen und Angst davor hatte, als stutenbissig angesehen zu werden. Mir ging's genauso. Ich wäre viel lieber mit einigen der Männer zum Mittagessen gegangen - aber wie hätte das von "der Neuen" ausgesehen? Als ob ich mich an die ranschmeißen wollte!

Die zweite Geschichte ist von Hans Christian Andersen, sie ist 170 Jahre alt und heißt Des Kaisers neue Kleider.

Die dritte Geschichte ist von Politically Incorrect, ein paar Stunden alt und sie heißt Migranten-Berichterstattung: Die Kehrtwende des Tagesspiegels. Es geht darum, dass sich die Berichterstattung des Tagesspiegels geändert hat und vor allem geht es mir hier darum, wie sie sich geändert hat. EIN - nur 1 - Redakteur hat persönlich schlechte Erfahrungen mit Migranten gemacht und daraufhin einen ehrlichen Artikel geschrieben. Hat sich wohl daraufhin der Chefredakteur Gedanken gemacht und die Maxime herausgegeben: "Wir schreiben jetzt alle nur noch kritische Artikel zu dem Thema?" Vielleicht. Ich glaube aber nicht, dass das so autoritär ablief, ich vermute eher, dass da offene Türen eingerannt wurden.

Political Correctness ist keine Erfindung unserer Zeit. Offenbar gab es sie schon in der Zeit von Hans-Christian Andersen, denn sonst wäre ihm nie die Idee zu diesem Märchen gekommen. Es gab sie zu der Zeit, als ich meine erste Arbeitsstelle antrat und es gibt sie in unzähligen Variationen. Vom kleinen Privaten bis zum riesengroßen politischen. Darauf reinzufallen ist kein Phänomen unserer Gesellschaft, es ist ein Phänomen der Menschheit. Es entspringt der Tatsache, dass wir soziale Wesen sind und aus dem Wunsch, von unseren Artgenossen anerkannt und nicht ausgegrenzt zu werden.

Das Kind aus "Des Kaisers neue Kleider" war ... nun eben ein Kind. Meine Kollegin und ich hatten Vadder Alkohol gebraucht und ein Redakteur des Tagesspiegels bekam seinen Tritt in den politisch korrekten Hintern durch die ganz persönliche Angsterfahrung, die Fress epoliert zu kriegen.

Es braucht Auslöser. Interessant ist daher auch die Frage, wie jeder von uns "Islamophoben" sein ganz privates Aha-Erlebnis bekommen hat, das ihn dazu brachte, die Meinung zu wechseln. Ich vermute, es sind sehr unterschiedliche. Ich bin aber auch sicher, dass sie existieren. Denn im Gegensatz zur Ansicht hartgesottener Gutmenschen sind die meisten "Islamophoben" auf der zeitlichen Erkenntnisleiter nicht unterhalb der politisch Korrekten sondern bereits weiter. Man merkt an der Argumentation politisch korrekter Leute, dass sie denken, man wäre "noch nicht so weit", ihre moralisch überlegene Ideologie zu kapieren. In Wahrheit haben aber die allermeisten von uns diese Ideologie ebenfalls einst gepflegt und sie bewusst abgelegt, weil sie sie als falsch erkannten.

Die vierte Geschichte fehlt noch:

Sie ist wieder von mir und sie ereignete sich vor einigen Monaten, als ich gegenüber einem mir nahestehenden jungen Mann eine wütende Tirade über "Islam heißt Frieden"-Schwätzer losließ. Von Gutmenschen ganz allgemein über die üblichen Verdächtigen bei den Grünen, Wolfgang Schäuble und Horst Köhler bis hin zu Tony Blair und George W. Bush müssen an dem Abend vielen Leuten die Ohren böse geklingelt haben. Ich fragte fassungslos, wie es sein könnte, dass man so blind und blöd sein kann. Der junge Mann sagte mir: "Ich glaube, Du irrst Dich. Die finden den Islam genauso zum Kotzen wie wir. JEDER findet den Islam zum Kotzen. Sogar Claudia Roth. Sie sagen es nur nicht, weil sie denken, man darf es nicht sagen". Nach der Lektüre des PI-Artikels über den Tagesspiegel glaube ich, er hat vielleicht nicht so ganz Unrecht.

Ich muss den Halbsatz aus der Überschrift noch beenden:

Zivilcourage ist, wenn einer aufsteht und laut sagt, was er im Gegensatz zu allen anderen denkt?

Jein. Nicht immer ist es so schwer. 

Zivilcourage ist ganz oft auch nur, wenn einer aufsteht und laut sagt...

...was alle denken.

2.2.07 14:38


In eigener Sache

Ich hoffe, dass ich hier bald wieder im gewohnten Rhythmus weiterschreiben kann. Seit Wochen bin ich allerdings schon aus gesundheitlichen Gründen so lahmgelegt, dass mir einfach die Kraft dazu fehlt.

 

Ich wünsche allen Lesern ein gutes und glückliches Neues Jahr. Ich denke, ich bin auch bald wieder beim verbalen Kampf gegen die Unfreiheit mit dabei.

 

 

31.12.06 13:09


Wie man in den Wald hineinruft, ...

...so schallt es heraus


Eigentlich stimmt das Sprichwort – wörtlich genommen – überhaupt nicht. Zumindest nicht im Schwarzwald, wo gar nichts rausschallt, wenn man in den Wald hineinruft. Man muss sich, um diesen Effekt zu erzielen, schon auf Alpengipfel bemühen. Es stimmt auch bei den USA nicht. Der hässliche europäische Antiamerikanismus, der seit Jahrzehnten Richtung USA schallt, hat bisher sehr wenig Widerhall gefunden. Erstaunlicherweise scheinen uns die allermeisten Amerikaner trotzdem zu mögen.

Ich habe oft – wenn ich in amerikanischen Foren und Blogs lese – gedacht: "Ohje, Jungs und Mädels, das ist so nett von Euch, wie Ihr Euch Sorgen um die Eurabisierung Europas macht. Euer selbstverständliches Zusammengehörigkeitsgefühl zu uns ist so liebenswert. Zum Glück können so wenige von Euch deutsch. Es wäre ein hartes Erwachen, wenn Ihr in unseren Foren lesen würdet. 

Natürlich werden europäische Politiker und EU-kraten heftigst und zu Recht von jenseits des Atlantiks kritisiert. Aber meist schließen sie das Volk aus, sehen uns, das europäische Fußvolk, als arme Opfer, die nichts dafür können, dass ihnen der Antiamerikanismus von oben diktiert wird. Das stimmt so leider nicht. Eigentlich sind sogar im Gegenteil große Teile des Volkes viel antiamerikanischer als die Politiker. Mein Opa pflegte bei allen möglichen Gelegenheiten zu sagen: Die Hitlerle (Hitlerchen) sind immer schlimmer als der Hitler. Er hatte seine Erfahrungen diesbezüglich und etwas eleganter  ausgedrückt ist das wohl das gleiche wie Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient. - oder vielleicht …die Regierung, die zu ihm passt. Das sehe ich auch so – übrigens nicht nur hier sondern auch in der islamischen Welt.


Nun hätte ich wirklich allergrößtes Verständnis, wenn als Gegenreaktion auf den Antiamerikanismus Europas so langsam ein Antieuropäismus in Amerika entstehen würde. Als bekannt wurde, dass Rumsfeld vor einem deutschen Gericht wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden sollte, konnte man ein bisschen etwas davon in den Kommentaren bei Little Green Footballs lesen. Es ging in erster Linie darum, dass nach Alternativen für deutsches Bier und deutsche Autos (die man zukünftig zu boykottieren beabsichtigte)  gesucht wurde und es erinnerte ein bisschen an die Freedom Fries als Amerika wütend über Frankreich war. Beides mal: vollkommen verständliche und irgendwie auch harmlose und sympathische Wut. Es ist richtig, wenn die Amerikaner sich das nicht mehr bieten lassen. Von mir aus dürfen und sollten sie uns ruhig für unsere Islamverliebtheit, unsere selbstgerechten dümmlichen Pazifismus, unser Dialog-Gefasel unseren erhobenen Zeigefinger bei gleichzeitiger Unfähigkeit, irgendein internes oder externes Problem zu lösen, attackieren. Murat Kurnaz dafür zu vergöttern, dass er gegen die USA hetzt, ist eine Schande. Irgendwie hat das aber kaum Ärger ausgelöst. Die Amerikaner mögen uns trotzdem und ich mag sie dafür noch ein bisschen mehr.
Alle?

Nein, nicht alle. Ein einsamer Held hat uns den Kampf angesagt.

Allerdings beschimpft er uns nicht dafür, dass wir uns grundlos moralisch über Amerika erheben und Israel wie den letzten Dreck behandeln, während wir diejenigen, die sich Tod den Juden geschworen haben, in Palästina und zu Hause in unseren eigenen Ländern hätscheln und durchfüttern. Hätte er dagegen protestiert, wäre er auch mein Held. Hätte er ein spöttisches Zukunftsszenario entworfen, in dem die eine Hälfte der verarmten  Resteuropäer Plastikeiffeltürme (made in China) an Touristen aus den USA und Ostasien verkauft, während sie ihre Kinder zum betteln bei diesen schickt und während die andere Hälfte als Sozialarbeiter versucht, die zahllos gewordenen Moslem-Kids mit teuren Integrationsprogrammen davon abzuhalten, jede Nacht – in Ermangelung von Autos – die Fahrräder der Souvenirverkäufer und die Dienstmopeds der Sozialarbeiter anzuzünden …. Ich hätte herzlich gelacht und er wäre auch dann mein Held gewesen.


Hat er aber nicht. Er ist nicht mein Held, er ist der Held auf dem weißen Pferd für Europas gebeutelte Moslems. Er meint, die müssten froh sein, wenn wir sie eines Tages nur deportieren, er fürchtet, wir bringen die um. Nicht in einem Akt der Verteidigung, sondern weil uns das wohl irgendwie im Blut liegt (und Spaß macht?) . Da steht er natürlich nicht allein, europäische Moslems posaunen das Tag für Tag in die Welt hinaus – nur ist der Unterschied: Die Moslems sagen das nur, sie glauben’s nicht.


Wenn sie’s glauben würden, würden sie ja gehen. Also, ich würde ein Land verlassen, wenn ich befürchten würde, dass man einen Holocaust an mir plant und das haben Menschen auch immer und überall getan, wenn sie das befürchteten. In den 30er Jahren haben Juden aus aller Welt nicht mit klapprigen Booten und allen möglichen legalen und illegalen Mitteln versucht, nach Deutschland einzuwandern. Es war andersrum und leider ist es so vielen von ihnen nicht gelungen, sich in Sicherheit zu bringen. Juden haben auch fast alle arabischen Länder vollständig verlassen und im Iran hat sich ihre Zahl nach der islamischen Revolution von 100.000 im Jahre 1979 auf rund 20.000 heute reduziert. Heute laufen die Christen in Scharen davon.


Die Moslems fliehen eher weniger aus Europa. Genau genommen kleben sie wie Kaugummi an der Schuhsohle, wenn man sie ausweisen will und sie pressen in großen Zahlen rein wie die Kälte durch eine zerbrochene Fensterscheibe. Sie haben keine Angst.

Ralph Peters aber schon. Er möchte ihnen auch zur Hilfe eilen und die große Bereicherung, die sie darstellen würden, wenn die bösen Europäer sie nur ließen, den USA zu Gute kommen lassen. Dass er uns nicht leiden kann, ist in Ordnung. Dass er uns für das komplette Gegenteil dessen, was an uns kritikwürdig ist, kritisiert, ist irr. Dass die New York Post jemanden abdruckt, der ganz offenbar nicht alle Tassen im Schrank hat, ist verwirrend. Irgendwie dachte ich, das täten nur unsere Zeitungen.

Paul Belien vom Brussels Journal hat sich auf Pajamasmedia bereits zweimal mit ihm befasst. Ich habe den Original-Artikel von Ralph Peters The ‘Eurabia’ Myth: Muslims Take Over Europe? Sorry, There’s No Chance nicht übersetzt, er ist sehr einfach zu lesen. Aber einen Teil der  zweiten Antwort von Paul Belien habe ich übersetzt, ich fand sie so genial. Die fettgedruckten Abschnitte sind wörtlich aus Ralph Peters’ Artikel übernommen:

30. November 2016


Vergangene Nacht ging die US-Marine in Le Havre, Brest und Marseille vor Anker. Heute Morgen fand  auf Befehl von US-Präsident Ralph Peters eine Luftlandeaktion von US-Marines in 751 französischen Vorstadtgebieten statt, um französische Moslems zu evakuieren. Im vergangenen Juli kündigte die Regierung von  Präsidentin Marine Le Pen die Opération solution finale (Operation Endlösung) an und begann, Moslems zusammen zu treiben und sie in Konzentrationslager zu deportieren. Die Vorstadtgebiete – so genannte ZUS (zones urbaines sensibles) – sind schon seit Monaten von der französischen Armee und den faschistischen Milizen von Gérard Royal, dem Bruder der früheren französischen Präsidentin, umstellt.

Nach Aussagen von Human Rights Watch werden die Moslems in den Konzentrationslagern vernichtet. Nachdem er letzten Oktober Videos, die aus den Lagern herausgeschmuggelt worden waren, gesehen hatte, sagte sogar der Grand Wizard des Ku Klux Klans, er sei erschüttert über die Barbarei, zu der die Europäer fähig sind. Vermutlich haben sie eine genetisch bedingte Neigung dazu.

Vergangenen Oktober erklärte US-Präsident Ralph Peters während seiner erfolgreichen Kampagne zur Wiederwahl, dass Frankreich und andere europäische Staaten mit vergleichbar faschistischen Regimes zu der abscheulichsten Achse des Bösen gehörten, die die Welt je gesehen hat. Er sagte, Amerika würde nicht tatenlos zusehen, während Europa seine historische Neigung zur Massenvernichtung wieder auslebt.

Bei seinem letzten Wahlkampf-Duell mit Pat Buchanan, dem Kandidaten der isolationistischen America First Partei, sagte Peters: Ich habe kein Problem, mir ein Szenario vorzustellen, in dem Schiffe der US-Marine vor Anker gehen und Marines in Brest, Bremerhaven und Bari an Land gehen, um die sichere Evakuierung von Europas Moslems zu gewährleisten. Peters wurde mit überwältigender Mehrheit in einem erdrutschartigen Sieg wiedergewählt, er besiegte Buchanan in jedem einzelnen Bundesstaat außer in New Hampshire, wo Gouverneur Mark Steyn, der als  Islamophob bekannt ist, sich für Buchanan aussprach.

Letzte Woche befragte die New York Post den Präsidenten in einem Exklusiv-Interview, wohin die europäischen Moslems evakuiert werden würden, da die Regierungen Marokkos, Algeriens, der Türkei und anderer Länder, aus denen die Eltern und Großeltern der europäischen Moslems ursprünglich gekommen waren, alle den Vorschlag, die Flüchtlinge aufzunehmen, zurückgewiesen hatten. Nur Libyen hatte seine Bereitschaft erklärt, Flüchtlingslager für europäische Moslems einzurichten.

Präsident Peters vermied eine direkte Antwort auf die Fragen der New York Post, und sagte stattdessen: Amerika ist ein großartiges Land. Die Vereinigten Staaten ziehen Qualität an. Das Einkommensniveau amerikanischer Moslems liegt über dem nationalen Durchschnitt. Wir hören zwar von einer Handvoll Unruhestifter, aber viel mehr unserer amerikanischen Mitbürger, die zufällig Moslems sind, sind Ärzte, Professoren und Unternehmer. Der amerikanische Traum lebt und blüht dankenswerterweise noch: Sogar der ganz neu eingewanderte Taxifahrer, der über die englische Grammatik stolpert, weiß, dass er ein echter Amerikaner werden kann.

Experten vermuten, dass die Antwort des Präsidenten beinhaltet, dass Washington bereit ist, einen beträchtlichen Teil der europäisch-moslemischen Flüchtlinge aufzunehmen. Aus einer anonymen Quelle im State Department wurde hingegen gegenüber Fox News bestätigt, dass die US-Regierung Israel gebeten habe, den Großteil der islamischen Flüchtlinge aufzunehmen. Außenministerin Nancy Pelosi, die sich zur Zeit in Jerusalem aufhält, reist morgen nach Tripolis weiter, um die ersten Flüchtlinge bei ihrer Ankunft willkommen zu heißen. Libyen kündigte vergangene Woche an, dass man bereit sei, der US-Navy zu gestatten, die Flüchtlinge nach Tripolis zu transportieren, knüpfte aber die Bedingung daran, dass Washington an Tripolis 50.000 Dollar für jeden Flüchtling zahlen müsse, den die Amerikaner ins Land bringen.

Unterdessen sieht sich das Weiße Haus mit ernstlichen Problemen an der Heimatfront konfrontiert. Jugendliche Immigranten in der Bronx haben während der vergangenen drei Monate jede Nacht durchschnittlich 100 Fahrzeuge in Brand gesetzt. Die New Yorker Polizei sagte, sie sei nicht mehr in der Lage, Recht und Ordnung in den Vorstädten New Yorks aufrechtzuerhalten. Präsident Peters jedoch äußerte gegenüber der New York Post, er hielte die Polizeiberichte für übertrieben. Die arbeitslosen und hoffnungslosen Kids in den Vorstädten mögen vielleicht ein paar Autos anzünden, aber wir haben ja immer noch Manhattan [Anm.: im Peters’ Artikel heißt es Paris] sagte er.

Ich fand’s lustig. Aber dahinter steht auch etwas Trauriges und Bedenkliches. Wir können nicht ewig mit unserer Gehässigkeit gegen die USA so weitermachen und uns einbilden, es kämen keine Tritte zurück. Der Tritt von Ralph Peters war blödsinnig. Aber er zeigt uns auch, wie unsere ständigen  - ebenso blödsinnigen – Tritte gegen die USA wehtun und wie schädlich sie sind. Auch wenn der Mann spinnt, so hat er uns doch eine passende Retourkutsche für das  unerträgliche Bush=Hitler und USA – Internationale Völkermordzentrale -Theater geliefert.

 

Zum Schluss noch ein jüdischer Witz:


  • Im Jahre 1938 sitzen einander in der New Yorker U-Bahn zwei gerade eingewanderte deutsche Juden gegenüber. Der eine liest Der Stürmer, das schreckliche Hetzblatt Julius Streichers. Der andere liest die jüdische Zeitung, den Forvertz, und wird allmählich aufgeregt. Endlich fragt er seinen Landsmann, Wieso lesen Sie dieses furchtbare Blatt? Es ist nur reiner Antisemitismus, Judenhatz. Der erste Jude guckt vor sich hin. Er sagt: Schauen Sie. Was steht in Ihrer Zeitung? Überall sind die Juden Flüchtlinge. Man verfolgt uns. Man wirft Steine und Bomben in die Synagogen. Ich lese die Nazi-Zeitung, denn sie ist zuversichtlicher. Wir besitzen die Banken! Wir besitzen die großen Firmen! Wir beherrschen die Welt!


Dieses Gefühl hatte ich nach dem Lesen von Ralph Peters’ Artikel irgendwie auch...

 

1.12.06 12:42


Die Zukunft gehört dem Islam

Originalauszug auf Macleans.Ca

Die islamische Welt hat junge Menschen, Bevölkerungszahlen und globale Ambitionen. Der Westen altert, wird kraftlos und es fehlt ihm an dem Willen, jene, die ihn ersetzen wollen, zurückzudrängen. Es ist das Ende der Welt, wie wir sie kennen.

Ein Auszug aus 'America Alone' von

MARK STEYN:

Der 11. September 2001 war nicht "der Tag, an dem sich alles änderte", sondern der Tag, an dem offenbar wurde, wieviel sich bereits geändert hatte. Wie viele Journalisten hatten wohl am 10. September den Council of American-Islamic Relations (CAIR) oder den kanadischen Islamic Congress or den Muslim Council Großbritanniens in ihren Adressbüchern? Wenn man behauptet hätte, dass die Frage, ob etwas beileidigend für Moslems ist oder nicht, zur zentralen und obersten politischen Dynamik in Dänemark, Schweden, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien werden würde, hätten die meisten Leute einen für verrückt gehalten. Doch an diesem Dienstagmorgen tauchte die Spitze des Eisbergs auf und brachte die Zwillingstürme zum Einsturz.

Und das sind die sieben Achtel unter der Wasseroberfläche -die umfangreicheren Kräfte, die in der entwickelten Welt am Werk sind und die Europa so kraftlos werden ließen, dass es unfähig ist, seiner unerbittlichen Verwandlung zu Eurabia etwas entgegenzusetzen, Kräfte, welche die Zukunft großer Teile vom Rest der Welt in Frage stellen. Die Schlüsselfaktoren sind: der demographische Rückgang, die mangelnde Zukunftsfähigkeit des demokratischen Sozialstaats und zivilisatorisches Ausgebranntsein.

Fangen wir mit der Demographie an, weil damit alles anfängt:

Wenn in Ihrer Schule 200 Jungs sind und sie gegen eine Schule mit 2000 Jungs spielen, dann heißt das noch nicht, dass ihr Baseball-Team unbedingt verlieren muss, aber die anderen Spieler haben auf jeden Fall von Anfang an einen gewaltigen Vorteil. Vergleichbar hat für den Fall, dass sie eine Revolution planen, diese keine sehr großen Erfolgsaussichten, wenn Sie nur sieben Revolutionäre haben - die darüberhinaus alle über 80 sind. Aber wenn Sie 2.000.007 Revolutionäre haben, die alle unter 30 sind, dann sind Sie im Geschäft.

Zum Beispiel frage ich mich, wie viele von denen, die sich schulmeisterlich zum "Nahostprozess" auslassen, sich jemals mit diesen Zahlen beschäftigt haben.

Das Durchschnittsalter im Gazastreifen beträgt 15,8 Jahre.

Wenn man sich das erst einmal bewusst gemacht hat, besteht der Rest aus Details. Wenn Sie ein "moderater Palästinenserführer" wären, würden sie dann versuchen wollen, eine Nation - oder eine Pseudo-Nation - voller arbeitsloser, schlecht ausgebildeter Teenager, die in einem von der UNO betreuten und von den Europäern finanzierten Todeskult aufgewachsen sind, zu überzeugen, Vernunft anzunehmen? Jegliche Analyse des "Palästinenserproblems", die diesen wichtigsten grundlegenden Faktor nicht berücksichtigt, ist Zeitverschwendung.

Ebenso ist es das herausragendste Merkmal Europas, Kanadas, Japans und Russlands, dass diesen Ländern die Babies ausgehen. Was in der entwickelten Welt vor sich geht, ist eine der rasantesten demographischen Entwicklungen der Geschichte: die meisten von uns haben Millionen von herzerwärmenden Ethno-Komödien gesehen - Meine große griechische Hochzeit und die ganze Familie - in denen ein verklemmter Amerikaner angelsächsischer Herkunft (WASP=white Anglosaxon Protestant), anfängt, mit einem Mädchen aus einer großen, herzlichen und fruchtbaren mediterranen Familie auszugehen; einer Familie, die so überreich mit Schwestern, Cousins und Onkels gesegnet ist, dass diese kaum in einen Raum passen. In Wirklichkeit ist das die exakte Umkehrung der Wahrheit. Griechenland hat eine Fertilitätsrate, die bei 1,3 Geburten pro Paar herumdümpelt, was Demographen als den Punkt "allerniedrigster" Fruchtbarkeit bezeichnen, von der sich eine Gesellschaft jemals wieder erholt hat. Und die Geburtenrate Griechenlands ist noch die beste im mediterranen Europa: Italien hat eine Fruchtbarkeitsrate von 1,2 - die Spaniens liegt bei 1,1. Wenn heutzutage überhaupt noch irgendwelche Bürger in der entwickelten Welt "große" Familien haben, dann sind es die der angelsächsischen Demokratien. Amerikas Fruchtbarkeitsrate liegt bei 2,1, die Neuseelands knapp darunter. Hollywood sollte Komödien mit dem Titel "Meine riesengroße anglo-protestantische Hochzeit" produzieren, in denen ein trauriger griechischer Junge in eine große, herzliche, neuseeländische Familie einheiratet, wobei die Braut sogar einen Bruder oder eine Schwester hat.

Das ist - wie gesagt - keine Zukunftsprognose, es passiert hier und jetzt. Man muss nicht extrapolieren, und wenn man es tut, wird es ein bisschen irr, aber - just for fun - hier ist das Ergebnis: 2050 werden 60 Prozent der Italiener keine Brüder, keine Schwestern, keine Cousins, keine Kusinen, keine Tanten, keine Onkel haben. Die italienische Großfamilie, wo der Papa den Wein eingießt und la Mamma Pasta an einem endlos langen Tisch voller Großeltern, Nichten und Neffen, austeilt, wird verschwunden sein. Nicht mehr da, tot wie die Dinosaurier. Wie Noel Coward einmal in einem anderen Zusammenhang bemerkte. "Funiculi, funicula, funick dich selber" In der Mitte des Jahrhunderts werden die Italiener diesbezüglich keine andere Wahl mehr haben.

Experten sprechen über Grundursachen. Aber die Demographie ist die allergrundlegendste Ursache von allen. Ein Volk, das sich nicht fortpflanzen will, kann nicht weiterkommen. Diejenigen, die's tun, werden das Zeitalter, in dem wir leben, gestalten.

Der demographische Rückgang und die mangelnde Zukunftsfähigkeit des demokratischen Sozialstaats sind eng miteinander verbunden. In Amerika beschweren sich die Politiker, die sich über das staatliche Haushaltsdefizit aufregen, darüber, dass wir Schulden anhäufen, die unsere Kinder und Enkel abzahlen müssen. In Europa jedoch sind die unerschwinglichen Ansprüche noch in einem viel übleren Zustand: es gibt nicht einmal Kinder und Enkel, denen man sie aufhalsen könnte.

Man könnte es auch so formulieren:

Alter und Wohlfahrt = Unheil für dich

Jugend und Willen = Unheil für jeden, der dir in die Quere kommt.

Mit "Willen" meine ich im übertragenen Sinne das Rückgrat einer Kultur. Afrika - um ein anderes Beispiel zu nehmen - hat auch Massen junger Menschen, aber es ist von AIDS befallen und zum größten Teil empfinden sich Afrikaner selbst auch nicht als Afrikaner: Wir haben in Ruanda gesehen, dass sie ihre Identität in erster Linie aus der Stammeszugehörigkeit schöpfen und die meisten Stämme haben keine globalen Ambitionen. Der Islam hingegen hat ernsthafte globale Ambitionen und er bildet auch die oberste Kern-Identität der meisten seiner Anhänger - im Nahen Osten, Südasien und anderswo.

Der Islam hat die Jugend und den Willen, Europa hat das Alter und die Wohlfahrt.

Wir wind Zeitzeugen des Endes des immer weiter fortschreitenden demokratischen Sozialstaats aus dem späten 20. Jahrhundert. Sein fiskalischer Bankrott ist lediglich ein Symptom eines viel tiefer liegenden Bankrotts: Seine Unzulänglichkeit als beseelendes Prinzip einer Gesellschaft. Die Kinder und Enkel der Faschisten und Republikaner, die einen erbitterten Bürgerkrieg um die Zukunft Spaniens fochten, nehmen es heute schulterzuckend hin, wenn eine Handvoll Ausländer ihre Hauptstadt in die Luft sprengen. Selbst zu träge dazu, wenigstens Bedingungen zu stellen, kapitulieren sie umgehend. Auf der anderen Seite der Gleichung ist der moderne multikulturelle Staat ein zu verwässertes Konzept, um große Zahlen von Einwanderern an das Land zu binden, dessen Staatsbürgerschaft sie auf dem Papier haben. Also sehen sie sich anderweitig um und finden den Djihad. Das panislamische Identitätsgefühl im Westen lebender Moslems ist nur das erste Wichtige in einer Welt, in der globalisierte Geisteskrankheiten den Platz einnehmen, den der althergebrachte Nationalismus vorher innehatte.

Für Staaten mit demographischer Rückläufigkeit und immer verschwenderischeren Sozialprogrammen, stellt sich eine ganz einfache Frage: Können sie in der Wirklichkeit ankommen? Können Sie erwachsen werden, bevor sie alt werden? Wenn nicht, dann werden sie das Ende ihrer Tage in Gesellschaften erleben, die von Menschen mit einer höchst unterschiedlichen Weltanschauung dominiert werden.

Was uns zum dritten Faktor bringt: dem kraftlosen Zustand der westlichen Welt, dem Gefühl gelangweilten zivilisatorischen Überdrusses von Nationen, die sich viel zu sehr im Kulturrelativismus verfangen haben, um zu verstehen, was auf dem Spiel steht. Und wie es der Zufall will, ist dieser dritte Punkt eng mit den beiden ersten verbunden. Amerikanern fällt nicht immer auf, dass es eine Verbindung zwischen dem "Krieg gegen den Terror" und den sogenannten "Taschenbuchausgaben" der Innenpolitik gibt. Aber die Korrelation zwischen der strukturellen Schwäche des sozialdemokratischen Staates und dem globalen Aufstieg des Islam existiert. Der Staat hat Stück für Stück all die Verantwortlichkeiten des Erwachsenenlebens an sich gerissen - Gesundheitsfürsorge, Kinderbetreuung, Seniorenbetreuung - bis hin zu dem Punkt wo er im Endeffekt seine Bürger den menschlichen Grundinstinkten entfremdet hat - nicht zuletzt dem Überlebensinstinkt. Was Amerika angeht, ist nicht das Haushalts"defizit" das Problem; es sind die Regierungsprogramme, die dieses Defizit verursachen. Diese Programme wären sogar auch dann falsch, wenn Bill Gates jeden Monat einen Scheck ausstellen würde, um sie zu bezahlen. Sie zersetzen die Eigenverantwortung der Bürger bis hin zu einem Ausmaß, das sich als fatal erweisen könnte. Big Government ist eine Bedrohung der nationalen Sicherheit: sie erhöht die Verletzlichkeit gegenüber Bedrohungen wie dem Islamismus und macht es unwahrscheinlicher, dass man in der Lage ist, den Willen aufzubringen, sie abzuwehren. Wir sollten diese Lektion am 11. Septemer 2001 gelernt haben, als das Big Government viel Zeit verplemperte und die einzig guten Nachrichten des Tages die Ad hoc-Bürgerwehr der Passagiere von Flug 93 waren.

Zu Ende des 20. Jahrhunderts waren zwei Kräfte am Werk: Im Ostblock der Zusammenbruch des Kommunismus, im Westen der Zusammenbruch des Vertrauens. Eines der nahe liegendsten Gegenargumente zu Francis Fukuyamas These vom Ende der Geschichte (The End of History) - die er zum Sieg der liberalen pluralistischen Demokratie über den Sowjetkommunismus schrieb - ist, dass die Sieger ihn nicht als Sieg sahen. Amerikaner - oder zumindest die Amerikaner, die nicht die Demokraten wählen - sprechen möglicherweise schon darüber, dass der Kalte Krieg "gewonnen" wurde, aber die Franzosen und Belgier, die Deutschen und Kanadier tun das nicht. Nur sehr wenige Briten tun's. Formal sind das alles NATO-Bündnispartner - sie waren waren eigentlich auf der Siegerseite gegen eine entsetzliche Tyrannei, unter der nur sehr wenige selber leben wollten. In Europa gab es ganz zu Anfang ein Gefühl der Euphorie: Es war schwer, angesichts der Massen, die durch die Berliner Mauer drängten, ungerührt zu bleiben, insbesondere weil so viele davon gutaussehende Kommunistenmädels waren, die scharf darauf waren, ein Carlsberg oder Stella Artois auch noch mit dem hinterletzten langweiligsten hässlichsten Imperialisten zu trinken. Aber sowie der Augenblick verblasste, gab es auf dem Kontinent nicht das Gefühl, dass unsere Große Idee deren Große Idee geschlagen hatte. Es ist beim besten Willen kaum möglich, den Bürgern von Frankreich oder Italien zugute zu halten, dass sie in irgendeiner Weise ernsthaft was dazu beigetragen haben, den Kommunismus zu besiegen. Im Gegenteil, Millionen von ihnen haben ihn jahraus jahrein gewählt. Und mit dem Ende der existentiellen Bedrohung durch die Sowjetunion beschleunigte sich die Entkräftung des Westens nur noch.

In Thomas P. M. Barnetts Buch Blueprint For Action, wird Robert D. Kaplan, ein sehr scharfsinniger Beobachter globaler Vorgänge, damit zitiert, dass er die gesetzlosen Ränder der Welt als "Indianergebiete" bezeichnet. Das ist ein skurriler Witz, aber er führt in die Irre. Der Unterschied zwischen den alten Indianergebieten und den neuen ist der folgende: Niemand musste sich Sorgen machten, dass die Sioux die Fifth Avenue hoch reiten. Heute kann ein Kerl vom Arsch der Welt mit ein paar hundert Kröten in der Tasche und seiner Kreditkarte innerhalb von Stunden im Herzen der Metropole stehen.

Und es gibt noch einen weiteren Unterschied: in den alten Tagen siedelte der weiße Mann in den Indianergebieten. Heute siedeln die Anhänger radikaler Imame vom Arsch der Welt in den Metropolen.

Und noch ein Unterschied: die Technologie. In den alten Tagen hatten die Injuns Pfeil und Bogen und die Kavallerie hatte Gewehre. In den Indianergebieten von heute haben Länder, die nicht mal ihre eigene Bevölkerung ernähren können, Nuklearwaffen.

Aber davon abgesehen maßt sich schon alleine der Ausdruck "Indianergebiete" an, dass diese Gebiete vom Arsch der Welt innerhalb der Grenzen der geordneten Welt gelangen. Tatsächlich waren viele der heutigen "Indianergebiete" vor ein oder zwei Generationen noch relativ geordnet - Westafrika, Pakistan, Bosnien. Obwohl Osteuropa, Lateinamerika und Teile von Asien heute freier sind als in den 70er Jahren, haben sich andere Schneisen gebildet, die in den Sog einer Rückwärtsspirale gerieten. Was ist wahrscheinlicher? Dass die unter Druck stehenden Teile der Welt sich in ein postkommunistisches Polen oder ein postkommunistisches Jugoslawien verwandeln? In Europa begünstigt der demographische Druck das letztere.

Die Feinde, denen wir uns in Zukunft gegenübersehen werden, werden sehr viel Ähnlichkeit mit Al Kaida haben: transnational, globalisiert, mit lokalen Franchise-Niederlassungen und stark zergliedert - aber durch eine machtvolle gemeinsame länder- und kontintentübergreifende Identität miteinander verbunden. Es werden keine Nationalstaaten sein und sie werden auch kein Interesse daran haben, Nationalstaaten zu werden, obwohl sie Nationalstaaten eventuell wie in Afghanistan und später in Somalia als eine Art Hülle benutzen können. Der Djihad mag der erste sein, aber andere transnationale Missbildungen werden ähnliche Techniken anwenden. Es ist unwahrscheinlich, dass Institutionen vom 10. September wie die UNO und die EU effektive Antworten darauf finden werden.

Wir können nicht darüber sinnieren, was für Konsequenzen diese demoghraphischen Trends haben werden, aber unbekümmert zu behaupten, sie hätten überhaupt keine, ist lächerlich. Auf der Grundlage der Demographie lässt sich beispielsweise der entscheidende Unterschied darin erklären, was der "Krieg gegen den Terror" für Amerikaner und Europäer bedeutet: In den USA ist dieser Krieg etwas, was im heimtückischen Sand des Sunnitischen Dreiecks oder in den Höhlen des Hindukusch ausgefochten wird; man geht an ferne Orte und bringt dort fremde Menschen um. In Europa hingegen ist es ein Bürgerkrieg. Neville Chamberlain sprach, als der die Tschechoslowakei aufgab, von ihr als einem "weit entfernten Land, über das wir wenig wissen." Dieses Mal stellte sich für große Teile Westeuropas heraus, dass das "weit entfernte Land, von dem sie nichts wussten", ihr eigenes war.

Nach vier Jahren "Krieg gegen den Terror" fing die Regierung Bush an, eine neue Formulierung zu bevorzugen: "Der lange Krieg." Kein gutes Zeichen. In einem kurzen Krieg sollte man sein Geld in Panzer und Bomben investieren. In einem langen Krieg zahlen sich starker Wille und Manpower aus. Je länger der Krieg dauert, desto schwieriger wird es werden, denn es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, gegen fortschreitende demographische, ökonomische und geopolitische Einflüsse auf die Siegchancen. Mit "demographisch" meine ich die hohe Geburtenrate in der islamischen Welt, die dazu führen wird, dass der winzige Jemen bis zur Mitte des Jahrhunderts bevölkerungsreicher sein wird als das riesengroße leere Russland. Mit "ökonomisch" meine ich den Orkan, den die Europäer noch innerhalb dieses Jahrzehnts erleben werden, weil ihre aufwändigen Sozialstaaten mit ihren postchristlichen Geburtenraten nicht mehr aufrecht zu erhalten sind. Mit "geopolitisch" meine ich, dass man, wenn man denkt, die Vereinten Nationen und andere internationalen Organisationen heute schon abgeneigt gegen Amerika sind, einfach nur ein paar Jahre abwarten sollte, um zu sehen, was für eine Unterstützung von einem halb-islamisierten Europa kommt.

Fast jede geopolitische Herausforderung der Jahre, die vor uns liegen, hat ihre Wurzeln in der Demographie, aber nicht jede demographische Krise wird sich in der gleichen Weise auswirken. Das macht es sogar noch problematischer, irgendetwas dagegen zu unternehmen - eben weil die Reaktionen der verschiedenen Länder auf ihre eigenen internen Zustände sich wahrscheinlich destabilisierend auf die internationale Szene auswirken werden. In Japan spielt sich die demographische Krise quasi unter Laborbedingungen ab - es gibt keine Faktoren, die zusätzliche Komplikationen bringen, in Russland wird sie durch die Beziehungen des Landes zu einem übervölkerten Nachbarstaat - China - bestimmt werden; und in Europa sind die neuen Eigentümer schon eingezogen - wie ein Mieter mit Vorkaufsrecht.

Fangen wir mit dem am meisten überalterten Gebiet des Planeten an. In Japan ist die aufgehende Sonne bereits in die nächste Phase des lang andauernden Sonnenuntergangs eingetreten: Netto-Bevölkerungsverlust. 2005 war das erste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, in dem das Land mehr Todesfälle als Geburten zu verzeichnen hatte. Japan bietet die Möglichkeit, die demographische Todesspirale in seiner reinsten Form zu beobachten. Es ist ein Land ohne Einwanderung, ohne signifikante Minderheiten, das auch nicht Ziel von Begehrlichkeiten anderer ist: es gibt nur die Japaner, die älter werden und dahinschwinden.

Zunächst einmal hört sich das gar nicht so übel an: Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten sind die meisten fortschrittlichen Gesellschaften überbevölkert. Wenn man in einem überfüllten Apartment in einer lauten, verkehrsreichen Stadt lebt, scheint die Aussicht darauf, ein paar hunderttausend Menschen zu verlieren, eine gute Sache zu sein. Die Schwierigkeit in einem modernen demokratischen Sozialstaat liegt darin, welche Menschen man verliert: Schon jetzt stellt gemäß der Japan Times, "die Entvölkerung die Regierung vor drückende Herausforderungen an der sozialen und wirtschaftlichen Front, einschließlich der Sicherstellung von Sozialabgaben und Arbeitskräften." Um ein Beispiel zu nennen, hat der Mangel an Kindern zu einem Mangel an Geburtshelfern geführt. Warum sollte ein talentierter und ehrgeiziger Medizinstudent den Wunsch verspüren, sich auf ein derart rückläufiges Fachgebiet zu spezialisieren? Im Ergebnis hat das dazu geführt, dass in manchen Gebieten Japans Gebären zu einer Frage des Timings wurde. Auf der Insel Oki sollte man versuchen, die Wehen auf Montag Morgen zu planen. Da ist die Wöchnerinnenstation geöffnet - erster Tag der Woche, 10 Uhr morgens, wenn eine Geburtshelferin mit dem Flugzeug anreist, um die Schwangeren zu betreuen, die zufällig da sind. Und um 17.30 fliegt sie wieder ab. Wenn man also so unvorsichtig ist, die Geburt zwischen Dienstag und Sonntag zu legen, ist man gezwungen, in einen Hubschrauber zu klettern und wegzuschwirren, um alleine in einem fremden Krankenhaus zu gebären, ohne von den nervigen Liebsten umgeben zu sein. Lehrt man in den Vorbereitungskursen für eine sanfte Geburt auf Oki inzwischen, die Atmung am Schwirren der Rotorblätter eines Hubschraubers auszurichten?

Die letze Geburtshelferin verließ die Insel 2006 und die Gesundsheitsbehörde erwartet keine neue mehr. Zweifellos können wir uns alle daran erinnern, über die Jahre hinweg ähnliche Geschichten aus abgelegenen Gebieten Amerikas, Kanadas und Australien gelesen haben. Aber warum sollte ein Dorf mit ein paar hundert Leuten schließlich auch ein großes medizinisches Versorgungssystem haben? Oki jedoch hat eine Bevölkerung von 17.000 und trotzdem sind keine Geburtshelfer da: Geburtshilfe ist ein aussterbender Geschäftszweig.

Was wird also geschehen? Es gibt einige Szenarien: Was immer die Japaner auch über Einwanderung denken wollen, ein Land mit einer großartigen Infrastruktur wird sich nicht lange leeren, keine Fabrik, die auf dem neuesten Stand der Technik ist und bankrott geht, wird lange leerstehen. Irgendwann kommt der Punkt, wo jemand anderes in die Fabrik namens Japan einziehen wird.

Und die Alternative? In The Children Of Men, P.D. James Schreckensvision einer unfruchtbaren Welt, gibt es spezielle Puppen für Frauen, deren Mutterinstinkt unerfüllt bleibt: Vorgetäuschte Mütter gehen mit ihren künstlichen Kindern auf den Straßen spazieren oder zu den Schaukeln in den Parks. In Japan ist das kein Stoff für eine Schreckensvision mehr. Zu Beginn des Jahrhunderts haben die Spielzeughersteller festgestellt, dass sie ein Problem haben: Spielzeuge sind für Kinder und Japan hat nicht viele davon. Was also blieb zu tun? 2005 begann Tomy mit der Produktion einer neuen Puppe namens Yumel - ein Junge im Babyalter mit einer Auswahl von 1.200 Sätzen, der als Gefährte für Senioren dient. Er sagt nicht nur die üblichen Dinge - "Ich hab' dich lieb" - sondern stellt auch Fragen, die einem die Enkelkinder stellen würden, wenn man denn welche hätte: "Warum haben Elefanten so lange Nasen?" Yumel gesellt sich zu einem Freund, dem kuscheligen Ifbot, ein Spielzeug auf dem Gesprächsniveau eines fünfjährigen Kindes, bei dessen Herstellung mit gewohnter japanischer Effizienz darauf geachtet wurde, dass es gerade ausreichend Geplapper produziert, damit die alten Knacker nicht senil werden. Das scheint mir die passende Schlussbemerkung zum Sozialstaat zu sein: in einer kindischen, infantilisierten, egozentrischen Gesellschaft, in denen Erwachsenen alle Verantwortung abgenommen wurde, muss man niemals aufhören, mit Spielzeugen zu spielen. Wir sind selber die Kinder, die wir nie hatten.

Und warum sollte man es damit schon bewenden lassen? Ist es wahrscheinlich, dass eine immer kleiner werdende Zahl junger Menschen ihre aktiven Jahre damit verbringen wollen, sich um eine immer größer werdende Zahl alter Menschen zu kümmern? Oder wird es einfacher sein, all die innovative japanische Technologie zu einem guten Zweck zu verwenden und den Schritt in die postmenschliche Zukunft hin zu Mr. Roboto zu machen? Was wird sich für die regierende Klasse wohl als einfacher darstellen? Eine verhätschelte Bevölkerung von der Mutterbrust des guten Lebens zu entwöhnen und ihnen die verlorenen biologischen Antriebskräfte wieder beizubringen oder Sony die Lizenz zu geben, zu Clony zu werden?

Wenn Sie sich selber rechtfertigen wollen, können sie auf Grafiken zurückgreifen und sagen, der demographische Rückgang ist universell. Es ist wie mit der Industrialisierung vor ein paar Jahrhunderten; jeder bekommt sie letzten Endes, aber die ersten, die sei einführen, werden riesige Vorteile haben: der relevante Vergleich ist nicht der mit der Bevölkerungsexplosion im England des frühen 19. Jahrhunderts sondern der mit der industriellen Revolution in England. Im Industriezeitalter waren Arbeitskräfte entscheidend. Im neuen Technologiezeitalter sind Arbeitskräfte nur eine Option - und wenn dann tatsächlich die meisten der verfügbaren Arbeitskräfte Moslems sind, wirkt sich das sogar nachteilig aus. Wie es aussieht wird wahrscheinlich die fortschrittlichste Gesellschaft mit der am weitesten fortgeschrittenen demographischen Krise - Japan - das erste Gebiet sein, in dem Roboter und Klone bereitwillig angenommen werden und die sich damit auf den schlüpfrigen Abhang in die Transhumanität begibt.

Der demographische Anfang muss nicht auch das letzte Wort sein. 1775 schrieb Benjamin Franklin einen Brief an Joseph Priestly, in dem er vorschlug, ein gemeinsamer englischer Freund möge doch seinen Verstand auf die Rätsel lenken, mit der sich die Krone konfrontiert sah:

Großbritannien hat 3 Millionen Pfund dafür ausgegeben, bei diesem Einsatz 150 Yankees zu töten, was 20.000 Pfund pro Kopf ausmacht.... In der gleichen Zeit sind in Amerika 60.000 Kinder geboren worden. Aus diesen Daten kann er mit seinem mathematischen Gehirn leicht errechnen, wieviel Zeit und Geld es kosten wird, uns alle zu töten.

Franklin hat ganz offensichtlich zu sehr vereinfacht. Nicht jeder amerikanische Kolonist sah sich selber als Rebell. Nach der Revolution gab es massive Bevölkerungsverschiebungen: Wie "die Königstreuen", die United Empire Loyalisten, ganz genau wissen, zogen große Zahlen von New Yorkern weg und ließen sich in dem Gebiet nieder, das heute Ontario umfasst. Manche amerikanischen Schwarzen waren so begierig darauf, Untertanen von König George III zu bleiben, dass sie bis nach Sierra Leone umzogen. Für andere verdrängte die neue Identität als Amerikaner die Untertanentreue gegenüber der Krone. Die Frage für das Europa von heute ist, ob die Identität ihrer am schnellsten wachsenden Bevölkerungsschicht islamisch oder belgisch sein wird, islamisch oder holländisch, islamisch oder französisch.

Und hier kommt das zivilisatorische Vertrauen ins Spiel: Wenn "holländisch sein" oder "französisch sein" schwächlich und kraftlos zu sein scheint, dann wird die stärkere Identität siegreich bleiben. Man kann noch mehr Analogien zwischen Amerika zur Zeit der Revolution und dem zeitgenössischen Europa ziehen: Die Königstreuen, die United Empire Loyalisten waren älter und wohlhabender, die Rebellen waren jünger und ärmer. Am Ende fehlte es den letzteren schlicht und einfach an der Willenskraft der letzteren.

Europa hat wie Japan katastrophale Geburtenraten und eine anschwellende, verhätschelte, ältliche Klasse, die fest entschlossen ist, in Missachtung jeglicher ökonomischer Realität zu leben. Aber der Unterschied ist, dass die Nachfolgebevölkerung bereits anwesend ist und dass die einzige Frage, die sich noch stellt, die ist, wie blutig sich die Landübergabe gestalten wird.

Wenn Amerikas "Verbündete" nicht in der Lage sind, die Bedeutung von 9/11 zu erfassen, liegt das daran, dass sich Europas hausgemachte Terrorismusprobleme - wie zum Beispiel die in Nordirland oder im Baskenland - alle innerhalb bekanntermaßen statischer Bevölkerungen abgespielt haben. Man konnte ziemlich zuverlässige Vorausberechnungen darüber anstellen, wie wahrscheinlich es war, Nordirland auf etwas zu halten, was die zynischen Strategen in der Regierung Ihrer Majestät, als "akzeptablen Gewalt-Level" zu bezeichnen pflegten. Aber in den gleichen drei Jahrzehnten, in denen es "Trouble" in Nordirland gab, wurden die bis dahin moderaten islamischen Bevölkerungen Südasiens von einer politisierten Form des Islam radikalisiert; vormals formal nicht-islamische Gesellschaften wie die von Nigeria wurden halb-islamistisch und riesige islamische Bevölkerungen ließen sich in Teilen Europas nieder, die bis dahin kaum oder keine Erfahrungen mit Masseneinwanderung hatten.

Auf dem Kontinent und auch sonst überall im Westen, altern und verblassen die einheimischen Bevölkerungen und werden unerbittlich von einer jungen islamischen Demographie verdrängt.

Jetzt wird's Zeit für die oblagatorischen "Natürlichs" : Natürlich sind nicht alle Moslems Terroristen - obwohl genug von ihnen scharf darauf sind, dass der Djihad ihnen ein eindrucksvolles Moscheen-Netzwerk von Wien bis Stockholm, von Toronto bis Seattle herbeischafft. Natürlich unterstützen nicht alle Moslems Terroristen - obwohl genug von ihnen deren grundlegende Ziele teilen ( den Wunsch, in Europa und Amerika unter islamischem Gesetz zu leben), wobei sie entweder wissentlich oder auch nicht als der gute Bulle in einem islamischen Guter-Bulle-Böser-Bulle-Spiel fungieren. Aber zuallermindest bietet diese rasante demographische Transformation eine riesige Komfortzone, in der der Djihad sich ausbreiten kann. Und wenn man es etwas tiefergehend betrachtet, rationalisiert er etwas, was man ansonsten einfach nur komplett verrückte Forderungen von Terroristen wären. Wenn ein IRA-Mann einen Pub in die Luft jagt, tut er das im Widerspruch zur demokratischen Realität - weil er weiß, dass an der Wahlurne die königstreuen Nordiren die Wahlen gewinnen und die irischen Republikaner verlieren werden. Wenn ein europäischer Djihadist etwas in die Luft jagt, dann ist das nicht im Widerspruch zur demokratischen Realität, sondern nur ein böses Omen für die kommende demokratische Realität. Er spielt mit der Waffe, aber die Dinge entwickeln sich in jeder Hinsicht zu seinen Gunsten.

Vielleicht erinnern Sie sich vage daran, dass Sie Ende 2005 in den Abendnachrichten brennende Autos gesehen haben. Irgendetwas geht anscheinend in Frankreich vor sich. Etwas das mit --- wie war noch mal das Wort? -- "Jugendlichen" zu tun hat. Als ich mich über den merkwürdigen Widerwillen der Medien ausließ, das M-Wort für die randalierenden "Jugendlichen" zu gebrauchen, erhielt ich tonnenweise Emails, in denen argumentiert wurde, es wäre keine islamistische Komponente dabei, das wären nicht die Leute aus den Madrassen, sie mögen zwar Moslems sein, aber sie wären säkular und verwestlicht, stünden auf Drogen und Rap und inhaltslosen Sex ohne Gefühl, und würden randalieren und plündern und abfackeln und zerstören gerade so wie das eben jeder gesunde, normale westliche Teenager tut. Diese Jungs hätten wirtschaftliche Anliegen, es wäre der Mangel an Jobs, die Zustände, die sie Frankreich entfremden, usw. Wie ein Schreiber meinte: "Du Rechtsradikaler mit deinem Hirn voller Scheiße denkst, alles wäre nur Djihad."

In Wirklichkeit denke ich nicht, dass alles nur Djihad ist. Aber ich denke sehr wohl, wie ich sagte, dass gut 90 Prozent von allem auf Demographie zurückzuführen sind. Nehmen sie nur die Art und Weise, wie die Medien diese französischen Randalierer bezeichnen: "Jugendliche". Was ist das herausragende Merkmal von Jugendlichen? Sie sind jung. Nur sehr wenige Menschen in den Achtzigern wollen jede Nacht Renaults anzünden. Es ist nicht leicht, einen Molotowcocktail in eine Polizeistation zu werfen und dann mit der Gehhilfe quer über die Straße weg zu humpeln, bevor die sengende Hitze der Explosion das künstliche Hüftgelenk zerschmilzt. Ziviler Ungehorsam ist ein Spiel für junge Männer.

Im Juni 2006 stieg ein 54 Jahre alter flämischer Lokführer namens Guido Demoor in den Bus Nummer 23 in Antwerpen, um zur Arbeit zu fahren. Sechs - wie war das Wort nochmal? - "Jugendliche" stiegen in den Bus und begannen, die anderen Fahrgäste einzuschüchtern. Es waren ungefähr 40 Fahrgäste im Bus. Aber die "Jugendlichen" waren jung und die anderen Fahrgäste waren das etwas weniger. Dennoch forderte Herr Demoor die Jungs auf, das zu unterlassen und so wandten sie sich ihm zu, schlugen und traten ihn. Von den anderen 40 Fahrgästen griff keiner ein und half dem attackierten Mann. Stattdessen nahmen an der nächsten Haltestelle 30 der 40 Reißaus und überließen Herrn Demoor seinem Schicksal. Er wurde tot geschlagen. Drei "Jugendliche" wurden verhaftet und erwiesen sich - welche Überraschung! - als marokkanischer Herkunft. Der Anführer entkam und trotz der Zusage vollkommener Vertraulichkeit seitens der Polizei, kamen von jenen 40 Fahrgästen nur vier zum Gespräch mit den Ermittlern. "Man hat ja gesehen, wohin es führt, wenn man eingreift" sagte ein Eisenbahnerkollege gegenüber der belgischen Zeitung De Morgen. "Wenn Guido seinen Mund nicht aufgemacht hätte, wäre er immer noch am Leben."

Nein, wäre er nicht. Er wäre genau so tot wie es jene 40 Fahrgäste sind, wie der belgische Staat ist, mit gesenktem Kopf, Augenkontakt vermeidend, auf dem Sitzplatz hinter einer Zeitung zusammengekauert und in der Hoffnung, in Ruhe gelassen zu werden. Welche Zukunft haben Herrn Demoors zwei Kinder in "ihrem" Land? Meine Mutter und Großeltern kamen aus Sint-Niklaas, einer Stadt, an die ich mich von Besuchen in der Kindheit gut erinnere. Wenn wir bei Großtanten und anderen Verwandten wohnten, gab es dort keine Badezimmer in den Obergeschossen der Reihenhäuser, nur Nachttöpfe. Meine Schwester und ich durften zusammen mit unserem kleinen Cousin stundenlang ganz alleine in den Kopfsteinpflasterstraßen herumstreunen, wo wir ziellos herumwanderten, an verrauchten Bars und Cafés vobeikamen und ab und zu Pommes frites mit Mayonnaise kauften. In der Woche bevor Herr Demoor in aller Öffentlichkeit ermordet wurde, blieben die Busfahrer von Sint-Niklaas der Arbeit fern, um gegen das Rowdytum der -- und hier kommt's schon wieder - "Jugendlichen" zu protestieren. In wenig mehr als einer Generation hat sich eine Stadt so gewandelt.

Von der ethnisch belgischen Bevölkerung sind ungefähr 17 Prozent unter 18. Von der türkischen und marokkanischen Bevölkerung des Landes sind 35 Prozent unter 18. Die "Jugendlichen" werden immer zahlreicher, die Nicht-Jugendlichen werden älter. Um die schonungslose Rechenaufgabe Benjamin Franklins zu vermeiden, ist es notwendig, dass diese Jugendlichen sich "belgischer" fühlen. Ist das wahrscheinlich? Oberst Gaddhafi denkt das nicht:

"Es gibt Anzeichen dafür, dass Allah dem Islam den Sieg über Europa schenken wird - ohne Schwerter, ohne Gewehre, ohne Eroberungszüge. Die 50 Millionen Moslems Europas werden innerhalb weniger Jahrzehnte Europa zu einem islamischen Kontinent machen. "

Am 11. September 2001 wurde das amerikanische Kernland zum ersten Mal seit dem Krieg von 1812 angegriffen. Die Angreifer waren Ausländer - Saudis und Ägypter. Seit 9/11 hat Europa die Anschläge auf die Londoner U-Bahn, die Aufstände in Frankreich und die Morde an holländischen nationalistischen Politikern erlebt. Die Angreifer sind ihre eigenen Staatsbürger - British subjects, citoyens de la République française. Im österreichischen Linz verlangen Moslems, dass alle Lehrerinnen - gläubige wie ungläubige - im Unterricht Kopftücher tragen sollen. Der Muslim Council of Britain möchte, dass der Holocaust-Gedenktag abgeschafft wird, weil er sich "nur" auf den Holocaust der Nazis an den Juden bezieht und nicht auf Israels fortwährenden "Holocaust" an den Palästinensern.

Und wie reagiert der Staat? In Sevilla ist König Ferdinand III nicht mehr Schutzheiliger der jährlichen Fiesta, weil sein herausragender Beitrag im Kampf um die spanische Unabhängigkeit von den Mauren als unsensibel gegenüber Moslems empfunden wurde. In London gab ein Richter dem Ersuchen des Anwalts eines Moslems nach, Juden und Hindus aus der Jury auszuschließen, weil der damit argumentiert hatte, ein faires Urteil wäre von diesen nicht zu erwarten. In der Church of England denkt man darüber nach, den Heiligen Georg als Schutzheiligen des Landes zu entfernen, weil er nach Dafürhalten verschiedener anglikanischer Geistlicher zu "militaristisch" und "beleidigend gegenüber Moslems" sei. Sie wollen ihn durch den Heiligen Alban ersetzen und das St. Georgs-Kreuz von dem umgestalteten Union Jack entfernen, der dann stattdessen das St. Albans-Kreuz als dünnen gelben Streifen zeigen würde.

In einigen Jahren, wenn Millionen islamischer Teenager ins wahlberechtigte Alter kommen, werden manche europäische Länder zwar formal nicht unter der Scharia leben, aber sie werden - genauso wie Teile Nigerias - eine Übereinkunft mit ihren radikalisierten islamischen Landsleuten erreicht, die wie viele intolerante Typen Experten darin sind, die "Toleranz" pluralistischer Gesellschaften auszunützen. In anderen Ländern des Kontinents werden sich die Dinge wahrscheinlich etwas traditioneller abspielen, allerdings mit keinem grundlegend anderen Endergebnis. Welche der vielen Frontlinien des Islam man auch bevorzugt betrachtet, Tatsache ist, dass der Djihad gegen sehr zähe Gegner sehr lange durchgehalten hat. Wenn man nicht davor zurückschreckt, es mit den Israelis und Russen aufzunehmen, warum sollte man sich keine Chancen gegen Belgier und Spanier ausrechnen?

"Wir sind die, die Euch ändern werden." sagte der norwegische Imam Mullah Krekar 2006 gegenüber der Osloer Zeitung Dagbladet. "Schauen Sie sich einfach nur die Entwicklungen in Europa an, wo sich die Zahl der Moslems wie die Moskitos vermehrt. Eine westliche Frau in der EU bringt im Durchschnitt 1,4 Kinder zur Welt. Eine Muslima in denselben Ländern bringt 3,5 Kinder zur Welt." Und er fasste es folgendermaßen zusammen: "Unsere Art zu denken wird sich als machtvoller als Eure erweisen."
 
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Fjordman hat dieser Einschätzung auf Brussels Journal widersprochen. Die Übersetzung ist fast fertig. Ich denke, dass ich sie heute Abend noch einstellen kann.

 

28.11.06 18:43


Plastikwörter

Die Sprache einer internationalen Diktatur

 

 

In letzter Zeit ist es mir mehr und mehr unmöglich geworden, politischen Diskussionsrunden wie zum Beispiel Sabine Christiansen oder dem Presseclub zu folgen. Eigentlich bin ich ziemlich überzeugt davon, nicht übermäßig dumm zu sein, aber es gelang mir weniger und weniger, mich auf das in solchen Runden Gesagte zu konzentrieren. Am schlimmsten ist es, wenn Spitzenpolitiker anwesend sind. Ich nehme mir vor, meiner demokratischen Bildungspflicht nachzukommen, aber ich ertappe mich ständig dabei, dass ich abschweife, dass ich - während einer unserer gewählten Vertreter von der dringenden Notwendigkeit einer nachhaltigen Förderung der Integrationsbemühungen spricht - anfange, die Form seiner Ohren zu studieren, nach physischen Anzeichen von übermäßigem Alkoholkonsum in seinem Gesicht zu fahnden oder darüber zu sinnieren, welcher der Anwesenden die hässlichste Krawatte hat.

Wenn man richtig Glück hat, ist Claudia Roth dabei, die für eine Frau ein reiches Anschauungsfeld dafür bietet, welche Fehler man beim Styling auf keinen Fall machen sollte. Oder der Leipziger Imam mit dem Zauselbart: Er regt dazu an, sich männliche Personen aus dem Bekanntenkreis im Imam-Kostüm vorzustellen, und man muss lachen, wenn’s klappt. Sabine Christiansen selber taugt wunderbar dafür, das schlechte Gewissen darüber, dass man faul auf dem Sofa rumkuschelt und Rotwein plus Chips konsumiert, etwas zu minimieren. Ok. Man will zwar immer abnehmen (das ist ein unerschütterliches Naturgesetz), aber den Anblick vor Augen zu haben, dass das in Verbiesterung ausarten kann, ist tröstlich für die weibliche Seele.

Insofern bietet die Sendung immer noch ausreichend Möglichkeiten für kleine Freuden, aber den demokratischen Bildungsauftrag erfüllt das nicht so richtig im Wortsinn. Und woran liegt’s? Es liegt an der Sprache - an der Plastiksprache, um exakter zu sein. Das Wort ist nicht auf meinem Mist gewachsen, ich habe es von dem Sprachwissenschaftlicher Uwe Pörksen übernommen, der das Buch Plastikwörter - Die Sprache einer internationalen Diktatur geschrieben hat. Bei Wikipedia ist kurz erklärt, was er damit meint. Es hat mir nicht gereicht, ich habe mir das Buch gekauft, weil ich glücklich war, dass endlich mal jemand - dazuhin noch ein Fachmann - das ausspricht, was mir schon lange auf die Nerven geht.

Er geht sehr wissenschaftlich vor, ich habe keine Ahnung von Linguistik und daher ist das Buch nicht leicht zu lesen, aber es lohnt sich dennoch. In Kürze definiert er Plastikwörter als Wörter, die einen großen Anwendungsbereich haben, aber wenig aussagen.

Er beschreibt, dass Wörter grundsätzlich einen „Hof“ haben - vergleichbar dem Hof des Mondes. Das ist bei den meisten Wörtern so, z.B.[das Beispiel ist von mir, nicht von Pörksen] hat das Wort „Biergarten“ neben dem, was es tatsächlich bezeichnet, den „Hof“ von feuchtfröhlichem Zusammensein in einer lauen Sommernacht. Für einen strenggläubigen Moslem dürfte es diesen „Hof“ nicht haben, sondern eher den der ungläubigen Sündigkeit. „Biergarten“ ist aber selbstverständlich kein Plastikwort sondern dient hier nur als Beispiel dafür, was der „Hof" eines Wortes ganz allgemein ist, den selbstverständlich auch normale Wörter haben. Nur ist der Hof im Verhältnis zum Inhalt hier sehr klein, es ist ohne weiteres möglich, im Gespräch mit einem strenggläubigen Moslem das Wort „Biergarten“ zu verwenden, wobei jeder eindeutig weiß, was gemeint ist.

Anders bei Plastikwörtern. Bei ihnen ist der „Hof“ verhältnismäßig riesengroß und der Inhalt vernachlässigbar und manchmal sogar nahe Null. Plastikwörter zeichnen sich fast immer dadurch aus, dass sie aus der Alltagssprache (sehr oft aus der lateinischen Sprache, die ja auch einmal die Alltagssprache der Römer war) in die Wissenschaftssprache ausgewandert sind, dort eine „Adelung“ erfahren haben und wieder zurück in die Alltagssprache gewandert sind. Er zählt Worte wie Identität, Entwicklung, Transport, Modernisierung, Kommunikation auf, aber auch Energie, Sexualität und Partner.

Besonders einfach ist es bei dem Wort Information zu erkennen, weil dieses erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts seine Adelung durch die Wissenschaft erfahren hat - durch die Computerwissenschaft oder eben die Informatik. In die Alltagssprache zurückgekehrt hat Information den Hof, etwas wissenschaftlich Fundiertes zu sein. Wir würden niemals auf die Idee kommen, harmlosen Nachbarschaftstratsch als Information zu bezeichnen, obwohl er das in Wirklichkeit ja auch ist. Wir unterscheiden also beim Gebrauch des Wortes im privaten Umgang damit sehr wohl, welchen Wert wir der "Information" zumessen, im allgemeinen gebrauchen wir das Wort nur für Informationen, die wir für sachlich und weitgehend korrekt halten. Nachrichten aus den Medien bezeichnen wir ebenfalls als Information - und hier liegt der Hund begraben: Weil für uns das Wort Information den Hof des Seriösen und Sachlichen hat, nehmen wir unbewusst alles, was sich uns als Information darbietet - und möglichst noch in einer formal sachlichen Sprache, die mit weiteren Plastikwörtern gespickt ist, daherkommt - viel zu leicht als bare Münze.

Plastikwörter nehmen uns mit ihrer trügerischen Wissenschaftlichkeit unser Misstrauen ( das wir bei schreiend aufgemachten Nachrichen wie z.B. denen aus der BILD-Zeitung durchaus bewahren) und machen uns anfällig für Propaganda. Niemand verwendet mehr Plastikwörter als Politiker - ja sie kreieren sie sogar in wachsender Zahl.

Pörksens Buch ist aus dem Jahr 1988, von Wende und Wiedervereinigung war noch keine Spur in Sicht. Er kommt aber zu dem Schluss, dass Plastikwörter weltweit blockübergreifend vorkommen und untersucht sie im Fall der deutschen Sprache an je einem Anschauungsbeispiel in Ost und West. Für die DDR wählt er das Wort Entwicklung, für die BRD das Wort Sexualität, weist aber darauf hin, dass beide Worte in beiden deutschen Staaten als Plastikwort Karriere machten. Beim Lesen eines 18 Jahre alten Buches kommen naturgemäß Gefühle „Ach, was war damals noch alles einfach“ und „Ach, wenn Du wüsstest....“ -Gedanken gegenüber dem Autor auf. So ging es auch mir.

Die Plastikwörter, die Pörksen beschreibt, erscheinen mir aus heutiger Sicht harmlos. Inzwischen sind es nicht mehr nur Sexualität, Entwicklung, Information, wir haben Wörter wie Integration, Migrationshintergrund, Dialog und sogar regelrechte Plastikwortungetüme wie Konfliktmanagement und Deeskalationsstrategien. Sie vermehren sich wie die Karnickel und sie sind die Ursache dafür, dass es mir immer schwerer fällt, Politikern zuzuhören. Mit dem geflügelten Wort „mit viel Worten wenig über nichts sagen“ lässt es sich, das was nervt, ganz gut auf den Punkt bringen.

Gelegentlich wurde mir schon vorgeworfen, ich könne nicht differenzieren, bzw. würde das , wenn ich über den Islam schreibe, nicht tun. „Natürlich kann ich das und sogar ziemlich gut“ ist man versucht, mit mathematischer Arroganz zu erwidern „Aber kannst Du es? Kannst Du (cos x + sin²x / ln x) differenzieren?“ Die meisten können’s nicht, aber eine solche Erwiderung ist natürlich ungehörig.

Das Wort differenzieren ist ein typisches Plastikwort, es kommt aus der schönsten und reinsten Sphäre der Wissenschaft, aus der Mathematik, wo es allerdings fast immer transitiv benutzt wird, d.h. die Aufforderung: „Differenzieren Sie!“ ist in der Mathematik unsinnig, es muss immer hinzugefügt werden, was differenziert werden soll, z.B. die Funktion f(x). Bei der Rückwanderung in die Alltagssprache hat das Wort sein Akkusativobjekt verloren. Allerhöchstens hat es noch ein Anhängsel mit dem Wörtchen „zwischen“ (zwei oder mehreren Dingen). Aber auch das ist weitgehend überflüssig geworden. „Sie sollten lernen, zu differenzieren“ genügt vollkommen als Aussage, mit der man einen Gesprächspartner diffamieren und als Dummkopf hinstellen kann - man kann dazu sogar selber ein Dummkopf sein, es ist nicht notwendig, dass man das „differenzieren“ näher erläutert.

Leider. Leider lassen wir Menschen mit solchen dümmlichen Blendereien viel zu häufig durchkommen, indem wir uns rechtfertigen, dass wir sehr wohl differenzieren können. Falsch ist es, Mathematikwissen rauszuhängen wie im Beispiel oben, aber warum sollten wir auf eine solche Aufforderung nicht nachfragen, was wir denn differenzieren sollen, bzw. zwischen welchen Dingen wir differenzieren sollen, bzw. wie derjenige, der uns dazu auffordert, das anstellt und nach welchen Kriterien und Regeln er beim Differenzieren vorgeht? Ich habe darauf noch nie eine Antwort bekommen, die was taugt. Meistens gar keine.

Noch ein Beispiel von einem Migrantenwort aus der Mathematik: Integration. Integrieren ist mathematisch das Gegenteil oder das Rückgängigmachen von differenzieren, so wie multiplizieren mit 3 das Rückgängigmachen von dividieren durch 3 ist. Wenn man eine Funktion zunächst differenziert und das Ergebnis dann integriert, erhält man - vereinfacht - wieder die ursprüngliche Funktion. Das hat nichts aber auch gar nichts damit zu tun, wie das mit mathematischen Weihen ausgestattete Plastikwort „Integration“ in der Alltagssprache benutzt wird. Tatsächlich kann man stunden- oder gar tage- und jahrelang über Integration debattieren, ohne dass es notwendig ist, dass beide Gesprächspartner das gleiche meinen. Ja, man kann es sogar, ohne dass das jemals auffällt. Klassischer kann ein Plastikwort gar nicht sein.

Assimilation - ebenfalls ein lateinisches Wort aber eher kein Plastikwort - drückt deutlicher als Integration aus, was man von Einwanderern erwarten darf und sollte. Aufgrund dieser Deutlichkeit ist es wohl in der so genannten Integrationsdebatte verpönt. Unter Integration kann der eine sehr wohl Assimilation verstehen, der andere hingegen versteht darunter, dass ein Einwanderer einfach nur im Land lebt, Antragsformulare ausfüllen kann, falls anfällig Steuern und Sozialversicherungen bezahlt, die in Deutschland üblichen Produkte des Lebensstandards besitzt ( Auto, Handy, Kühlschrank) und ansonsten seine Identität wahrt. Mit Identität ist schon das nächste Plastikwort im Anmarsch. Umfasst sie das Kopftuch oder nur die Abneigung gegen Schweinefleisch? Umfasst sie nur die Form des Nachtgebets oder auch die Ansicht, der Islam müsse letztendlich die gesamte Welt beherrschen? Umfasst sie das Erlernen türkischer Gedichte oder umfasst sie auch die allgemeine Weigerung, sich mit deutscher Kultur und Bildung zu befassen?

Keine Ahnung? Sehen Sie: das ist der Sinn von Plastikwörtern.

Sie klingen gut - jeder ist selbstverständlich für mehr Integration, auch der Leipziger Imam aus der Sabine Christiansen Sendung ist das: Er stellt sich unter Integration wahrscheinlich mehr Moslems in wichtigen staatlichen Positionen vor (wobei ihre mangelnde Eignung dazu unsere Schuld ist und wir daher verpflichtet sind, sie zu integrieren), während sich manche Politiker darunter vorstellen, dass sich Moslems so integrieren, wie das beispielsweise ein russischer Professor (und dessen Familie) tut, der einem Ruf an eine deutsche Universität gefolgt ist. Manche Politiker neigen wohl dazu, bei der Integration dem Imam zuzustimmen. Aber sie sagen es nicht explizit, sie sagen lediglich: „wir brauchen eine nachhaltige Integrationsförderung“ und gut ist. Was soll man dagegen einwenden? Förderung ist übrigens auch ein Plastikwort, man kann von Förderung als Forderung (mit Sanktion bei Verweigerung) bis hin zur sinnlosen Ausschüttung von Geldern sehr Unterschiedliches damit meinen.

Migrationshintergrund? Rassismus? Dialog? Plastikwörter ohne Zahl überschwemmen uns. Dialog, ein Wort, das seine Weihen in der Theaterwissenschaft erhielt, bedeutet zunächst einmal nur ein Gespräch zwischen zwei Personen (oder erweitert: zwei Gruppierungen). Ganz ohne Wertung kann ein Dialog von einem hitzigen Zank über ein offenes hartes Gespräch bis zu unterwürfiger nichtssagender Anschleimerei alles bedeuten und er endet keineswegs zwangsläufig mit etwas Gutem. Wie wir wissen, endete ein Dialog zwischen Othello und Desdemona damit, dass letztere am Ende des Dialogs tot war.

Häufig wär’s besser gewesen, man hätte einen Dialog nicht geführt. Wir alle erinnern uns aus dem Privatleben an Dialoge, die wir bereuen. Von der Politik wird er uns- vom Umgang mit jugendlichen Verbrechern bis zum Umgang mit der islamischen Welt ganz allgemein - als Allheilmittel für alles verkauft. Dialog ist immer gut, wer ihn ablehnt, ist engstirnig, böse und im schlimmsten Fall jemand, der Krieg für eine tolle Sache hält.

Wie aber kommt Uwe Pösken dazu, im Zusammenhang mit Plastikwörtern von einer internationalen Diktatur zu sprechen? Nun, das international ist leicht erklärt. Beim Übersetzen der Fjordman-Artikel ist mir aufgefallen, dass ihm offenbar exakt die gleichen Wörter aufstoßen wie mir: Migration, Vielfalt, bunte Gemeinschaft, Rassismus, Diskriminierung, Bereicherung etc. Er ist Norweger und schreibt auf Englisch. Weltweit - zumindest im Westen - haben die gleichen Plastikwörter Karriere gemacht. Aber warum haben sie den Geruch einer Diktatur?

Betrachten wir die diktatorischste aller Diktaturen: Die der Nazis. Hatten die Nazis Plastikwörter? Natürlich hatten sie welche! Rasse, Volksschädling und natürlich Arier fallen mir sofort ein, es gibt ungezählte mehr, sie haben eine ganz neue, sehr technokratische und pseudowissenschaftliche Sprache entwickelt. Man kann davon ausgehen, dass dies keine zufällige Marotte der Nazis war, die mit ihrer teuflischen Ideologie nichts zu tun hatte, sondern dass dies ein Mittel war, die Ideologie durchzusetzen. Die gesamte Rassenlehre der Nazis, die wissenschaftlicher Unfug war, erhielt durch Plastikwörter die wissenschaftliche Adelung, mittels derer sie sich letztlich bei einem gebildeten Volk, das sich selber für "modern" hielt, leider sehr weit durchsetzen konnte. Mit einem schlichten "Juden sind teuflisch und trinken Blut" des MIttelalters (und auch heute noch in Teilen der islamischen Welt) hätte das nicht funktioniert. Die wissenschaftliche Adelung war zu dem Zeitpunkt in einem Hochtechnologie-Land erforderlich.

Weist die derzeitige Überschwemmung mit Plastikwörtern darauf hin, dass wir uns schon wieder auf dem Weg in eine Diktatur befinden? In eine ganz neuartige Diktatur, die schwer als solche zu erkennen ist, eine Art Stealth-Diktatur?

Uwe Pösken geht nicht sehr tief auf politische Zusammenhänge ein, er ist eindeutig Sprachwissenschaftler und beschränkt sich vor allem auf sein Fachgebiet. Darüber hinaus war das 1988 auch noch lange nicht so leicht erkennbar, es gereicht ihm sehr zur Ehre, dass er durch sein Wissen und sein unglaublich feines Sprachgefühl schon damals erkannt hat, das das vermehrte Aufkommen von Plastikwörtern ( das sich in den seither vergangenen 18 Jahren ins Maßlose gesteigert hat) die Vorboten und/oder Begleiterscheinungen einer aufkommenden Diktatur sind. Damals hat das außer ihm wohl noch kaum jemand so feinsinnig erkannt. Also ich zum Beispiel ganz bestimmt nicht!

Sprache ist das wichtigste Mittel der Diktatur und wenn ein Diktator und seine Handlanger sie vollkommen beherrschen könnte, bräuchten sie in der Tat keine Gulags mehr. Political Correctness ist die Diktatur, die das Mittel der Sprache besser beherrscht als jede andere Diktatur zuvor, deshalb ist es auch so schwer zu erkennen, dass sie überhaupt eine Diktatur ist. Man verbindet Diktatur mit Folterkellern, wenn man sich aber näher Gedanken darüber macht, so ist der Folterkeller in der Diktatur kein Selbstzweck. Im Grunde ist das Ziel jeder Diktatur, die Bevölkerung zu so vollständiger Gefolgschaft zu bringen, dass keine Folterkeller mehr notwendig sind. Die theoretisch perfekte Diktatur kommt ganz ohne Folterkeller aus. Es gibt sie natürlich nicht.

Die Diktatur der Political Correctness benutzt keine Folterkeller, das ist ihr in unserem Rechtsstaat nicht möglich. Sie arbeitet mit verbaler Ausgrenzung und Diffamierung von Gegnern und wir sind so sensibel geworden, dass das bei den meisten von uns schon ausreicht, um uns auf Linie zu bringen. Ich habe mir schon überlegt, was Widerstandskämpfer vergangener Zeiten und aus heutigen echten Diktaturen wohl von uns denken würden, wenn wir sagen

"Jaaaa, ich denke ja auch anders, aber wenn ich meine Meinung sage, werde ich als Rassist/Nazi/menschenverachtend etc. beschimpft, deshalb lass ich das lieber".

"Und?" würde der echte oder aus Angst verhinderte Widerstandskämpfer aus einer anderen Welt fragen. "Und? Was passiert mit Menschen die als Rassist/Nazi/menschenverachtend beschimpft werden? Haft? Folter Todesstrafe?"

Und man müsste beschämt zugeben "Ähh nein, eigentlich nichts weiter. Eigentlich war's das schon. Man wird halt so bezeichnet. Mehr nicht."

Peinlich? Ja und wie! Wer so argumentiert, sollte nie wieder auch nur ein abfälliges Wort über all die feigen Mitläufer der Nazi-Zeit verlieren. Die hätten ihre Freiheit, Gesundheit, ihr Leben aufs Spiel gesetzt, wir kneifen häufig schon vor Worten.

Wir überlassen den Plastikwörtern sehr viel Macht, oder? Vielleicht sollten wir uns einfach mal wieder an das alte Sprichwort erinnern "Stock und Stein bricht mein Bein, Worte bringen niemals Pein."

Die Diktatur der Political Correctness bedient sich vor allem der Gedankenkontrolle durch Sprachkontrolle, sie verwendet dazu nicht ausschließlich Plastikwörter, aber sie nutzt sie häufig, geht meisterlich damit um und kreiert ständig neue. Das betrifft inzwischen nicht mehr nur die politischen und medialen Eliten, es ist auch im alltäglichen Umgang üblich geworden.

Mein obiges Beispiel „Du solltest differenzieren lernen“ oder auch „Wie kannst Du den Dialog ablehnen?“ oder auch „Du bist ein Rassist“ sind Plastiksätze mit Plastikwörtern, mit denen man Menschen zum Schweigen bringen kann. Die Methode ist sehr viel subtiler als die der Gewaltandrohung, es ist weniger Angst, die wirkt (obwohl die auch dabei ist) sondern viel mehr ein Ausnützen unserer Eitelkeit, aber der Effekt ist leider derselbe. Dinge beim Namen nennen gilt als politisch inkorrekt, mit Plastikwörtern um sich zu werfen, gilt als seriös, gebildet und nachdenklich. Seriös, gebildet und nachdenklich wollen wir alle sein! Und die Plastiksprache bietet so leicht die Möglichkeit, es zu werden, während man mit inhaltsvoller Sprache stets Gefahr läuft, in der Eitelkeit verletzt zu werden, indem man mit Stammtischniveau (auch ein Plastikwort!) in Verbindung gebracht wird. Und so kann man uns mehr durch Eitelkeit denn durch Angst korrumpieren, uns der Leerformel-Sprache anzupassen.

Plastikwörter - von Politikern gebraucht - vermitteln auch den Eindruck, dass kompetente Menschen am Werk sind, die etwas tun und Probleme in Angriff nehmen. Spricht sich jemand für nachhaltige Integrationsförderung aus, so entsteht im Kopf des Zuhörers der Gedanke „Oh ja. Das ist wichtig. Die islamische Parallelgesellschaft ist ein Problem, der Mann/die Frau kümmert sich drum.“ Das tut dieser Politiker unter Umständen mitnichten! Oder auf eine ganz andere Weise, als man sich das vorstellt.

Was können wir tun?

Zunächst einmal können wir, wo Plastikwörter verwendet werden, höflich darum bitten, sie zu präzisieren. Wer von uns verlangt, zu differenzieren sollte bitte erklären, zwischen was und nach welchen Kriterien. Wer uns von kultureller Bereicherung erzählt, sollte bitteschön erklären, was er grundlegend für bereichernd für eine Gesellschaft hält und warum. Wer uns „Rassist“ oder gar „Nazi“ (beides inzwischen leider zu Plastikwörtern geworden) ins Gesicht spuckt, sollte bitte diese Worte definieren. Er wird daran scheitern, eine Definition zu finden, die sowohl auf die Menschen passt, die damit ursprünglich gemeint waren und demjenigen, dem er nur das Maul stopfen will.

Wichtig ist auch, dass man selber versucht, sich Plastikwörter im eigenen Sprachgebrauch abzugewöhnen. Wir benutzen sie alle und sie sind ja auch reizvoll und bequem. Aus meiner Abiturzeit weiß ich noch ( und erst kürzlich hat mich ein junger Mann darauf hingewiesen, dass das immer noch aktuell ist), dass man bei der Übersetzung von Texten bei Worten, deren Bedeutung man nicht kennt, als Ausweg gern nach einem möglich schwammigem deutschen Begriff sucht - also einem Plastikwort. Natürlich verbindet man damit die Hoffnung, dass sich der Lehrer beim Korrigieren schon den geeigneten passenden Inhalt hineindenken wird. Das sei den jungen Leuten von Herzen gegönnt, wenn's klappt - Plastikwörter haben auch ihre harmlose und vollkommen verständliche Anwendung. Wir kommen nicht ganz ohne sie aus - und wir würden's auch nicht schaffen, wenn wir's uns vornehmen würden.

Aber wenn Politiker, Journalisten und andere "Eliten" das Volk mit Plastikwörtern geradezu überschwemmen, dann schaffen sie eine gefährliche Kunstwelt, in der Schein und Sein verschwimmen, dann hintergehen und betrügen sie ihre Zuhörer auf eine hinterhältige Weise. Und das ist absolut nicht in Ordnung.

Uwe Pörksen empfiehlt, nach inhaltsvolleren Synonymen zu suchen und diese konsequent zu verwenden. Inzwischen sind wir schon so weit, dass man damit aneckt. Wer von Assimiliation anstatt von Integration spricht, erntet Widerspruch bis dahin, den Nazis zu gleichen ( was Blödsinn ist, denn die Nazis wollten alles andere als Assimiliation, sie arbeiteten während der ersten Zeit ihres Regimes daran, die perfekt assimilierten Juden künstlich zu ent-assimilieren).

Im Grunde ist es wohl schon ein erster wichtiger Schritt, überhaupt zu wissen, dass es Plastikwörter gibt und einen Sensor dafür zu entwickeln. Viele haben den bereits, aber er äußert sich häufig in diffuser emotionaler Abneigung, auf die man den Finger nicht konkret legen kann. Oft drückt sich die unbewusste Erkenntnis, dass man mit Plastikwörtern und ganzen Plastiksätzen zugemüllt wird, dadurch aus, dass man denkt „Was ein hohles Geschwätz“ - aber immer mit der Besorgnis im Hintergrund, es wäre wahrscheinlich gar kein hohles Geschwätz, sondern man wäre selber nur zu unwissend und dumm, dieser wissenschaftlich anmutenden Rede intellektuell zu folgen und ihren hochwertvollen Inhalt zu verstehen.

Ich würde empfehlen: Wann immer Sie „hohles Geschwätz“ denken, gehen Sie nicht selbstkritisch in sich, sondern lieber davon aus, dass es tatsächlich hohles Geschwätz ist. Sie werden sehr selten daneben liegen.

17.11.06 13:34


Warum hassen sie uns?

Wer erinnert sich nicht an die Frage, die sich so viele Amerikaner nach dem 11. September 2001 gestellt haben? Nun, ich bin der Ansicht diese Frage ist längst beantwortet, deshalb stelle ich sie hier auch nicht. Ich meine mit „sie“ nicht die Moslems.

Vor einigen Jahren habe ich gelegentlich Gerichtsshows im Fernsehen gesehen. Ja, in Ordnung: Schande über mich. Aber das ist jetzt egal. An eine erinnere ich mich noch und sie passt hier ganz gut als Analogie.

Ein 17-jähriges Mädchen klagte vor dem Familiengericht gegen ihre Eltern das Recht ein, zu Hause ausziehen zu dürfen. Es war ein nettes, ruhiges Mädchen, eine gute Schülerin, nicht auf irgendwelchen Teenie-typischen Abwegen, sondern normal, freundlich und unproblematisch. Die Eltern waren wohlhabend, kultiviert, gebildet, liberal und wirkten ebenfalls freundlich und ihrer Tochter liebevoll zugetan. Darüber hinaus waren sie sozial engagiert und das war das Problem. Das Haus war voll mit vier Pflegekindern, denen die ganze Fürsorge der Eltern galt. Sie argumentierten, sie würden selbstverständlich ihre Tochter lieben, aber sie sei in einem behüteten Umfeld aufgewachsen, und daher vernünftig, unkompliziert und nicht gefährdet, abzurutschen, während die Pflegekinder allesamt eine schwere Kindheit gehabt hatten und harte Problemfälle waren und daher mehr Aufmerksamkeit bräuchten. Diese Problemfälle spazierten in das Zimmer des Mädchens, „liehen“ sich dort aus, was sie brauchten, brachten es kaputt oder gar nicht zurück, hinterließen Dreck und Chaos und sorgten ständig für Geschrei und Theater, sodass es dem jungen Mädchen auch langsam peinlich wurde, ihren Freund oder Freundinnen einzuladen. Auf ihre Beschwerden bei den Eltern reagierten diese mit dem Hinweis, die Pflegegeschwister wären eben aufgrund ihrer tragischen Vorgeschichte noch schwierig, sie hingegen wäre doch „vernünftig“ und „eine starke Persönlichkeit“, sie solle einfach nur „Verständnis“ haben, das würde schon mit der Zeit besser werden.

Kommt uns das nicht bekannt vor?

Auch dieses junge Mädchen hat sich fassungslos gegenüber ihren Eltern die Frage gestellt: „Warum tun sie mir das an, warum hassen sie mich?“

Warum hassen unsere Politiker uns?

Wie die Eltern aus der Gerichtsshow würden sie selbstverständlich – darauf angesprochen – versichern, dass das nicht der Fall ist, dass sie uns keineswegs hassen. Vielleicht stimmt das sogar. Vielleicht sind wir ihnen ja einfach nur zu langweilig?

Wir funktionieren einigermaßen, wir machen keine größeren Probleme, wir sind als Objekt, an dem man Großes und Gutes vollbringen kann, einfach nicht geeignet. Wir taugen nicht als Spielzeug für Menschen, die davon besessen sind, die Welt zu verbessern, wir taugen nicht als Erziehungsobjekte für Menschen im kranken Pädagogik-Wahn. Wir stören sie nur ein bisschen dabei, ihren Größenwahn, eine perfekte Welt zu erschaffen, auszuleben.

Der Unterschied zu meinem Beispiel ist, dass das junge Mädchen nicht für den Lebensunterhalt der Pflegekinder zahlen musste, das haben dann schon die Eltern selbst getan. Da geht’s uns ein bisschen schlechter, obwohl ich durchaus manchmal den Eindruck gewinne, dass die Politiker denken, das Steueraufkommen wäre ihr Geld, nicht unseres.

Mit Verbrechern, die als „Opfer der Gesellschaft“ betrachtet wurden, fing’s an. Auf Kosten und teilweise auch unter unnötiger Gefährdung der (langweiligen) Trottel wurde eine gigantische Sozialarbeiter-Industrie aufgebaut, in der unzählige Weltverbesserer Lohn und Brot fanden. Aber nicht genug damit! Irgendwann haben diese Leute die Moslems entdeckt. Ein weites Feld, um sich pädagogisch auszutoben. Vom Rütli-Schüler über die nicht ausreichend frauenbewegte Kopftuchtürkin bis hin zum Terrorunterstützter: Alles Menschen, die nach den Segnungen der Gutmenschen zu hungern schienen, alles Aliza Doolittles, die einen Henry Higgins brauchen. Und da arbeiten sie jetzt dran.

Halten Islamkonferenzen ab, suchen den Dialog, werben für Verständnis, bringen manchmal sogar etwas Strenge ein („die Härte des Gesetzes“ blablubb) und erklären uns, dass wir „vernünftig“ genug sein sollen, ihre hehre Lebensaufgabe nicht damit zu torpedieren, indem wir ihre Schützlinge nicht „annehmen“ oder gar Zweifel daran äußern, dass das Projekt „Wir erziehen Moslems zu freiheitsliebenden Demokraten, die uns einst im Altersheim pflegen und unsere Rente zahlen“ jemals erfolgreich sein wird. Wenn man diese Zweifel äußert, dann werden sie gehässig. Sie werden das neuerdings sogar schon, bevor sie überhaupt jemand äußert. Das erkennt man daran, wie sie jedes Mal, wenn ihre Schützlinge sich allzu mies benehmen, schon vorsorglich vor einem Generalverdacht warnen.

Man fragt sich deshalb: „Wenn niemand diesen Generalverdacht äußert, wie kommen unsere edlen Eliten denn überhaupt auf die Idee, es könne einen geben?“ Man könnte fast glauben, sie hegen diesen Generalverdacht insgeheim selber und gehen daher davon aus, dass es andere auch tun. Genau genommen glaube ich sogar, dass es ganz genau so ist.

Warum verspeiste Claudia Roth unter Blitzlichtgewitter einen Döner, als die Döner-Gammelfleisch-Affäre bekannt wurde? Keine einzige Zeitung hatte geschrieben, alles Dönerfleisch ist eklig und alles andere Fleisch ist in Ordnung. Niemand hat zu einem Pogrom gegen Dönerbuden aufgerufen – nicht einmal zu einem Boykott – und dennoch sah sich Claudia Roth genötigt, durch den Fototermin einen Generalverdacht zu zerstreuen. Wer hatte denn da einen Generalverdacht? Meiner Ansicht nach ganz eindeutig: Claudia Roth! Sie erlaubte ihn sich zwar nicht, aber sie hatte ihn oder dachte zumindest, dass er verdammt nahe liegend ist.

Sie ging dabei sogar noch weiter als lediglich einen „General“verdacht zu zerstreuen. Sie sagte nämlich nicht: „Keineswegs alle Döner bestehen aus Gammelfleisch“ – etwas, das sowieso jeder wusste und wofür man keine Claudia Roth gebraucht hätte. Nein, sie sagte: „Döner und Qualitätsmangel schließen einander aus.“ Das ist nicht einen Generalverdacht zerstreut, das ist angesichts der vorausgegangenen Enthüllungen eine offene platte und für jeden nachprüfbare Lüge.

So verhalten sich Menschen, denen der Arsch auf Grundeis geht.

Weiter zum Idomeneo-Skandal: Die Aufführung wurde abgesagt und Wolfgang Schäuble hatte nichts Besseres zu tun, als frech zu lügen, er samt allen Moslems von der Islamkonferenz würden die Aufführung besuchen. Hallo, Herr Schäuble? Ticken Sie eigentlich noch richtig? Wie kann man eine Aufführung besuchen, die abgesagt wurde? Man kann zur Absage stehen wie man will (entweder vorauseilende Unterwerfung, pragmatische Reaktion auf wirklich ernsthafte Warnungen von Sicherheitsbehörden oder theatralische Show, um eine miserable Inszenierung zu pushen…. wobei ich inzwischen zu letzterem tendiere), es ist nicht Aufgabe des Innenministers, dem Opernhaus zu befehlen, die Aufführung doch stattfinden zu lassen, nur weil er es toll findet, ein paar Moslems dafür anheuern zu können, ihn beim Lügen zu unterstützen. Ali Kizilkaya vom Islamrat hat ihm dann dankenswerterweise auch einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem er sagte, dass er keineswegs zugestimmt habe. Recht hat er da. Kein normaler Mensch verlangt von einem Moslem, dass er Geld dafür ausgibt, sich anzusehen wie Mohammed geköpft wird. Kein normaler Mensch würde von einem frommen Christen oder Buddhisten erwarten, dass sie sich diese unsägliche Mozart-Verhunzung antun müssen. Nur Schäuble nahm die Sache zum Anlass, platt und offen, nachprüfbar und völlig grundlos übertrieben zu lügen.

So verhalten sich Menschen, denen der Arsch auf Grundeis geht!

Es gibt mehr solcher Beispiele und ich sehe sie als untrügliches Zeichen dafür, dass unsere Politiker wissen, was in den letzten 30 Jahren angerichtet wurde und jetzt mit dem Rücken zur Wand Auswege suchen, es zu verbergen und dabei immer offensichtlicher und dreister lügen.

Leider kommen sie damit durch. Warum?

Ich mache mir nicht umsonst die Mühe, Fjordmans Essays zu übersetzen. Ich stimme seiner Analyse zu, halte es für extrem wichtiig, dass möglichst viele Menschen sie lesen und sich dadurch zum Nachdenken anregen lassen. Ich halte die Eurabia-Theorie von Bat Ye’Or für erwiesen. Es gibt keinen Beweis im mathematischen Sinne dafür, aber den gibt es für fast gar nichts im wirklichen Leben. Alles, was wir für wahr halten, entsteht durch einen Wahrscheinlichkeits-Mechanismus in unserem Kopf, der ab einer gewissen Schwelle ( die sich natürlich nicht als Prozentzahl ausdrücken lässt) die Indizien als ausreichend ansieht, um etwas als Fakt anzuerkennen. Wer diese Schwelle zu niedrig oder zu hoch (!) ansetzt, wird zum Verschwörungsspinner. Es ist nicht ganz leicht, sie stets richtig zu legen. Bei mir ist bzgl. Der Eurabia-Theorie die Schwelle erreicht, ab der ich die Indizien für ausreichend halte, ich kann aber nachvollziehen, wenn das nicht bei jedem der Fall ist.. Es ist schwierig.

Was mir bei der Eurabia-These stets Kopfschmerzen bereitet hat, war die Frage, warum heutige Politiker die Eurabisierung Europas weitertreiben. Ihre Initiatoren sind ja zum großen Teil tot oder aus der aktiven Politik zurückgezogen. Wenn man damals noch denken konnte, man werde den Tiger Islam schon reiten können, um sich zuverlässigen Ölfluss zu garantieren, eine Gegenmacht zu den USA aufzubauen und eine moderne Variante zu schaffen, Antisemitismus und Antiamerikanismus salonfähig und ehrbar auszuleben… so kann man das doch heute nicht mehr ernsthaft glauben! Dennoch wird das Projekt ganz offensichtlich auch von der neuen Politikergeneration weitergetrieben. Und dafür hat mir lange eine plausible Begründung gefehlt.

Das Bestreben der Alt-68er, die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören, wird manchmal als Grund genannt. Das mag sein.. Der Islam ist wohl das weltweit geeignetste Werkzeug, Gesellschaften zu zerstören. Aber es reicht nicht als Erklärung. Die CDU besteht nicht aus Alt-68ern und die SPD auch nur zum Teil. Sie machen aber auch mit. Und auch echten linken Möchtegern-Gesellschaftszerstörern wird wohl so langsam dämmern müssen, dass der Islam nicht wirklich das ist, das sie statt der Spießbürgeridylle haben wollten.

Deshalb glaube ich, sie stecken einfach zu tief drin, um noch raus zu können.

Sie haben die „Pflegekinder“ im Haus. Sie rauszuschmeißen, würde nicht in das edle Bild passen, das man von sich selber so gerne pflegt. Und darüber hinaus weiß man auch ganz genau, dass sie niemals widerstandslos gehen werden und fürchterlich randalieren würden, wenn man’s nur andeuten würde, dass man ihren Rauswurf vorhat. Ja, bereits dann randalieren würden, wenn man nur andeuten würde, dass man nicht ein einziges weiteres „Pflegekind“ aufnehmen und die Hilfszahlungen an ihre Brüder und Schwestern draußen stoppen möchte. Man weiß aber, dass das Experiment gescheitert ist und dass Rausschmeißen die einzige Möglichkeit wäre, zu verhindern, dass sie der Herr im Haus werden.

Was bleibt?

Verzweifelte Versuche, die Situation schön zu lügen. Das klassische Verhalten, das Menschen an den Tag legen, denen der Arsch auf Grundeis geht (s.o.). Verzweifelte Versuche, die Sintflut so lange hinaus zu zögern, bis die eigene politische Karriere beendet ist. Nach-mir-die Sintluft-Denken ist etwas, das Demokraten im Gegensatz zu Diktatoren leicht machen können. Sie müssen nicht befürchten, mit Genickschuss zu enden, wenn sie zu weit gehen und alles verbocken. Sie werden irgendwann nicht mehr gewählt und haben ihr Schäfchen im Trockenen. Das verursacht keine Zukunftsängste. Und genau das tun sie.

Ich bin wütend über sie, aber es bleibt die nagende Frage: „Würde ich es anders machen?“

Wer von uns würde in einem politischen Amt riskieren, die ungeschönte Wahrheit über Eurabia, über den Islam zu sagen? Wer würde es als Politiker wagen, auch nur einen der Lösungsvorschläge Fjordmans öffentlich zu machen? Ich glaube nicht einmal die, die wie Fjordman (und ich) der festen Ansicht sind, dass solche Vorschläge bitter nötig wären. Es wäre der politische Tod und eventuell sogar der physische. Und würde es etwas bringen? Ich glaube: derzeit nein. Der Mutige würde mit Unterstützung des Volkes entsorgt und die Show ginge weiter… und dann mit Politikern, die ein anschauliches Beispiel vor Augen haben, was passiert, wenn man von der Linie abweicht.

Je länger man dieses Spielchen treibt, desto schwerer wird’s, es zu beenden.

Deprimierende Aussichten?

Ich denke ja. Ich sehe keine Chance mehr, der Islamisierung und Eurabia zu entgehen, bin aber sehr dankbar für optimistischere Einschätzungen der Lage.

Achja: Der ultra-gutmenschliche Richter Engelland aus der RTL-Gerichtsshow hatte Verständnis für das junge Mädchen und entschied, dass sie auch gegen den Willen er Eltern ausziehen dürfe.

Vielleicht ist das ja auch analog ein Lichtblick: Noch lassen sie uns wenigstens gehen…

15.10.06 12:37


Zum Tag der Deutschen Einheit

Steht die Mauer in den Köpfen noch?

Ja. Tut sie. Zumindest ein bisschen. Wie's im Osten ist, weiß ich nicht aus eigener Anschauung, aber wie's aussieht ist sie teilweise noch ziemlich stabil. Im Westen auch. Ich achte heute - das ist schon zu einer Tradition am 3. Oktober geworden - darauf, sämtliche Nachrichten und politischen Sendungen im Fernsehen zu meiden. Falls ich den Fernseher anschalte, dann werde ich akribisch drauf achten, dass mir nichts außer einem amerikanischen Film auf die Mattscheibe kommt.

Ich kann die Rückblendungen ins Jahr 1990 nicht mehr sehen, ich kann das Geschwätz der Politiker dazu nicht mehr hören, ich weiß jetzt schon, was sie sagen werden: Sie werden uns - im Osten aber vor allem im Westen - annörgeln anmahnen, die Mauer in den Köpfen einzureißen. Je mehr sie das verlangen, desto weniger wird's passieren. Und das ist nicht gut. Ich will inzwischen, dass es passiert. Es hat lange gedauert bei mir, aber vielleicht war das gar nicht so sehr der falsche Weg?

Ich ware eine Gegnerin der Wiedervereinigung. Komplett westgeprägt markierte die deutsch-deutsche Grenze für mich eine Barriere, hinter der nichts war, was einen irgendwie interessieren müsste. Ich empfand niemals Feindseligkeit, nur ein ausgeprägtes Desinteresse. Politiker, die ab und zu vom Traum einer deutschen Einigung sprachen, hielt ich für realitätsferne Spinner - und wie ich zugeben muss, habe ich sie auch heftig verdächtigt, alte Nazis zu sein. Manche davon waren's natürlich auch. Alle? Das weiß ich nicht.
Wiedervereinigung war kein Thema für mich - es schien so realitätsfern und so wenig wünschenswert wie eine Aufnahme Burkina Fasos in die EU. Naja oder wie eine Aufnahme der Türkei in die EU...
Die Nazischweine wollten den Teich aussaufen und haben sich glücklicherweise daran verschluckt. Die deutsche Teilung war - zusammen mit den Gebietsverlusten - für mich etwas wie die gerechte Strafe dafür, bei weitem nicht groß genug, aber besser als nix. Dass diese Strafe für uns im Westen weniger lästig ( genaugenommen überhaupt nicht lästig) war als für die Menschen im Osten, war mir zwar schon klar, aber was sollte man machen? Such is life und man kann sich nicht aussuchen, wo und wie man geboren wird. Wie gesagt, besser als nix.

Einzig während der Olympischen Spiele beobachtete ich neugierig die Sportler aus der DDR - Menschen, die so fremd waren, dass es merkwürdig schien, dass sie deutsch sprachen. Ich hatte nie das Gefühl, dass da etwas "zusammengehört" und sah deshalb auch nicht ein, warum da etwas "zusammenwachsen" sollte.

Dann kam 1989.

Der Fall der Mauer war wirklich schön, dem Hype konnte ich mich ganz kurz auch nicht entziehen. Geschmacklos daran fand ich allerdings, dass sie von allen möglichen Tagen ausgerechnet am 9.11. fiel - am Tag der Reichspogromnacht. Irgendwie dachte ich: Auf einen Tag wär's jetzt doch auch nicht mehr angekommen? Oder zwei Tage, denn der 11.11. wär sogar ein richtig tolles Datum dafür gewesen. Ich frage mich heute noch: War's Absicht? Sollte mit dem Mauerfall diesem Tag ein anderes Gesicht gegeben werden.... weg von der Erinnerung an dunkle Zeiten und hin zu einem etwas nassforschen und peinlich wirkenden "Wir sind wieder wer" ?


Noch Anfang 1990 schien eine Wiedervereinigung fast genauso lächerlich wie zuvor. Die Firma, für die ich arbeitete, ein Reiseunternehmen, stürzte sich sofort auf den neuen Markt. Ich muss zugeben, es war aufregend, es war wie Neuland betreten. Telefonieren war ein Glücksspiel. Den ganzen Tag drückte man die Taste Wahlwiederholung, um schließlich richtig zu erschrecken, wenn nach Stunden des tut-tut-tut endlich ein Freizeichen kam und danach eine nette Stimme mit lustigem Dialekt.

Abends zu Hause bearbeitete ich "Beschwerdebriefe" unserer östlichen Kunden. Oh Mann! Sie kamen waschkörbeweise. Auch westliche Kunden schreiben saudumme Beschwerdebriefe an Reiseunternehmen - das ist nichts Ungewöhnliches. Aber was auffiel, war, dass kaum eine Beschwerde - sei es darüber, dass es nur eine Sorte Wurst zum Frühstück gab oder der Bus hundert Meter von einer Sehenswürdigkeit entfernt parkte, während andere Busse (natürlich mit westdeutschen Touristen drin) einen etwas näheren Parkplatz fanden - ohne den Satz auskam: "Sie glauben wohl, wir sind Bürger zweiter Klasse und mit uns kann man's machen."

Liebe Leser aus dem Osten: Das haben wir niemals geglaubt. Nicht in diesem Reiseunternehmen - da wo wirklich Fehler vorkamen, war das nie Absicht der Sorte "Die Ossis werden's schon nicht merken" und da waren wir auch kulant, weil es schlicht und einfach unangenehm ist, wenn Kunden unzufrieden sind. Und auch niemals ganz allgemein.

Was ist passiert?

Was ist passiert, dass nach all der Begeisterung dieses Misstrauen aufkam, diese Bereitschaft, uns für "arrogant" zu halten? Wir blieben einfach wie wir waren... wir behandelten die neuen Kunden aus dem Osten kein Stück anders als die alten aus dem Westen: Entgegenkommen, da wo wirklich Mist passiert ist, klare aber extrem höfliche Abfuhr, da wo nörgelige Nörgler grundlos nörgelten.

Aber so wie wir waren, erschien das wohl im Osten kalt und arrogant. So wie die Menschen aus dem Osten waren, schien uns das wehleidig und naiv.

Es ist immer noch ein bisschen so, oder? Das Verhältnis Ost-West ist überall da, wo die "Mauer in den Köpfen noch steht" geprägt von dem Gefühl, von Westlern als minderwertig betrachtet zu werden auf östlicher Seite und von Gereiztheit darüber auf westlicher Seite. Das kann sich wunderbar in den Schwanz beißen und hochschaukeln - die Situation hat alle Qualitäten, die's für einen Teufelskreis braucht. Feiertagsreden helfen da nichts, auf mich wirken sie sogar kontraproduktiv - gerade deshalb bleibt ja der Fernseher heute aus.

Es waren übrigens vor allem ganz pragmatische Gründe, aus denen ich damals gegen die Wiedervereinigung war. Das Gefühl, dass man das nicht braucht, war selbstverständlich da, aber nur, weil man etwas nicht braucht, heißt das ja noch lange nicht, dass man dagegen sein muss. Es könnte einem ja auch egal sein. Ich dachte: "Oh Gott, das wird einen A... voll Geld kosten. Soviel Geld haben wir nicht, das ist doch irr."

Und heute? Heute bin ich immer noch pragmatisch. "Nimm Dir, was Du haben willst und bezahle dafür, sagt Gott" lautet ein spanisches Sprichwort. Wir wollten die Vereinigung, wir haben die Vereinigung, wir können sie nicht mehr rückgängig machen und seit ein paar Jahren finde ich es auch nicht mehr schade und so langsam sogar schön, dass man sie nicht mehr rückgängig machen kann. Das Blödeste, was man jetzt tun kann, ist über den Preis zu nörgeln.

Ich habe während meiner Arbeit in den frühen 90ern nicht nur die Herren und Damen "Beschwerdeführer" aus dem Osten kennengelernt, sondern auch die neuen Kollegen. Vor allem am Telefon aber auch persönlich. Und das war uneingeschränkt positiv. Nette freundliche Menschen, verdammt engagierte, kluge und fleißige Mitarbeiter, die sich die größte Mühe gaben. Und ja - hier muss ich zugeben, manche von uns waren da wirklich teilweise ungerecht und "arrogant", haben wirklich überlegen getan, haben verborgen, dass auch wir nur mit Wasser kochen.


Lassen wir die Politiker ihren Schwall absondern und hören wir nicht auf sie, rollen wir mit den Augen über die auf beiden Seiten, die sich damals vor hysterischer Begeisterung kaum einkriegen konnten und heute enttäuscht und gehässig sind, versuchen wir, nicht political correct so zu tun, als ob da keine Mauerreste mehr in den Köpfen wären. Anerkennen wir, dass sie noch da sind, dass wir aber mit ihnen leben können, weil wir wissen, dass sie Jahr für Jahr weniger werden. Anerkennen wir, dass Dinge ihre Zeit brauchen und dass es viel besser ist, eine geistige Mauer langsam abzutragen, die Steine einzeln wegzunehmen und sie dann auch gleich richtig zu entsorgen anstatt die Mauer unter Politiker-Befehl zu sprengen und die Trümmer rumliegen zu lassen, weil sie so groß sind, dass einem das Entsorgen als unschaffbare Aufgabe erscheint.

Es hat über 10 Jahre gedauert bei mir, den Ostteil Deutschlands als Inland, als Teil meines Landes, anzusehen. Damit bin ich wohl eine Horrorfigur für die Sonntagsredner des 3. Oktober. Eine Horrorfigur für meine Landsleute im Osten hoffentlich nicht.

Ich hab's als "Zwangsehe" gesehen - und wenn auch alles dagegenspricht: Manchmal gehen Zwangsehen tatsächlich gut. Ich glaube inzwischen fest: Diese hier wird gutgehen. Wir haben Sorgen und Feinde genug: Machen wir gemeinsam das Beste draus.

Mein Desinteresse, meine Zweifel, meine finanziellen Bedenken waren ehrlich. Aber das Zusammengehörigkeitsgefühl, das sehr langsam entstanden ist, ist es auch.

Der Fernseher bleibt trotzdem aus. Denn schließlich ist ja zu allem Überfluss heute auch noch der Tag der Offenen Moschee. Und DAS, was dazu geschwallt wird, muss man sich wirklich nicht antun.

3.10.06 13:37


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