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Handbuch für Israelkritiker

Vorwort zum Handbuch für Israelkritiker

Lieber Leser,

vielen Dank, dass Sie sich für dieses Handbüchlein entschlossen haben. Sie sind ein Mensch, der sich etwas nicht ganz Einfaches vorgenommen hat, nämlich in einer politischen Diskussion diejenige Seite zu vertreten, die komplett im Unrecht ist und zu deren Verteidigung es daher leider keinerlei rationalen Argumente gibt.

Zu dieser Haltung, mit der man vom ganz rechten bis zum ganz linken Rand und auch in der Mitte der Gesellschaft nie etwas verkehrt machen oder unangenehm auffallen kann und mit der man sich auch keinen Ärger mit muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern einhandelt, möchten wir Sie zunächst einmal beglückwünschen.und Ihnen hier ein paar hilfreiche Mittel zur Hand geben, mit denen Sie für die Diskussion mit starrsinnigen, ewiggestrigen Israelfreunden gewappnet sind.

5.8.06 09:12


1. Den Krieg ins Land des Feindes tragen.

Eine uralte Strategie, die Sie in diesem Verbalkrieg unbedingt beherzigen sollten. Denn seien wir ehrlich: bei den Kämpfern, denen Ihre ganze Solidarität ab jetzt gilt, handelt es sich nicht direkt um angenehme Menschen, die man zum Beispiel in der Nachbarschaft gern einziehen sähe oder denen man sein Haustier oder - Gott bewahre - gar sein Kind anvertrauen würde. Auch sind ihre Taten nicht angetan, Vertrauen und Sympathie hervorzurufen. Deshalb: Weg damit! Fangen Sie auf keinen Fall an, diese Geisterbahnfiguren in Schutz nehmen zu wollen, das geht schief. Zeigen Sie mit diesen Figuren keine offene Solidarität, verurteilen Sie diese in einem Nebensatz, wenn es sich nicht vermeiden lässt und dann reden Sie einfach nicht mehr über sie. Tun Sie so, als ob alles über diese Leute schon gesagt wäre und es deshalb nicht mehr nötig ist, sie überhaupt nur zu erwähnen.

Konzentrieren sie sich dann auf die Kämpfer des Gegners, die IDF. Da in einem bewaffneten Konflikt nunmal zwangsläufig Personen auf beiden Seiten zu Tode kommen, stehen ihnen Aufhänger genug zur Verfügung, an denen Sie Ihre Kritik und Ihre Empörung festmachen können.

Reiten Sie auf jeder einzelnen Militäraktion der IDF rum. Sprechen Sie das Gefühl Ihrer Zuhörer an (Verstand haben sowieso die wenigsten), malen Sie die Taten der IDF in den schaurigsten Farben aus und achten Sie auf jeden Fall darauf, dass der Gegner nicht ebenfalls versucht, den Krieg wieder in "Ihr Land" zu zurücktzutragen und auf die oben erwähnten Kämpfer und deren Taten zu sprechen zu kommen. Gut bewährt gegenüber hartnäckigen Gegnern haben sich dabei Textbausteine wie z.B. "Willst Du ernsthaft einen Staat, der sich demokratisch schimpft mit einer Terrororganisation vergleichen?" . Das will Ihr Gegner nämlich meistens nicht.

Sie wissen zwar, dass man selbstverständlich bei jedem Krieg die kriegführenden Seiten miteinander vergleichen muss, aber Ihr Gegner hat das bereits vor längerer Zeit unterbewusst getan und ist unter anderem auch aufgrund dieses Vergleichs zu seiner Meinung gekommen. Das hat er aber oft schon vergessen und wird sich meist scheuen, einen solchen Vergleich zuzulassen, da er gegenüber Ihren Kämpfern eine noch tiefere Abneigung hegt als Sie. Nutzen Sie das aus. Sollte sich wider Erwarten ein Gegner starrsinniger zeigen und den Vergleich nicht gleich empört zurückweisen, können Sie mit dem Textbaustein "Beide Seiten sind gleich schlimm" etwas erzielen, was vordergründig wie ein Kompromiss aussieht, aber natürlich in Wirklichkeit ein Sieg auf ganzer Linie für Sie ist:

Sie haben die gegnerischen Kämpfer auf das Niveau der abstoßenden Figuren herabgezogen, die Sie leider bei der Diskussion im Gepäck haben.

5.8.06 09:18


2. Die Selbstdarstellung

Der Krieg ist jetzt im Land des Feindes, Sie könnten eigentlich anfangen, munter drauflos zu diskutieren. Doch zunächst sollten Sie eines bedenken: Die Menschen werden das, was sie sagen nachdem beurteilen, wer Sie sind. Deshalb müssen Sie zunächst an Ihrem positiven Selbst arbeiten. Es soll ja schließlich niemand denken, es handele sich bei Ihnen um einen finsteren Neonazi ( falls Sie Deutscher sind) oder einen gefährlichen Bombenleger ( falls Sie Moslem sind). Auch ganz grundlegend sollten Sie - zumindest am Anfang der Diskussion - keinesfalls den Gedanken aufkommen lassen, Sie wären ein normaler Mensch mit normalen Empfindungen unter anderem auch negativen. Prägen Sie sich ein: Sie sind nicht nur unfähig, Gewalt auszuüben, nein: Sie wissen nicht einmal, dass es so etwas wie Gewalt heute überhaupt noch gibt, zumindest bis vor kurzem wussten Sie das nicht - jetzt wissen Sie es dank Israel natürlich und sind entsprechend entsetzt. Aber dazu kommen wir später.

Als Selbstbild hat sich Erfahrungsberichten zufolge eine Mischung aus Jesus Christus, Oberstem Gerichtshof und neugeborenem Mondkalb bewährt. Von Jesus Christus nehmen Sie die Sanftmut, die Friedensliebe und vor allem die Feindesliebe. Verwenden sie das Wort Frieden überproportional häufig und zeigen Sie Feindesliebe, indem Sie ein paar süßliche Worte absondern - zum Beispiel über irgendwelche naiven jüdischen Peaceniks. Fordern Sie Feindesliebe, indem Sie von Ihrem Gegner absolute Gewaltfreiheit verlangen!

Machen Sie sich keine Sorgen, dass das jemand als ungerecht empfindet. Sie sind doch schließlich selber absolut gewaltfrei! Ihr Diskussionsgegner an sich ist das zwar auch, aber er vertritt die Handlungen der IDF (und wird sich nicht davon abbringen lassen) und eine Armee als solche ist natürlich niemals gewaltfrei. Sie hingegen vertreten keinerlei gewalttätigen Handlungen oder Personen, denn Sie haben sich ja bereits - hoffentlich erfolgreich - von jeglichen Gewalttätern auf Ihrer Seite distanziert. Zur Erinnerung: Die Geisterbahnfiguren. Sollte irgendjemand Sie noch mit diesen in Verbindung bringen oder Sie daraufhinweisen, dass diese für Ihre Sache kämpfen, dann lesen Sie bitte nochmal Kapitel 1.

Was Sie von Jesus Christus auf keinen Fall übernehmen sollen, ist seine klare Stellungnahme, die in dem Zitat "wer nicht für mich ist, ist wider mich" zum Ausdruck kommt. Machen Sie sich aber keine Sorgen darum, dass Sie jemand daraufhinweisen könnte. Zwischenzeitlich ist es Ihren Freunden, den Antiamerikanern, fast vollständig gelungen, diesem lästigen Zitat einen neuen Urheber zuzuschreiben: George Bush, der nach der Erkrankung von Sharon bekanntermaßen die Position als Stellvertreter Satans auf Erden unangefochten innehat ( Olmert ist noch nicht so weit, diesbezüglich eine ernsthafe Konkurrenz darzustellen ).

Sie sind neutral, dafür haben wir den Bundesgerichtshof. Zwei Diskussionsgegner handeln - wie Sie selbstverständlich wissen - analog wie zwei verfeindete Parteien vor Gericht. Aber darauf sollten Sie sich auf keinen Fall einlassen! Wer steht schon gerne vor Gericht? Viel schöner ist es doch, der Richter zu sein. Gönnen Sie sich das einfach! Es ist ganz einfach, denn die Position ist vakant. Ihr Gegner wird sie nicht anstreben, denn Ihr Gegner ist wirklich parteiisch und er wird nicht wie Sie einfach Teile der Partei, für die er sich einsetzt - zum Beispiel die IDF - eiskalt und rücksichtslos vom Tisch fegen. Da können Sie sich drauf verlassen. Ihrem Gegner geht es nicht darum, Ihre Seite fertig zu machen, es geht ihm darum, seine Seite zu schützen und zu verteidigen. Er kann im Gegensatz zu Ihnen nicht taktisch vorgehen, er hat den Nachteil, dass er die Partei, für die er eintritt, mag! Jetzt erweisen sich auch die vorher vorübergehend aus der Diskussion eintsorgten Geisterbahnfiguren als nützlich. Sie können diese Ihrem Gegner als zweite Partei vor dem Gericht zuweisen, bei dem Sie neutral den Vorsitz führen. Textbausteine zur Untermauerung der Tatsache, dass Sie dieses Ziel erreicht haben, sind zum Beispiel "Sei doch nicht so einseitig" oder "Man muss einen Ausgleich zwischen den Parteien finden, der für beide gerecht ist".

Damit haben Sie erreicht, dass Sie in Wirklichkeit gar nicht mehr Teil der Diskssion sind - und somit auch nicht angreifbar - sondern Ihren Gegner dazu gebracht haben, gegen ein nicht anwesendes Phantom zu kämpfen, während Sie erhaben den Vorsitz führen. Er wird spüren, dass er sich in einer ungerechten Lage befindet, aber er kann wenig dagegen tun. Eine solche Lage führt automatich zu Aggression und hilfloser Wut und wenn er nicht äußerst selbstdiszipliniert ist, werden Sie früher oder später zufrieden erleben dürfen, wie er einen Wutanfall bekommt, auf den Sie dann den folgenden Textbaustein anwenden können "Das ist menschenverachtend. Du bist auch nicht besser als die Geisterba....äh Hisbollah"

Wozu das neugeborene Mondkalb gut ist, behandeln wir im nächsten Kapitel.

5.8.06 09:36


3. Wenn man Dir eine Zitrone gibt, mach Limonade draus!

Für den Fall, dass es Gott in seinem unermesslichen Ratschluss gefallen hat, Sie mit allenfalls mäßiger Intelligenz auszustatten, erklärt das natürlich, warum Sie sich bemüßigt fühlen, sich als Israelkritiker zu betätigen. Eine Identifikation mit Menschen, die aus einem Stück verwahrlosten Wüsten- und Sumpflandes einen blühenden Hightech-Staat mit schlagkräftiger Armee geschaffen haben, ist Ihnen naturgemäß unangenehm. Eine Identifaktion mit den Feinden Israels tut Ihrer Seele besser gut, denn im Vergleich mit diesen kommen Sie intellektuell auf jeden Fall noch gut weg. Schließlich sind sie ja nicht ganz so bescheuert, sich ein Geschirrtuch um den Kopf zu binden, schreiend und ballernd durch die Straßen zu laufen und Fahnen und Gebäude abzufackeln, die den Leuten gehören, von deren Geld Sie leben.

"Ein bisschen dumm ist angenehm" sagt der Volksmund. Ärgerlicherweise findet das Ihr Gegner auch angenehm, wenn Sie ein bisschen dumm sind. Wenn Sie all das an Intelligenz, was nach Sozialkundeunterricht und dem Genuss politischer Kommentare im öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch nicht ruiniert ist, zusammennehmen und sich mühen, sachlich für die von Ihnen vertretene Position zu werben, wird Ihr teuflischer Gegner Ihre Argumente genüsslich eines nach dem anderen rational in kleine Fetzen reißen. Und dagegen können Sie kaum etwas machen, denn - wie am Anfang gesagt - rationale Argumente hätten Sie auch dann nicht auf Ihrer Seite, wenn Sie in der Lage wären, diese zu formulieren. Unterlassen Sie das. Das ist nur unnötig anstrengend und frustrierend. Machen Sie lieber aus der Not eine Tugend: Hören Sie endlich auf, dumm zu sein! Werden Sie saudumm!

Fühlen Sie sich in ein neugeborenes Mondkalb ein. Das ist ein unschuldiges Wesen mit großen, feuchten, sanften Augen, das eben erst aus dem friedlichen, weichen, warmen Uterus seiner Mutter Mondin auf die Erde gefallen ist, niemals dachte, dass es auf Erden jemals Gewalt gegeben hat oder geben könnte und das als erstes Bilder von Kriegstoten und zerstörten Gebäuden im Libanon sieht. Wenden Sie diese Stategie bevorzugt an, wenn Sie als frischausgebildeter Israelkritiker neu zu einer Diskussion hinzukommen. Drücken Sie Ihr Erstauen und Ihre Traurigkeit über die Untaten der IDF in tief verwunderten und besorgten Worten aus, bewährte Textbausteine sind zum Beispiel "Ich verstehe einfach nicht, wie Menschen anderen Menschen und sogar Kindern so etwas antun können" oder "In was für einer Welt leben wir, wo Israel ungestraft Kinder morden darf, ohne dass jemand einschreitet?".

Dass es Gewalt zwischen Menschen seit Anbeginn ihrer Existenz gibt, dass Verteidigung, wenn sie erfolgreich sein sein soll, genausowenig mit Wattebäuschchen geführt werden kann wie der Angriff, gegen den sie sich richtet, dass die Folgen der Verteidigung in Großaufnahmen sehr hässlich aussieht, das wissen Sie, das weiß Ihr Gegner. Aber woher soll ein neugeborenes Mondkalb das wissen? Also: Seien Sie eins! Sie brauchen keine Befürchtungen zu hegen, dass Ihre Gegner den Spieß umdrehen und zerfetzte Leichen von Israelis in die Diskussion einbringen. Aus irgendwelchen diffusen schwer nachvollziehbaren Gründen von "Anstand" und "Respekt vor Toten" tun das die Trottel nicht! Und selbst wenn es ausnahmesweise einmal einer wollte, hätte er Schwierigkeiten entsprechendes Bildmaterial aufzutreiben. Da können sie sich ganz und gar auf die Medien verlassen, die beliefern fast ausschließlich Sie.

Ein weiterer Vorteil der Mondkalbstrategie (übrigens am besten geeignet für weibliche Personen, aber dank Gender-mainstreaming neuerdings auch durchaus für Männer keineswegs mehr peinlich ) ist, dass niemand ein solch süßes harmloses Wesen allzu hart angreift. Ok. Niemand stimmt natürlich nicht, die bereits erwähnten Geisterbahnfiguren hätten da keine Skrupel, ein Mondkalb abzuschlachten, aber mit denen haben es ja zum Glück die Israelis zu tun und nicht Sie. Sollte Ihr Gegner sie dennoch verbal angreifen, bietet Ihnen das eine Steilvorlage zu dem Textbaustein "Warum müsst Ihr Zionisten immer gleich so aggressiv werden? Ich hab' doch nur gefragt", was der Diffamierung des Gegners dient, die Sie auch noch erlernen müssen.

Wenn Sie sich die Postion des Mondkalbes erst einmal erarbeitet haben, können Sie diese auch mit anderen Strategien verknüpfen, z.B. mit der Holocaust-Strategie, zu der wir aber erst später kommen, weil sie nur für fortgeschrittene Israelkritiker geeignet ist. Außerdem eröffnet es Ihnen die Möglichkeit, neben der Formulierung Ihrer Diskussionsbeiträge zu telefonieren oder fernzusehen, da Sie ja schließlich nicht wirklich saudumm sind und zum Verfassen saudummer Beiträge mit wenigen Hirnzellen auskommen. Die Position als Mondkalb eignet sich daher auch zum bequemen und wenig zeitaufwändigen Beantworten anspruchsvoller, rationaler Diskussionsbeiträge Ihres Gegners. Um einen gut recherchierten, fundierten und ätzend langen Diskussionsbeitrag Ihres Gegners mit dem Textbaustein "Muhahaha. Liest Du auch noch was anderes als die Bildzeitung. Informier Dich doch mal woanders als in der zionistischen Presse!" zu kontern, müssen Sie sich nicht anstrengen und das ganze hat auch noch den Vorteil, dass Sie das langweilige Zeug nicht einmal lesen müssen.

Als Aufgabe zum Schluss sollten Sie versuchen, in einem Diskussionsforum Ihrer Wahl ( zum Beispiel bietet sich der Nahostbereich von www.politikforum.de an) nach ausgebildeten Mondkälbern zu suchen und von diesen zu lernen.

5.8.06 09:56


4. Wahrheit ist eine Interpretation der Fakten

Dieser Satz stammt von einem ausgebildeten Israelkritiker, ich habe tatsächlich erlebt, dass er nicht nur nicht auf Widerspruch sondern sogar begeisterte Zustimmung stößt und deshalb sollten Sie sich ihn auf jeden Fall merken. Er ist zwar grottenfalsch, denn Wahrheit ist natürlich eine Beschreibung von Fakten oder bestenfalls eine logisch fundierte Interpretation von Fakten. Aber damit kommen Sie als Israelkritiker nicht weit, nicht nur weil Sie sehr wahrscheinlich nicht logisch denken können, sondern auch, weil logisches Denken zu einer Interpretation führen würde, die Ihrer Aufgabe als Israelkritiker schadet.

Deshalb müssen Sie die Wahrheitsdefinition eben ein bisschen wie oben empfohlen Ihren Bedürfnissen anpassen und das Beste hoffen, dass es keiner merkt. Die reine Beschreibung von Fakten in schaurigsten Farben mit emotional aufheizendem Vokabular - zum Beispiel die Folgen eines Luftangriffs - sollten Sie natürlich niemals außer Acht lassen und keinesfalls auch nur ein einziges geeignetes Ereignis unbeachtet lassen, aber ohne Interpretation hat das nur geringe Wirkung und setzt ihren Diskussionsbeitrag vor allem der Gefahr aus, dass einer Ihrer Gegner daherkommt und ihn logisch fundiert interpretiert. Das können Sie natürlich nicht vermeiden - sondern ihn bestenfalls persönlich diskreditieren, wozu wir später noch kommen - aber besser ist es auf jeden Fall, wenn Sie die Fakten gleich selber interpretieren und Ihrer Kreativität dabei keine Zügel anlegen und sich vor allem nicht von gesundem Menschenverstand beirren lassen, falls Sie überhaupt über welchen verfügen sollten.

Kündigt Israel zum Beispiel eine vorübergehende Einstellung von Luftangriffen an, so ist das ein Fakt, der sich auf den ersten Blick nicht als Israelkritik eignet. Befassen Sie sich trotzdem damit, bevor's der Gegner tut und liefern sie eine Interpretation (aka Wahrheit) gleich mit, zum Beispiel, dass dies ein Beweis dafür wäre, dass Israel die Munition ausgegangen ist. Vielleicht fällt Ihnen ja auch noch eine perfidere Interpreation ein. Legen Sie sich dabei bloß keinerlei Beschränkungen auf, es darf ruhig etwas verrückt klingen, das macht nichts. Denn schließlich ist es ja eine Interpretation von Fakten und damit die Wahrheit. Oder zumindest eine Wahrheit. Achten Sie darauf, dass stets die Ansicht gewahrt bleibt, es gäbe mehrere Wahrheiten. Das ist zwar kompletter Blödsinn, aber die Anzahl der Menschen, die das weiß, ist im Schrumpfen begriffen und die kleine Minderheit können Sie leicht diskreditieren.

Stellen Sie sich vor, wie ein Priester im frühen Mittelalter auf einen Menschen reagiert hätte, der behauptet hätte, die Erde würde sich um die Sonne drehen. Reagieren Sie auf den Einwand, es gäbe nur eine Wahrheit genauso wie dieser Priester reagiert hätte. Verwenden Sie aber nicht das Wort "ketzerisch", das hat im Lauf der Zeit einen negativen Beigeschmack für den, der's verwendet, bekommen. Nehmen Sie lieber das Wort "einseitig", das ist in dem Fall das gleiche, denn schließlich ist es ja auch einseitig, zu behaupten, die Erde würde sich um die Sonne drehen. Es könnte grad so gut andersrum sein, oder nicht? Wahrheit ist immer Interpretation von Fakten (!) und der einzige Fakt, den wir Nicht-Astronomen aus eigener Anschauung kennen, ist der, dass die Sonne morgens aufgeht und abends untergeht. Jegliche Interpretation ist erlaubt. Nach blödsinnig oder plausibel zu unterscheiden, wäre diskriminierend und damit verboten.

Wenn Sie also eine vollkommen blödsinnige und durch nichts fundierte Interpretation von Fakten angebracht haben, seien Sie nicht enttäuscht, wenn diese nicht unangefochten geglaubt wird. Das ist gar nicht ihr Ziel. Es reicht, dass sie damit eventuell rationale und naheliegende Interpretationen Ihres Gegners auf das Niveau von einer Wahrheit unter vielen gebracht haben.

Wenn Sie jetzt noch den zwar falschen, aber allgemein anerkannten und für Ihr Anliegen sehr wichtigen Textbaustein "Die Wahrheit liegt immer in der Mitte" anbringen, sind Sie am Ziel. Denn stellen Sie sich vor, Ihr Gegner sei ein Bäcker, der behauptet, bei ihm koste ein bestimtmes Brot 2 Euro.Das ist glaubhaft, so teuer ist dieses Brot überall und wahrscheinlich stimmt's. Nachprüfen kann es niemand, weil die Bäckerei zu weit entfernt ist. Wollen Sie ihn diskreditieren, dann behaupten Sie, das Brot koste bei ihm 6 Euro. Dem unbeteiligten Zuhörer liefern sie "Die Wahrheit liegt immer in der Mitte" und wenn er ein braver Zeitgeist-Gläubiger ist, wird er glauben, das Brot koste 4 Euro, was auch Halsabschneiderei ist und damit Ihren Gegner diskreditiert. In dem Fall wären Sie doch auch nicht enttäuscht, dass Ihnen das mit den 6 Euro niemand hundertprozentig glaubt, oder?

Sehen Sie: Je abstruser Ihre "Wahrheit", desto weiter liegt der "faire Kompromiss" von der fundierten Interpretation ihres Gegners entfernt. Sie dürfen aber nicht übertreiben. Wenn Sie im Beispiel behaupten würden, das Brot koste 1000 Euro, wären Sie raus. Ebenso sollten Sie sich bei der Israelkritik nicht dazu versteigen, zu behaupten, Juden wären feindselige Außerdirdische. Das ist derzeit noch nicht akzeptiert, aber alles darunter ist problemlos möglich.

Nehmen wir das Beispiel, dass ein IDF-Soldat ein Kind erschießt. Ihr Gegner wird eine Interpretation dieses Fakts bringen, dass es sich um einen Fall von Notwehr oder Notwehrirrtum gehandelt habe. Das ist natürlich rational nachvollziehbar, denn warum sollte ein Soldat etwas derart Image-Schädliches auch tun, wenn nicht aus Angst um sein Leben oder das anderer. Deshalb müssen Sie jetzt sofort kreativ werden. Ziehen Sie als Motivation Blutdurst, maßlosen mörderischen Hass, perverse grausame Lust am Töten aus Langeweile oder einen versuchten Genozid an den Haaren herbei. Sie werden sogar angenehm überrascht sein, wieviele Personen ihnen komplett zustimmen! Aber auch schon, wenn Sie erreichen, dass Ihre Zuhörer etwa glauben, die Motivation wäre typisch jüdische Paranoia oder eine menschenverachtende rassistische Einstellung, haben Sie Ihr Ziel als Israelkritiker erreicht.

Beschreiben Sie nie einen Fakt, ohne sich als Gedankenleser über die Motivation dahinter zu betätigen und malen Sie diese in den düstersten Farben, wobei Sie gerne unterschwellig Anleihen bei altbewährten Verschwörungstheorien gegen Juden einbringen dürfen, nein sogar sollten. Diese sind - etwas modernisiert - nämlich immer noch sehr beliebt. Falls Sie sich selber nicht zutrauen, die Modernisierung vorzunehmen, verwenden Sie Fertigprodukte, die Sie im Internet in großer Auswahl vorfinden. Verzichten Sie aber auf Variationen, die von den rechtsextremen Seiten stammen. Bedienen Sie sich lieber bei dem reichhaltigen Angebot, das die islamische Welt dankenswerter Weise zur Verfügung stellt. Es ist hier im Westen noch nicht so ausgelutscht und hat den riesigen Vorteil, dass Sie Einwände dagegen als "islamophob" oder "rassistisch gegen Araber" brandmarken können.

Sollte Ihr Gegner eine Interpretation ins Spiel bringen, die der offiziellen Verlautbarung israelischer Regierungskreise entspricht, empfiehlt sich der vielseitig einsetzbare Textbaustein "LOL. Du glaubst wohl wirklich alles, was in der zionistischen Presse steht! Denk doch mal selber nach!" Denn richtig: Warum sollte man auch eine langweilige Erklärung übernehmen, wenn man doch auch - wie hoffentlich Sie inzwischen - durch eigenes Nachdenken gequirlte Scheiße produzieren kann, für die man dann lautstark "gleiches Recht für alle" fordert.

 

Handbuch für Israelkritiker als PDF downloaden

5.8.06 10:23





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