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Was ist die Natur des Multikulturalismus?

von Fjordman

 

 

Original vom 13. September 2006: What is the Nature of Multiculturalism?

Auf mein Essay über Multikulturalismus und Political Correctness hin erreichte mich Kritik dafür, dass ich die letztere als "Kulturmarxismus" bezeichnet hatte. Weil diese Kritik teilweise von Menschen kam, die ich respektiere, wie zum Beispiel von dem dänischen Autor Lars Hedegaard, möchte ich einige meiner Annahmen einer zweiten Betrachtung unterziehen.

Hedegaard sagte, dass er glaubt, Europäer würden an einer Todessehnsucht leiden, die in Folge der Weltkriege und des Rückzugs aus den Kolonien aufgetreten ist und dass Europäer es zulassen, durch Einwanderung ersetzt zu werden, weil sie als Kultur aussterben wollen. Es ist wahr, dass es einen kulturellem Vertrauensverlust in Europa gibt, aber es gibt einen Haken bei dieser These: Viele Europäer haben niemals den Wunsch geäußert, ausgelöscht zu werden.

Professor Sigurd Skirbekk von der Universität Oslo stellt fest, dass "1994 die deutsche Zeitschrift Focus über Meinungsumfragen aus Deutschland, Frankreich und England berichtete, bei denen jeweils 55, 52 und 50 Prozent der Ansicht waren, ihre Länder würden zu viele Einwanderer aufnehmen. ... Für Norwegen haben wir eine repräsentative Studie aus dem Jahr 1987, die ergab, dass 51% der Menschen wünschten, das Land würde weniger Einwanderer aufnehmen; 25% gaben an, die Politiker sollen die damalig gängige Praxis beibehalten, während nur 8% sich für mehr Einwanderung aussprachen. Eine vergleichbare Studie, die ein paar Jahre später in Schweden durchgeführt wurde, ergab, dass 54% der Schweden der Ansicht waren, es würden zu viele Menschen nach Schweden einwandern. ... In späteren Studien haben sich die Zahlen etwas verändert; aber es war immer so, dass mehr Menschen sich für eine restriktivere Politik aussprachen als für eine liberalere."

So kann nach Skirbekk, “das derzeitige Ausmaß der Einwanderung nicht auf der Basis der öffentlichen Meinung erklärt werden."

Ich stimme zu, dass die Tatsache, dass so massive Veränderungen ohne das Einverständnis der Bevölkerung und manchmal sogar in direkter Opposition zur öffentlichen Meinung stattfinden können, verwirrend ist. Möglicherwesie offenbart das etwas Beunruhigendes darüber, wie gewisse Eliten einer widerwilligen Öffentlichkeit ihren Willen aufzwingen können. Oder möglicherweise offenbart es auch, wie demokratische Nationalstaaten durch übernationale Organisationen wie z.B. die EU aber auch durch Menschenrechtsgesetzgebung geschwächt werden, bis hin zu dem Punkt, an dem sie die Kontrolle über ihre eigenen Grenzen verlieren und von Migranten überschwemmt werden. In beiden Fällen haben wir es mit potentiell tödlichen Webfehlern in unserem demokratischen System zu tun.

Der amerikanische Politikwissenschaftler Tony Corn behauptet "Die kürzlich durchgeführten Volksbefragungen zur EU-Verfassung [im Jahr 2005] haben, wenn überhaupt irgendetwas, dann das bewiesen, wie abgehoben die EU-Eliten geworden sind, und zwar nicht nur von der Realität sondern auch von ihrer eigenen Wählerschaft. Es sollte jetzt eigentlich jedem klar sein, dass die innereuropäische Kluft zwischen Eliten und öffentlicher Meinung immer noch größer (und in der Tat auch älter) ist als die transatlantische Kluft zwischen den USA und der EU. Für Washington gab es niemals einen besseren Zeitpunkt als jetzt, "Europa heimzuholen" und den Punkt zu machen, dass die Existenz einer "sino-islamischen Verbindung" eine engere transatlantische Zusammenarbeit und eine Wiederbehauptung des Westens erfordern."

Bat Ye'Or ist der Ansicht, dass die Ursachen dafür in dem verborgenen Plan der EU-Eliten liegen, aus Europa und der arabischen Welt eine größere Einheit zu erschaffen. Die Forcierung der islamischen Kultur unter dem Deckmäntelchen von Multikulti ist ein grundlegender Bestandteil dieses Plans. Sie spricht von einem Konflikt zwischen Europäern und Eurabiern, wobei die letzteren zur Zeit das Messerheft in der Hand halten, weil sie die Medien und das politische Establishment kontrollieren. Es gibt jedoch auch ähnliche Konflikte in Kanada, Australien und den Vereinigten Staaten. Ich frage mich manchmal, ob der Westen nicht vielleicht zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einen ideologischen Bürgerkrieg zwischen Westlern und Post-Westlern verstrickt ist. Obwohl Linke dazu neigen, aggressiver zu sein, sind Post-Westler auch schon tief in die politische Rechte vorgedrungen. Das stimmt.

Ich habe ausgeführt, dass in unseren antirassistischen Organisationen üblicherweise eine hohe Konzentration von Marxisten zu finden ist. Professor Skirbekk allerdings fragt sich, ob es nicht vielleicht auch eine halb-religiöse Unterströmung in der Antirassismus-Bewegung gibt und dass diese im ganz wörtlichen Sinn das Äquivalent zu den Hexenjagden vergangener Zeiten darstellt:

“Einige Forscher sind zu der Ansicht gekommen, dass gewisse Themen in der Einwanderungsdebatte einen religiösen Beigeschmack haben. Die norwegische Sozialanthropologin Inger Lise Lien hat zum Beispiel geschrieben, dass 'Rassismus' in der öffentlichen Einwanderungsdebatte zu einem Wort geworden ist, mit dem wir die Dämonen unter uns bezeichnen, das Unreine, von dem sich alle anständigen Menschen fernhalten sollten... Wir haben allen Grund zu der Annahme, dass der Gebrauch des Begriffs 'Rassist' in unseren Tagen viele funktionale Ähnlichkeiten zu dem Gebrauch des Begriffs 'Häretiker' vor 300 Jahren hat. ...

Es ist vermutlich absolut möglich, sich der Antirassismus-Bewegung einzig und allein aus dem Grund anzuschließen, weil sie als etwas aufgefasst wird, das politisch korrekt zu sein scheint oder um Teil eines Kollektivs zu sein, das es einem ermöglicht, gegen Splittergruppen, um deren Verteidigung sich kein Mensch schert, zu demonstrieren und diese zu drangsalieren." Aber "hinter dem Slogan 'Nieder mit den Rassisten', könnte durchaus ein bisschen mehr stecken als nur der primitive Wunsch, Gewalt auszuüben. Der Kampf beinhaltet auch das Element, ein Kampf zwischen Reinheit und Unreinheit zu sein. Und weil Rassismus etwas Düsteres ist, werden Antirassismus und die bunte Gemeinschaft, die er angeblich repräsentiert, zum Ausdruck dessen, was rein ist."

Was sind die Ursprünge von Multikulturalismus? Nun, das hängt vom Blickwinkel ab. Einige Elemente der Faszination für "primitivere" Kulturen kann bis ins 18. Jahrhundert zu Jean-Jacques Rousseau zurückverfolgt werden, der die "edlen Wilden" pries, die niemals durch Gesellschaft und Zivilisation korrumpiert worden waren.

Der holländische Autor und Kommentator Leon de Winter ist der Ansicht, dass es eine der unvorhergesehenen Auswirkungen der "Hippie"-Kulturrevolution im Westen der 60er Jahre war. "Gewisse Werte wurden hoch geschätzt: Antifaschismus, Feminismus, Säkularismus, Pazifismus, Antikolonialismus, Antikapitalismus usw. Hier tauchte auch die Ideen vom Multikulturalismus erstmals auf. Es fing mit den so genannten 'Subkulturen' von Pseudo-Bohème-Künstlern und akademischen Marxisten an, die allesamt behaupteten, dass die existenten Werte der westlichen Zivilisation überfällig seien."

Die amerikanische Autorin Claire Berlinski behauptet, dass Multikulturalismus "komplett inkompatibel mit der marxistischen Doktrin" sei. "Viele Linke sind zwar nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion tatsächlich zu Multikulturalisten geworden, aber Multikulturalismus fungiert dabei nur als ein Ersatz für Antikapitalismus (und damit als Ersatz für etwas anderes) und nicht in seiner natürlichen Ausprägung."

Lars Hedegaard glaubt, dass der Multikulturalismus in den Vereinigten Staaten entstanden ist und zwar als Folge der Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre und dass er von dort aus nach Europa exportiert wurde. In den 80er und 90er Jahren, als der Begriff in Europa weit verbreitet wurde, wandelte er sich zu "einer ideologischen Plattform, auf der die Linke ihren Machtanspruch gründen" konnte, als der Sozialismus diskreditiert wurde. So ist Multikulturalismus also, obwohl er "kein Pflänzchen aus dem Garten des Sozialismus" ist, heute die Kernideologie der Linken. Hedegaard zweifelt daran, dass in dieser neuen Ideologie "Utopianismus" enthalten ist, aber:

"Heute fungiert die multikulturelle Ideologie als Schirm, unter dem eine Vielzahl politischer und wirtschaftlicher Interessengruppen - links, rechts und Mitte - bequem ihre jeweiligen Spezialinteressen verfolgen können. In Dänemark war es klar, dass - nachdem die Linke sich von ihrer antikapitalistischen Rhetorik getrennt hatte und nicht mehr die Verstaatlichung der Produktionsmittel forderte - die Kapitalisten jegliches Interesse an ideologischen Themen verloren. Was sich daraus ergeben hat, kann man als einen stillschweigenden gesellschaftlichen Pakt bezeichnen: Die Kapitalisten und große Teile der traditionellen politischen Mitte und Rechten überlassen die ideologische Oberherrschaft bereitwillig der Linken, solange diese ihre speziellen Interessen nicht bedroht. In der Tat ist das, so lange es funktioniert, ein perfektes System, bei dem niemand daran interessiert ist, das Boot zum kentern zu bringen. Die Linke kann weiterhin ihre soziale Kundschaft - und Wählerschaft - importieren und die Rechte fühlt sich sicher, weil die islamischen Neuankömmlinge sich nicht in ihrer Nachbarschaft niederlassen und außer Identitätspolitik keine weiteren politischen Interessen verfolgen."

Er ist der Ansicht, dass diese Allianz während der Karikaturenkrise sichtbar wurde, "als die gesamte Linke sich mit den kulturellen, akademischen und Medieneliten, fast allen Teilen der christlichen Kirchen, prominenten Kapitalisten und bürgerlichen Politikern verbündete, um die Karikaturen zu verurteilen und Premierminister Anders Fogh Rasmussen dafür, dass er sich weigerte, das Recht auf Meinungsfreiheit einzuschränken."

Ich weiß viele dieser Punkte zu schätzen und ich stimme überein, dass Multikulturalismus nicht ausschließlich der Zufluchtsort der Linken ist, was darauf hindeuten könnte, dass seine Wurzeln komplex sind und nicht vollständig im Marxismus liegen. Dennoch stimme ich mit jenen nicht überein, die behaupten, die sehr ähnliche Form der Gedankenkontrolle, die man Political Correctness nennt, habe keinerlei Verbindungen zum traditionellen Marxismus.

Koenraad Elst beschreibt, wie Ruby Schembry, einer 35-jährigen Bürgerin Maltas, die 2004 nach Großbritannien zog, 750 Pfund zugesprochen wurden, weil sie ihren Arbeitgeber, die HSBC Bank, wegen Rassendiskriminierung vor Gericht zerrte. Sie hatte ein privates Gespräch zwischen Kollegen mitgehört. Das Arbeitsgericht Watford befand sowohl Debbie Jones, eine Filialleiterin, als auch die HSBC Bank der Rassendiskriminierung für schuldig, nachdem Frau Schembry behauptet hatte, sie habe gehört, wie Frau Jones 2005 in einem Gespräch unter Kollegen gesagt habe "Ich hasse Ausländer" und "Ich bin gegen Einwanderung".

Das war einer der ersten Fälle, bei dem eine Äußerung, die nicht direkt gegenüber einer anderen Person getätigt worden war, die in dem speziellen Fall auch noch derselben Rasse wie die Angeklagte angehörte, als Rassismus ausgelegt wurde. Darüber hinaus befand das Gericht, dass die Verwendung des Ausdrucks "Ausländer" (foreigners) rassistisch sei. Der Urteilsspruch bedeutet auch, dass der bloße Fakt, dass jemand Ausländer "nicht mag", als Verbrechen angesehen wird, auch wenn die Abneigung ausschließlich privater Natur ist und nicht direkt im Verhalten gegenüber einem Ausländer ausgedrückt wird. Elst führt aus, dass dank der multikulturellen Gesellschaft und ihrer Leitideologie PC Menschen, die in der Vergangenheit als Inquisitoren oder Stasi-Informanten in der ehemaligen DDR Karriere gemacht hätten, heute Kollegen und Nachbarn bespitzeln können.

In einer anderen Geschichte aus Großbritannien erwägt die Labour-Regierung, Firmen , die nicht genug schwarze und asiatische Mitarbeiter haben, von der Vergabe millionenschwerer Verträge auszuschließen. Von Privatunternehmen könnte dann verlangt werden, anzugeben, wie viele schwarze und asiatische Mitarbeiter sie auf ihrer Gehaltsliste haben. Das würde dann mit dem Prozentsatz in der umgebenden Region verglichen werden. Gemäß dem Autor Neil Davenport sind die "Vorschläge zu dieser ‘affirmative action’ weniger dazu gedacht, Rassendiskriminierung anzugehen, sondern viel mehr ein Mechanismus, den privaten Sektor unter Regierungskontrolle zu bringen."

Wie diese zwei Beispiele aus Großbritannien - und man könnte noch viele hinzufügen - zeigen, gibt es in der Tat durchaus ein paar Gemeinsamkeiten zwischen Multikulturalismus/Political Correctness und traditionellem Marxismus. In marxistischen Gesellschaften wird die Öffentlichkeit ständig mit ideologischer Indoktrination durch die Medien bombardiert. Diese beständige Gehirnwäsche über die Gutartigkeit der herrschenden Ideologie ist ein sehr guter Indikator dafür, dass das exakte Gegenteil zutrifft. Für die Fälle, in denen das nicht ausreicht, gibt es auch ein Bespitzelungssystem für jene, die sich den Direktiven nicht fügen sowie auch Bestrafung, öffentliche Schikanen und "Umerziehung" für jene Individuen, die sich der offiziellen Staatsideologie nicht unterwerfen.

Diese Ideologie beinhaltet, dass der Staat die Kontrolle über alle Bereiche der Gesellschaft in der Hand halten muss oder zumindest regulierend und eingreifend tätig werden muss, was sehr wenig Raum für individuelle Freiheit und damit wahre Demokratie lässt. Wenn wir auf all die neuen Gesetze achten, die das Recht auf Meinungsäußerung und das Verhalten in der multikulturellen Gesellschaft einschränken - von der massiven Umschreibung unserer Geschichte und dem totalen Wandel, was die Natur unserer Institutionen an sich angeht, mal ganz abgesehen - dann verstehen wir, dass sich unsere Länder seit der Sekunde, an der Multikulturalismus als Staatsethos angenommen wurde, rasant in eine totalitäre Richtung bewegen.

Ich habe wenig Zweifel daran, dass diese post-demokratische Ideologie von gewissen Gruppen erwünscht war und gefördert wurde. Wenn wir uns die Leute ansehen, die die totalitärsten und freiheitsfeindlichsten Aspekte der Political Correctness unterstützen, wird offenbar, dass es häufig dieselben Organisationen und manchmal sogar dieselben Individuen sind, die eine Generation zuvor den traditionellen, ökonomischen Marxismus unterstützten. Sie verbergen ihre Ziele jetzt unter Slogans von "Vielfalt" und "Antirassismus", aber die Essenz ihrer Ideen ist immer noch dieselbe.

Berlinski, Hedegaard und andere scheinen dahingehend zu argumentieren, dass unsere Probleme weniger durch irgendein vorsätzliches ideologisches Projekt gewisser politischer Gruppierungen verursacht sind, sondern viel mehr durch einen allgemeinen kulturellen Vertrauensverlust im Westen. Das ist jedoch eine falsche Dichotomie. Es trifft nämlich beides zu.

Ich stimme mit Bat Ye'Or darin überein, dass der Aufstieg von Eurabia eng mit der Europäischen Union verbunden ist. Ich habe auch wenig Zweifel daran, dass viele linke Intellektuelle in unseren Medien und Universitäten die Grundpfeiler der westlichen Zivilisation ausradieren und durch etwas anderes ersetzen wollen.

Es ist richtig, dass diese Gruppen damit niemals so erfolgreich hätten sein können, wenn es stärkeren Widerstand vom Volk dagegen gegeben hätte. Es gibt tatsächlich einen kulturellen Vertrauensverlust, der manchmal an aktiven Selbsthass grenzt und der tief in die Bevölkerung eingedrungen ist und nicht nur in ein paar Eliten. Europas Glaube an sich selber erlitt in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs ernsthafte und in Auschwitz vielleicht tödliche Wunden.

Dennoch gab es, wie die von Skirbekk zitierten Zahlen zeigen, niemals einhellige Begeisterung für das multikulturelle Projekt. Seine Verfechter waren bestenfalls ein Teil der Bevölkerung, Post-Westler bildeten aber einen unverhältnismäßig hohen Anteil in den Medien, der akademischen Elite und dem politischen Establishment, um diejenigen in den der Überwachung entzogenen supranationalen Organisationen - wie zum Beispiel der EU - erst gar nicht zu erwähnen. Vielleicht versuchen die Verfechter des Multikulturalismus' auch zu verschleiern, dass nationale Autoritäten die Kontrolle über ihre Grenzen verloren oder vorsätzlich aufgegeben haben.

Das Überhandnehmen von Gesetzen gegen "hate speech" und die schiere Kraft der multikulturellen Propaganda sind machtvolle Hinweise darauf, dass es in Teilen der Öffentlichkeit sehr wohl Widerstand dagegen gibt. Nichts davon wäre notwendig geworden, wenn alle von dem Projekt hellauf begeistert wären oder freudig ihre eigene Auslöschung begrüßen würden, wie es Hedegaards These impliziert. Der drakonische Discrimination Act in Norwegen wurde - aus exakt diesem Grund - verschleiert und fast ohne jegliche öffentliche Debatte durchgedrückt. Multikulturalismus muss mehr und mehr einer widerstrebenden Bevölkerung mittels Wählerimport oder Täuschung aufgedrückt werden.

Ich stimme Herrn Hedegaard zu, dass es manchmal aussieht, als ob es eine bequeme Allianz zwischen Linken und Rechten gäbe. Die Europäische Union zum Beispiel kann nicht ausschließlich als sozialistisches Vorhaben erklärt werden. Manche Marxisten waren ziemlich kritisch gegenüber der EU, aber sie sind üblicherwesie aus den "falschen" Gründen kritisch, weil sie denken, der Gemeinsame Markt wäre eine neoliberale Verschwörung zur Förderung von mehr Kapitalismus. Ihrem Urteilsvermögen kann man daher auch bei anderen Themen nicht vertrauen.

Französische Sozialisten waren beispielsweise besorgt, dass aufgrund der EU polnische Klempner billiger arbeiten könnten als heimische Klempner. Sie widersetzen sich der EU nicht aus dem Grund, weil diese Multikulturalismus, Antiamerikanismus, die Dämonisierung Israels und proislamische Politik fördert, da ja alle diese Themen auch in ihrer eigenen politischen Agenda enthalten sind. In der Tat könnte man die exakt gleichen Argumente - Mangel an demokratischer Rechenschaftspflicht und massive Bürokratie - auch gegen die Vereinten Nationen anwenden, die UN jedoch kann sich des Beifalls der Linken immer gewiss sein. Und das bedeutet, dass die Linken nicht in erster Linie EU-kritisch sind, weil sie ihnen "zu undemokratisch" ist, sondern weil sie ihnen "zu kapitalistisch" ist.

Alles in allem gebe ich zu, dass ich ein bisschen simplifiziert habe, indem ich Political Correctness als Kulturmarxismus bezeichnet habe, aber ich bin nicht damit einverstanden, es gäbe keinerlei Verbindung zwischen Multikulturalismus und Marxismus.

12.11.06 19:46
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


kewil / Website (14.11.06 19:51)
Danke, ich verlinke das wieder!


nudelstricker (14.11.06 22:40)
Danke für den Artikel von Fjordman.

"Weitere Infos": sind sehr jugendliche Mitarbeiter der Troll & Fake AG. Bitte löschen

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