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Political Correctness - die Rache des Marxismus

 

von Fjordman

 

Original vom 14.Juni 2006: Political Correctness - The Revenge of Marxism

FrontPage Magazine: Sie haben die scharfsinnige Beobachtung gemacht, dass Political Correctness Schlechtigkeit hervorruft und zwar durch "die Gewalt, die sie den Seelen der Menschen antut, indem sie sie zwingt, etwas zu sagen oder stillschweigend zu akzeptieren, was sie nicht wirklich glauben, anstatt es in Frage zu stellen." Können Sie das ein bisschen näher erläutern?

Theodore Dalrymple: "Political Correctness ist kommunistische Propaganda im Kleinen. Während meiner Studien kommunistischer Gesellschaften bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht der Zweck kommunistischer Propaganda war, zu überzeugen oder zu überreden oder gar zu informieren, sondern zu demütigen; und deshalb war sie umso besser, je weiter sie von der Realität entfernt war. Wenn Menschen gezwungen sind, zu schweigen, wenn ihnen die offensichtlichsten Lügen erzählt werden, oder - schlimmer noch - wenn sie gezwungen sind, diese Lügen auch noch selber zu wiederholen, dann verlieren sie ein für alle Mal ihren Sinn für Redlichkeit. Sich mit offensichtlichen Lügen einverstanden zu zeigen, bedeutet, dass man mit der Schlechtigkeit kooperiert und ein gewisse Art auch selber schlecht wird. Die Kraft, sich irgendetwas zu widersetzen, bröckelt dadurch oder wird sogar ganz zerstört. Eine Gesellschaft von kastrierten Lügnern ist leicht zu kontrollieren. Ich denke, wenn man die Political Correctness untersucht, wird man feststellen, dass sie den gleichen Effekt hat, und das ist auch beabsichtigt."

Ich habe Menschen, die in ehemaligen kommunistischen Ländern aufgewachsen sind, sagen hören, dass wir im Westen durch den Multikulturalismus mindestens genau so gehirngewaschen sind wie sie es durch den Kommunismus waren, möglicherweise sogar noch mehr. Sogar in der Blütezeit des Ostblocks waren in all diesen Ländern Gruppen von Dissidenten aktiv. Das Beängstigende ist, dass ich manchmal glaube, diese Leute haben Recht.

Aber wie kann das möglich sein? Wir haben doch Meinungsfreiheit hier? Und wir haben doch keine Gulags?

Es ist schlicht und einfach so, dass wir den Kalten Krieg niemals so entschieden gewonnen haben, wie wir es hätten tun sollen. Ja, die Berliner Mauer fiel und die Sowjetunion brach zusammen. Dadurch fiel die militärische Bedrohung für den Westen weg, und der ökonomische Hardcore-Kommunismus erlitt als glaubwürdige Alternative einen Rückschlag. Jedoch war einer der wirklich großen Fehler, die wir nach dem Kalten Krieg machten, zu verkünden, der Sozialismus sei nun tot und daher nichts mehr, über das man sich Sorgen machen muss. Und hier stehen wir nun, fast eine Generation danach, und müssen erkennen, dass marxistische Rhetorik und marxistisches Denken jede Schicht unserer Gesellschaft von den Universitäten bis hin zu den Medien durchdringt. Islamischer Terrorismus wird durch "Armut, Unterdrückung und Ausgrenzung" erklärt, was eine klassische marxistische Interpretation ist.

Was geschehen ist, ist, dass - während der "harte" Marxismus der Sowjetunion zumindest vorerst zusammengebrochen sein mag - der "weiche" Marxismus der westlichen Linken sogar noch stärker geworden ist, teilweise sicher auch dadurch bedingt, dass er als weniger bedrohlich wahrgenommen wurde. Die "harten" Marxisten hatten interkontinentale Atomraketen und sagten offen, dass sie uns "beerdigen" wollten. Die weichen Marxisten reden von Toleranz und mögen durchaus weniger bedrohlich wirken, aber ihr Ziel, den bösen kapitalistischen Westen zu stürzen, bleibt dasselbe. Tatsächlich sind sie sogar noch gefährlicher, weil sie ihre wahren Ziele unter verschiedenen Bezeichnungen verbergen. Vielleicht sollten wir diese Form eher "Stealth- Sozialismus" anstatt weichen Sozialismus nennen.

Einer der Leser von Fjordmans Blog brachte es einmal damit auf den Punkt, dass wir niemals eine der Entnazifizierung vergleichbare sorgfältige Entmarxifizierung nach dem Kalten Krieg hatten. Er hatte dabei die ehemalige Sowjetunion und die Länder Osteuropas im Sinn, aber er hätte vermutlich auch deren marxistischen Mitläufer, die Sympathisanten und Apologeten im Westen, mit einschließen sollen. Wir haben uns niemals voll der Konfrontation mit der marxistischen Ideologie gestellt und klar aufgezeigt, dass das Leid, das sie über Hunderte von Millionen Menschen gebracht hat, ein direktes Ergebnis marxistischen Gedankenguts war. Wir haben einfach nur angenommen, der Marxismus sei jetzt tot und sind zur Tagesordnung übergegangen. Dadurch haben wir es ermöglicht, dass viele ihrer Ideale zu neuen Formen mutieren konnten und dass viele ihrer Helden ihre Arbeit ohne Unterbrechung fortsetzen konnten, manchmal voller Rachegefühle und mit neuem Eifer auf dem Weg zum nächsten Angriff auf den kapitalistischen Westen.

Jetzt zahlen wir den Preis dafür. Der Marxismus hat nicht nur überlebt, er floriert und ist in gewisser Hinsicht sogar stärker geworden. Linke Ideen zum Multikulturalismus und de-facto-offenen Grenzen haben in der öffentlichen Debatte die virtuelle Vorherrschaft übernommen, während ihre Kritiker verunglimpft und dämonisiert werden. Dadurch, dass sie ihre Ziele unter Etiketten wie "Antirassismus" und "Toleranz" verbergen, haben Linke ein Ausmaß von Zensur der öffentlichen Debatte erreicht, vor dem sie niemals zu träumen gewagt hätten, wenn sie offen verkündet hätten, dass ihre Intention die Umwandlung der westlichen Zivilisation und die Zerstörung ihrer Grundpfeiler ist.

Die Linken sind nach dem Kalten Krieg ideologische Waisenkinder geworden oder vielleicht sollten wir sie doch besser als ideologische Söldner bezeichnen. Obwohl die real existierende Alternative zum Kapitalismus nicht funktioniert hatte, ebbte ihr Hass auf unser System niemals ab, er wandelte sich nur in andere Formen um. Multikulturalismus ist nichts weiter als ein anderes Wort für "teile und herrsche". Man spielt verschiedene ethnische und kulturelle Gruppen gegeneinander aus und zerstört so den Zusammenhalt der westlichen Gesellschaft von innen heraus.

Die Menschen, die in den ehemaligen kommunistischen Ländern leben, wussten und anerkannten zumindest, dass sie Teil eines gigantischen Sozialexperiments waren und dass die Medien und Autoritäten ihnen Propaganda vorsetzten, um Unterstützung für dieses Projekt zu gewinnen. Wir im angeblich freien Westen hingegen sind ebenfalls Teil eines exakt genauso radikalen, utopischen und potentiell gefährlichen gigantischen Sozialexperiments in Form von Multikulti und islamischer Einwanderung, das darauf aus ist, unsere ganze Gesellschaft von Grund auf umzuwandeln, aber wir weigern uns immer noch, es überhaupt nur wahrzunehmen.

In Norwegen, einem kleinen skandinavischen Land, in dem bis vor kurzem noch 99% der Bevölkerung weiß und lutheranische Christen waren, werden einheimische Norweger bald eine Minderheit in ihrer eigenen Hauptstadt und später in ihrem ganzen Land bilden. Und immer noch beharren norwegische Politiker, Journalisten und Universitätsprofessoren darauf, dass das nichts sei, worüber man sich Sorgen machen müsse. Multikulturalismus ist nicht neu und Immigration ist es auch nicht. In der Tat wurde vor hundert Jahren unser König in Dänemark geboren und daher ist es ja auch ganz normal - nichts weiter als Business as usual - wenn wir eine Hauptstadt haben, die von Pakistanis, Kurden, Arabern und Somalis dominiert wird. Die massivste Umwandlung des Landes in tausend Jahren und wahrscheinlich der ganzen bekannten Geschichte wird behandelt, als ob das die natürlichste Sache der Welt wäre. Nur alleine die Andeutung, dass daran vielleicht etwas nicht in Ordnung sein könnte, wird umgehend als "Rassismus" niedergeschrieen.

Eric Hoffer hat ausgeführt, dass "es offensichtlich ist, dass eine missionierende Massenbewegung alle existierenden Gruppenbindungen zerbricht, wenn ihre Gefolgschaft eine gewisse Größe annimmt. Der ideale potentielle 'Konvertit' ist ein Individuum, das alleine steht und kein kollektives Umfeld hat, zu dem es sich zugehörig fühlt und in dem es sich verlieren kann, um dadurch die Kleinheit, Bedeutungslosigkeit und Schäbigkeit seiner individuellen Existenz zu maskieren. Wo eine Massenbewegung auf eine sich in Auflösung und Verfall befindliche Familien-, Stammes- und Landesstruktur trifft, muss sie nur hingehen und die Ernte einfahren. Wo sie auf intakte Strukturen trifft, muss sie angreifen und zerstören." Das stimmt exakt mit dem Benehmen großer Teile der westlichen Linken unserer Zeit überein.

Der deutschen Autor Hans-Peter Raddatz hat in seinem Buch “Allahs Frauen” die destruktive Multikulti- Haltung, die so viele Beamte, Journalisten, Politiker und Anwälte in Deutschland und der EU einnehmen, exakt analysiert. Insbesondere dokumentiert er, wie die deutschen Grünen den Abbau und die Auflösung der christlichen "Leitkultur", die bis dahin den Grundpfeiler Deutschlands und des Westens gebildet hatte, in ihr Programm aufgenommen haben. Raddatz ist der Ansicht, dass die Jahrzehnte der islamischen Einwanderung als Instrument benutzt werden, mittels dessen man die Institutionen, Normen und Ideen zum Zusammenbruch bringt, den die Linken früher mit wirtschaftlichen Mitteln erreichen wollten. Von mächtigen Position in Medien, öffentlichen Einrichtungen und Bildungswesen aus arbeiten diese Multikulturalisten an dem großen Projekt, die westliche Gesellschaft zu erneuern, die ihrer Ansicht nach gescheitert ist.

Die norwegische Zeitung Dagens Næringsliv enthüllte, dass die größte "antirassistische" Organisation des Landes - SOS Rasisme - massiv von Kommunisten und extremen Linken unterwandert ist. Sie unterwanderten die Organisation in den späten 80er und frühen 90er Jahren, in anderen Worten während des Zusammenbruchs des Kommunismus in Osteuropa. Sie gingen direkt vom Kommunismus zum Multikulturalismus weiter, was eigentlich ein Hinweis darauf sein sollte, dass zumindest einige von ihnen Multikulti als Fortsetzung des Kommunismus mit anderen Mitteln sehen. Es spricht Bände über die enge Verbindung zwischen ökonomischem Marxismus und Kulturmarxismus. Sie unterscheiden sich nur in den Mitteln, mit denen sie dasselbe Ziel erreichen wollen.

Große Teile der politischen Linken sind einfach nur damit beschäftigt, ihre Opponenten als böse zu entlarven anstatt rational gegen deren Ansichten zu argumentieren. Jedem, der die massive Einwanderung und Multikulti kritisiert, das Etikett "Rassist" oder gar "Faschist" anzukleben, ist so selbstverständlich geworden, dass norwegische Anti-Islamisten ein neues Wort dafür kreiert haben: "Hitling", das man mit "zum Hitler machen" grob ins Deutsche übersetzen könnte. Die Logik, die hinter "Hitling" steht, ist ungefähr die folgende: "Du hast einen Bart. Adolf Hitler hatte auch einen, also musst Du wie Hitler sein. Adolf Hitler liebte Hunde. Du hast auch Haustiere, Du musst wie Hitler sein. Adolf Hitler war Vegetarier. Du magst Karotten, Du bist genau wie Hitler."

Jeder "Rechte" kann mit solchen Anschuldigungen geschwächt werden. Erstaunlicherweise funktioniert es umgekehrt fast nie. Obwohl der Marxismus während des 20. Jahrhunderts vermutlich 100 Millionen Menschen getötet hat und in jeder einzelnen Gesellschaft, in der er ausprobiert wurde, gescheitert ist, wird es scheinbar kaum als Stigma empfunden, ein Linker zu sein. Dass Linke damit davonkommen können und auch noch die moralische Deutungshoheit für sich reklamieren können, zeigt mehr als klar, dass wir den Kalten Krieg nicht gewonnen haben. Wir haben einfach unser Wachpersonal abgezogen, als die Berliner Mauer fiel und niemals richtig die Ideologie, die hinter ihr stand, verurteilt. Das fällt jetzt auf uns zurück.

Ein Mitglied einer Anti-Immigrations-Partei in Großbritannien hat festgestellt, dass im Großbritannien des 21. Jahrhunderts die Beschuldigung, ein Rassist zu sein, "das gleiche ist, was die Beschuldigung, eine Hexe zu sein, im Mittelalter war." Er hat wahrscheinlich Recht, was dann aber auch bedeutet, dass Antirassismus ganz wörtlich zu einer modernen Hexenjagd geworden ist.

Naomi Klein, eine kanadische Aktivistin und Autorin des Buches "No Logo", ist eine Ikone der westlichen Linken. Sie behauptet, dass der wahre Grund für islamischen Terrorismus westlicher Rassismus sei, der bis zu den persönlichen Erlebnissen von Sayyid Qutb in den 40er Jahren in den USA zurückgeht. Sayyid Qutb war ein Vordenker des modernen islamischen Jihads. "Das wahre Problem" schließt sie "ist nicht zu viel Multikulti sondern zu wenig." Mehr Multikulti", so behauptet sie "würde den Terroristen das aus der Hand nehmen, was stets ihr größtes Rekrutierungsmittel war: Unseren Rassismus."

Robert Spencer dagegen ist von Kleins Logik und ihrem historischen Wissen nicht sehr beeindruckt: "Der weltverändernde Zorn Qutbs?" Ist das wirklich der Zorn Qutbs? Kann der neuzeitliche islamische Terrorismus wirklich auf ihn zurückgeführt werden, auf seine Rassismus-Erfahrungen in Colorado? Man sollte annehmen, dass wenn das der Fall wäre, es dann keine Hinweise auf politischen oder gewalttätigen Islam in der Zeit vor 1948 geben dürfte. Aber in der Tat wurde die Muslimbruderschaft, der Qutb angehörte, nicht 1948 sondern 1928 gegründet, und auch nicht von Qutb sondern von Hasan Al-Banna. Es war Al-Banna, nicht Qutb, der schrieb: "nach [islamischer] Tradition gibt es eindeutige Hinweise auf die Verpflichtung, die Buchbesitzer [d.h. Juden und Christen] zu bekämpfen, und auch darauf, dass Gott jene, die sie bekämpfen, doppelt belohnt. Der Jihad richtet sich nicht nur gegen Polytheisten sondern gegen alle, die den Islam nicht annehmen."

Auch Paul Berman stimmt mit Kleins Interpretation nicht überein. Ihm zufolge zeigt Qutbs Buch aus den 40er Jahren "Social Justice and Islam" (Soziale Gerechtigkeit und Islam), dass er schon vor seine Reise in die USA "sehr gefestigt in seinem islamischen Fundamentalismus war", obwohl es möglicherweise nach seinem Zusammentreffen mit westlicher "Unmoral" schlimmer geworden ist. Nach Berman war nach Qutbs Einschätzung das wahrhaft gefährliche Element des amerikanischen Lebens "weder der Kapitalismus noch die Außenpolitik noch der unglückselige Kult um Unabhängigkeit von Frauen. Das wahrhaft gefährliche Element in Amerika liegt in der Trennung von Kirche und Staat - das moderne politische Erbe der alten christlichen Trennung zwischen dem Heiligen und dem Profanen." Die wahren Helden des Islam sollten sich zu etwas sammeln, was Qutb in seinem Buch Milestones(Meilensteine) eine Vorhut nannte. "Diese Vorhut wahrer Moslems soll das Kalifat wieder auferstehen lassen und den Islam in alle Welt tragen, wie Mohammed es getan hatte". Sowohl Milestones als auch Teile von Qutbs vielleicht bedeutsamsten Werk In the Shade of the Qur’an (Im Schatten des Koran) sind online auf Englisch verfügbar. In Milestones schreibt er, dass der Jihad so lange weitergehen wird, bis alle Welt dem Islam zustimmt, dass "der Islam in diese Welt gekommen ist, um Gottes Regeln auf Gottes Erde zu errichten. (...) Der Islam hat das Recht dazu, alle Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen, zu beseitigen," er hat das Recht, überall auf der Welt "alle Hindernisse - seien es Institutionen oder Traditionen - die dem entgegenstehen, zu zerstören. (...) Gottes Herrschaft auf Erden kann nur durch das islamische System errichtet werden." Was hat das mit westlichem Rassismus zu tun? Warum begann der Jihad schon tausend Jahre bevor der westliche Kolonialismus jemals islamische Länder berührte? Was ist mit den zig Millionen Menschen, die in Indien im Rahmen des islamischen Jihad massakriert wurden? Geschah das auch aufgrund von westlichem Rassismus? Dazu sagt Naomi Klein nichts, sie beschuldigt einfach nur den Westen. Und sie ist weit davon entfernt, die einzige zu sein, die dieser Selbsttäuschung verfallen ist.

In seinen Kommentaren zu den Jihad-Unruhen in Frankreich im Herbst 2005, äußerte der Philosoph Alain Finkielkraut: "In Frankreich würde man diese Aufstände sehr gerne auf eine soziale Dimension reduzieren, man würde sie sehr gerne als eine Revolte von Vorstadt-Jugendlichen sehen, die sich gegen ihre Situation, gegen erlittene Diskriminierung und gegen Arbeitslosigkeit richtet. Das Problem dabei ist, dass die meisten dieser Jugendlichen schwarze oder arabische Moslems sind. Sehen Sie, es gibt in Frankreich auch andere Einwanderer, deren Situation nicht einfach ist - Chinesen, Vietnamesen, Portugiesen - aber die nehmen nicht an diesen Aufständen teil. Daher wird klar, dass es sich um eine Revolte von ethno-religiösem Charakter handelt. Diese Leute werden wie Rebellen, wie Revolutionäre behandelt (...) sie sind 'interessant'. Sie sind die 'Elenden der Erde'. Stellen Sie sich einen Augenblick lang vor, es wären Weiße wie in Rostock, Deutschland. Ganz zu Recht hätte jedermann gesagt: 'Faschismus wird nicht toleriert'. Wenn ein Araber eine Schule anzündet, ist es Rebellion. Wenn ein weißer Junge das tut, ist es Faschismus. Böse ist aber böse, egal welche Farbe es hat."

In einem Interview mit der dänischen Wochenzeitung Weekendavisen sagte Finkielkraut: “Rassismus ist das einzige, was bei Intellektuellen, Journalisten und Menschen aus dem Unterhaltungssektor - in anderen Worten bei den Eliten - noch Verärgerung auslösen kann. Kultur und Religion sind zusammengebrochen, nur noch Antirassismus ist geblieben. Und er funktioniert wie ein intoleranter und unmenschlicher Götzendienst. (...) Ein Vorsitzender einer dieser Organisationen gegen Rassismus hatte den Nerv, im Zusammenhang mit den Aktionen der Polizei in den Pariser Vororten von 'ethnischer Säuberung' zu sprechen. Wenn die Situation in Frankreich mit solcherart Ausdrücken beschrieben wird, dann zeigt das eine vorsätzliche Manipulation der Sprache auf. Leider haben diese kranken Lügen die Öffentlichkeit davon überzeugt, dass die Zerstörungswut in den Vorstädten als Ausdruck von Protest gegen Ausgrenzung und Rassismus gesehen werden sollte. (...) Ich glaube, dass das Hirngespinst vom 'Krieg gegen Rassismus' sich Schritt für Schritt zu einer auf abscheuliche Weise falschen Ideologie entwickelt: Zu einer Quelle der Gewalt."

Vielleicht sind die Franzosen Jean-Paul Sartres Nihilismus anheim gefallen? Roger Scruton schrieb in The Spectator über dessen immer noch andauernden Einfluss: "Die Franzosen haben sich noch nicht von Sartre erholt und werden es vielleicht nie. Sie waren gezwungen, mit einem intellektuellen Establishment zu leben, das fortwährend die zwei Dinge, die das Land zusammenhalten, verleugnete: Das Christentum und die Idee von Frankreich. Die antibürgerliche Haltung der linksgerichteten Intellektuellen hat in die Politik Eingang gefunden und eine Elite hochkommen lassen, für die nichts sicher ist, ausgenommen die Verleugnung der nationalen Idee. Diesem Prozess ist es zu verdanken, dass das geisteskranke Projekt der Europäischen Union unauslöschlich in die französische Politik eingraviert wurde, obwohl es die Menschen Frankreichs ablehnen. Dieser Elite ist es zu verdanken, dass die Masseneinwanderung nicht-assimilierbarer islamischer Gemeinschaften sowohl begünstigt als auch subventioniert wurde. Dieser Elite ist es zu verdanken, dass der Sozialismus so tief in den französischen Staat eingebettet wurde, dass kein Mensch das heute reformieren kann. (...) Der Mensch lebt nicht von Verhandlungen allein."

Karl Marx selber hat erklärt: "Frieden bedeutet die Abwesenheit von Opposition gegen den Sozialismus" eine Beschreibung, die fast exakt mit der islamischen Idee übereinstimmt, dass "Frieden" die Abwesenheit von Opposition gegen die islamische Herrschaft bedeutet. Kulturmarxismus - aka Political Correctness - und Islam haben dieselbe totalitäre Perspektive gemeinsam und finden in ihrer Ablehnung der freien Diskussion instinktiv zusammen, aber auch in dem Gedankengut, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung da, wo es für bestimmte Gruppierungen "beleidigend" ist, eingeschränkt werden muss. Der Ex-Moslem Ali Sina stellt fest, dass "es zwischen der Linken und dem Islam sehr wenige Unterschiede gibt. Was diesen beiden Glaubensrichtungen fehlt, ist das Bekenttnis zur Goldenen Regel. So wie für Moslems alles Islamische a priori richtig und gut ist, während alles Unislamische a priori falsch und schlecht ist, ist für die Linke alles Linke a priori unterdrückt und gut und alles Rechte a priori unterdrückend und böse. Fakten sind ohne Belang. Gerechtigkeit wird daran festgemacht, wer man ist und nicht daran, was man tut. (...) Political Correctness ist eine intellektuelle Geisteskrankheit. Sie bedeutet, dass man da, wo die Wahrheit nicht zweckdienlich ist, zweckdienlich lügt. Diese Praxis ist so weit verbreitet und so üblich, dass sie als normal angesehen wird." Ali Sina zitiert auch den Historiker Christopher Dawson: "Es ist für das Individuum ganz leicht, eine negative Haltung des kritischen Skeptizismus einzunehmen. Aber wenn eine Gesellschaft als ganzes jeglichen positiven Glauben aufgibt, ist sie machtlos, den zersetzenden Einflüssen von Selbstsucht und privaten Interessen zu widerstehen. Jede Gesellschaft ruht in letzter Instanz auf der Anerkennung gemeinsamer Prinzipien und Ideale und wenn sie keine moralische oder spirituelle Anziehungskraft auf die Loyalität ihrer Mitglieder ausübt, dann muss sie unvermeidlich in Stücke fallen." Das wird das Endergebnis des Multikulturalismus sein und man kann durchaus argwöhnen, dass es auch an seinem Anfang stand.

Ein weiterer Ex-Moslem, der Autor Ibn Warraq, besuchte Dänemark, um sein Buch "Why I am not a Muslim" (Warum ich kein Moslem bin) vorzustellen. In einem Interview sprach Ibn Warraq darüber, dass insbesondere unter Linken ein postkolonialer Schuldkomplex vorherrscht, der für jegliche Kritik am Islam oder Dritte-Welt-Kulturen ein fast unüberwindliches Hindernis darstellt. Die Linke hat damit ihre eigenen universellen Werte zugunsten eines gefährlichen Relativismus beiseite geschoben. Ibn Warraq führte aus, dass mehr als 50 Jahre nachdem der Westen seine Kolonien in der Dritten Welt aufgab, die Linke immer noch alle Übel Afrikas und des Nahen Ostens den früheren Kolonialmächten anlastet, während die gleiche Linke nur zehn Jahre nach dem Fall des Kommunismus die Probleme Russlands dem ungezügelten Kapitalismus anlasten. "Die Linke weigert sich, irgendwo anders Antworten zu suchen. Gleichzeitig sind sie, streng nach Marx, daran gewöhnt, für alles nach ökonomischen Erklärungen zu suchen. Konsequent suchen sie also die Erklärung für islamischen Terrorismus in der wirtschaftlichen Lage. Aber es wird mir immer ein großes Mysterium bleiben, inwiefern 200 tote Menschen in Madrid den Armen in der islamischen Welt nützen sollen."

Der Präsident der Tschechischen Republik, Vaclav Klaus, der persönliche Erfahrungen mit dem Leben unter dem Sozialismus hat, warnt davor, dass er möglicherweise nicht ganz so tot ist, wie man annehmen möchte: "Wir können wahrscheinlich sehr zuversichtlich sagen, dass seine "harte Version" - der Kommunismus - vorbei ist." Jedoch "fürchte ich fünfzehn Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus mehr als sofort danach, dass seine weichere (oder schwächere) Version, die Sozialdemokratie - unter verschiedenen Namen wie z.B. Sozialstaat - zum vorherrschenden Modell des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems der aktuellen westlichen Zivilisation geworden ist. Es basiert auf einer umfangreichen und bevormundenden Regierung, auf ausgedehnter Regulierung des menschlichen Verhaltens und auf groß angelegter Einkommens-Umverteilung. (...) Der explizite Sozialismus hat seine Anziehungskraft verloren und wir sollten ihn heute nicht mehr als den Hauptrivalen unserer Vorstellungen ansehen." Klaus warnt davor, dass illiberales Gedankengut in verschiedener Gestalt ein Comeback feiert: "Dieses Gedankengut ähnelt ihm [dem Sozialismus] in vielerlei Hinsicht. Es gibt immer eine Begrenzung (oder Einschränkung) menschlicher Freiheiten, es gibt immer ein ehrgeiziges Social Engeneering (Sozialkonstruktion), es gibt immer eine unbescheidene "Durchsetzung des Guten" durch diejenigen, die zum König über andere gegen deren Willen gesalbt wurden (Thomas Sowell). (...) Die derzeitigen Bedrohungen der Freiheit mögen einen anderen 'Hut aufhaben', sie mögen ihre wahre Natur besser verbergen, sie mögen ausgeklügelter als früher sein, aber sie sind - im Prinzip - das, was sie immer waren."

"Ich denke dabei an Umweltaktivismus (mit ihrem Prinzip "Die Erde zuerst" anstatt "Freiheit zuerst" ) , radikalen Menschenrechtsaktivismus (der - wie Jasay präszise feststellt - darauf basiert, dass er nicht zwischen Rechten und Rechtsaktivismus unterscheidet) , die Ideologie der Bürgergesellschaft (oder Kommunitarismus), die nichts weiter ist als eine Version des post-marxistischen Kollektivismus, der nach Privilegien für organisierte Gruppen strebt und als Folge davon nach einer Refeudalisierung der Gesellschaft. Ich denke dabei auch an Multikulturalismus, Feminismus, apolitischen Technokratismus (der auf einem Ressentiment gegen Politik und Politiker basiert), Internationalismus (und speziell die europäische Variante davon, den Europäismus) und ein rapide wachsendes Phänomen, das ich NGOismus nennen möchte. [Anm. d. Ü.: NGO = Non Government Organization, nichtstaatliche Organisation]

Vladimir Bukovsky ist ein ehemaliger Sowjetdissident, Autor und Menschenrechtsaktivist. Er war einer der ersten, der die sowjetische Praxis, politische Gefangene in psychiatrischen Anstalten zu inhaftieren, enthüllte und verbrachte selber insgesamt zwölf Jahre in sowjetischen Gefängnissen. Heute in England lebend warnt er vor einigen derselben antidemokratischen Impulse im Westen, speziell in der EU, in der er ein Vermächtnis der Sowjetunion sieht. Im Jahr 2002 schloss er sich Protesten gegen die Zwangs-TV-Gebühren der BBC an, die er als "eine dermaßen mittelalterliche Regelung" ansieht, dass " ich einfach dagegen protestieren muss (...) Die Briten werden gezwungen, Geld an ein Unternehmen zu bezahlen, das die freie Rede unterdrückt - indem es Ansichten veröffentlicht, mit denen sie nicht unbedingt einig sind." Er ist mit der BBC wegen ihrer "Voreingenommenheit und Propaganda" hart ins Gericht gegangen, insbesondere was Berichte über die EU und den Nahen Osten angeht. "Ich wünschte, die BBC würde die Nachfolge des KGB antreten und mich dafür ins Gefängnis stecken, dass ich das Recht auf freie Meinungsäußerung einfordere. Nichts würde sie besser als das entlarven, was sie ist."

Er ist nicht der einzige, der das, was er für die linke Voreingenommenheit der BBC hält, satt hat. Auch Michael Gove, ein konservativer Parlamentarier und der politische Kommentator Mark Dooley beklagen die einseitige Berichterstattung zu gewissen Themen: "Nehmen Sie zum Beispiel die Berichterstattung der BBC über den späten Jassir Arafat. In einem Porträt, das 2002 ausgestrahlt wurde, wurde er als "Symbolfigur" und "Held" gepriesen, seine Terrortruppen, seine Korruption und seine brutale Unterdrückung palästinensischer Dissidenten fanden keine Erwähnung. Als Israel den spirituellen Führer der Hamas, Scheich Ahmed Yassin 2004 tötete, geschah ähnliches. Ein BBC-Reporter beschrieb ihn als "höflichen, charmanten, klugen und tief religiösen Mann. Und das ungeachtet der Tatsache, dass die Hamas unter der Führung Yassins Hunderte von Menschen ermordet hatte. (...) Eine weiche linke Weltsicht beeinflusst viel zu stark die Berichterstattung des Unternehmens. Wir haben ein Recht, von einem Fernsehsender, für den wir bezahlen müssen, mehr Aufrichtigkeit zu erwarten."

Vladimir Bukovsky ist der Ansicht, dass der Westen den Kalten Krieg verloren hat. "Es gab keine Nürnberger Prozesse in Moskau. Warum nicht? Weil wir zwar den Kalten Krieg militärisch gewonnen aber ideologisch verloren haben. Der Westen stoppte einen Tag zu früh gerade wie bei der Aktion Desert Storm [im Irak 1991]. Stellen Sie sich einfach mal vor, die Alliierten hätten sich 1945 mit einer Art Perestroika in Nazideutschland zufrieden gegeben - anstatt bedingungsloser Kapitulation. Wie hätte sich dann die Lage in Europa entwickelt - ganz zu schweigen von der Lage in Deutschland? Alle ehemaligen Nazi-Kollaborateure wären an der Macht geblieben, wenn auch in einer neuen Verkleidung. Genau das ist 1991 in der Sowjetunion geschehen. (...) Der Kommunismus ist möglicherweise tot, aber die Kommunisten blieben in den meisten der ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes an der Macht, während ihre westlichen Kollaborateure überall in der Welt (und ganz speziell in Europa) an die Macht kamen. Das ist nicht weniger als ein Wunder: Die Niederlage der Nazis 1945 zog vollkommen logischerweise einen Auftrieb für die Linke in der Weltpolitik nach sich, während die Niederlage des Kommunismus 1991 ebenfalls einen Auftrieb für die Linke mit sich zog - dieses Mal aber vollkommen unlogischerweise. (...) Es ist daher keine Überraschung, dass trotz der Niederlage des Kommunismus, die radikale Linke im Westen immer noch die moralische Deutungshoheit für sich beansprucht."

"Als die Nazis den 2. Weltkrieg verloren, wurde dadurch der Rassenhass diskreditiert. Als die Sowjets den Kalten Krieg verloren, blieb die Lehre vom Klassenhass so verbreitet wie zuvor." Bukovsky argumentiert, dass trotz der Tatsache, dass der Westen einen militärischen Sieg davon getragen haben mag, der Sozialismus als verbreitetes Gedankengut weltweit ideologisch triumphieren konnte. Er schreibt: "Weil wir es versäumt haben, dem kommunistischen System endgültig den Garaus zu machen, sehen wir uns nun der Gefahr gegenüber, dass wir die Überbleibsel des Monsters in unsere Welt integrieren. Man kann es möglicherweise nicht mehr Kommunismus nennen, aber es behielt viele von dessen gefährlichen Charakteristika ... Solange bis nicht in etwas Vergleichbarem wie den Nürnberger Prozessen der Richterspruch über alle vom Kommunismus begangenen Verbrechen gesprochen ist, ist er nicht tot und der Krieg nicht vorbei."

Die Wurzeln des Kulturmarxismus reichen bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück, als sozialistische Vordenker sich dafür aussprachen, die kulturellen Grundlagen der westlichen Zivilisation zu attackieren, um den Weg für den Übergang zum Sozialismus zu ebnen. Kulturmarxismus ist somit nichts "Neues". Er hat über Generationen hinweg neben dem ökonomischen Marxismus existiert, aber er feierte seinen großen Aufschwung im Westen erst ab den 60er und 70er Jahren. Als die Sowjetunion zerfiel und China sich dem Kapitalismus zuwandte, sprangen die ökonomischen Marxisten mit auf den Zug des Kulturmarxismus auf, weil der nun der einzige Hahn auf dem Misthaufen war. Sie können keine brauchbare Alternative vorweisen, aber das stört sie nicht. Sie glauben wirklich, dass wir, der Westen, so böse und ausbeuterisch sind, dass buchstäblich alles besser wäre, sogar das islamische Kalifat.

Die Free Congress Foundation stellt eine interessante Broschüre mit dem Namen "Political Correctness: A Short History of an Ideology" online zur Verfügung, die von William S. Lind herausgegeben wird. Lind zufolge, ist die Political Correctness "bestrebt, unser Verhalten, unser Denken und sogar die Wörter, die wir gebrauchen, zu verändern. Und in maßgeblichem Ausmaß ist ihr das auch bereits gelungen. (...) Wer oder was auch immer die Sprache kontrolliert, kontrolliert die Gedanken. (...) Political Correctness ist nichts anderes als Kulturmarxismus. Die Bemühungen, den Marxismus vom Ökomischen ins Kulturelle zu übertragen, begann nicht erst mit den Studentenunruhen in den 60ern. Sie gehen mindestens bis in die 20er Jahre und auf die Schriften des italienischen Kommunisten Antonio Gramsci zurück. 1923 gründete eine Gruppe von Marxisten in Deutschland eine Institution, die sich mit dieser Übertragung befassen sollte, das Institut für Sozialforschung (später besser bekannt unter dem Namen 'Frankfurter Schule'). Einer der Gründer, Georg Lukács, erklärte Sinn und Zweck des Instituts damit, dass es die Antwort auf die Frage sei: "Wer rettet uns vor der westlichen Zivilisation." Lind denkt, dass es große Parallelen zwischen klassischem und Kulturmarxismus gibt: "Beide sind totalitäre Ideologien. Die totalitäre Natur der Political Correctness kann man an Universitäten beobachten, wo 'PC' das Kollegium übernommen hat: Freie Rede, Pressefreiheit und sogar freies Denken wurden eliminiert. (...) Heute, wo der ökonomische Marxismus tot ist, hat der Kulturmarxismus sich seine Schuhe angezogen. Das Medium hat sich verändert, aber die Botschaften sind dieselben geblieben: Eine Gesellschaft des radikalen Egalitarismus, der mittels der Staatsmacht durchgesetzt wird."

"Wie im klassischen ökonomischen Marxismus sind bestimmte Gruppierungen, z.B. Arbeiter und Bauern, a priori gut, während andere Gruppierungen wie z.B. die Bourgeoisie und Kapitaleigner schlecht sind. Im Kulturmarxismus der Political Correctness sind ebenfalls bestimmte Gruppierungen gut" zum Beispiel Feministinnen. Ähnlich wird "automatisch festgeschrieben, dass weiße Männer schlecht sind, wodurch sie das Äquivalent zur Bourgeoisie im ökonomischen Marxismus werden." Sowohl der ökonomische als auch der Kulturmarxismus "verfügen über eine Methode, die automatisch die gewünschte Antwort liefert. Für den klassischen Marxisten ist es die Wirtschaftstheorie von Marx. Für den Kulturmarxisten ist es Dekonstruktion. Dekonstruktion nimmt sich jeden Text vor, entfernt den ursprünglichen Inhalt daraus und baut den gewünschten Inhalt in ihn ein."

Raymond V. Raehn stimmt mit Lind überein, dass "Political Correctness Marxismus ist, und zwar mit allem, was das impliziert: Verlust der freien Meinungsäußerung, Gedankenkontrolle, Umkehrung der traditionellen Gesellschaftsordnung, und schließlich ein totalitärer Staat." Im zufolge "hatte Gramsci die Vision eines langen Marsches durch die Institutionen der Gesellschaft, einschließlich Regierung, Justiz, Militär, Schulen und Medien. (...) Er kam auch zu dem Schluss, dass, so lange die Arbeiter eine christliche Seele haben, sie dem Ruf der Revolution nicht folgen werden." Ein anderer Vertreter der frühen Kulturmarxisten, Georg Lukász, führte aus: "Ein weltweiter Werteumsturz kann nicht stattfinden, ohne dass die alten Werte vernichtet und von den Revolutionären neue erschaffen werden." Bei einem Treffen in Deutschland im Jahr 1923 "schlug Lukásc vor, das Konzept des "Kulturellen Pessimismus" einzuführen, um die Völker des Westens in einen Zustand von Hoffnungslosigkeit und Entfremdung zu versetzen, um so die notwendigen Vorbedingungen für die Revolution zu schaffen."

William S. Lind führt aus, dass dieser Kulturmarxismus seine Ursprünge darin hat, dass die marxistischen Kulturrevolution in Russland erfolglos dabei blieb, in anderen Ländern Fuß zu fassen. Marxisten versuchten, die Gründe dafür zu analysieren und machten sie in der westlichen Zivilisation und Kultur selber aus. "Gramsci sagte, dass die Arbeiter nie ihre wahren Klasseninteressen, wie sie durch den Marxismus definiert sind, sehen können, solange sie nicht von der westlichen Kultur und speziell von der christlichen Religion befreit werden - sie werden durch Kultur und Religion blind für ihre wahren Klasseninteressen. Lukász, der den Ruf hat, der brillanteste marxistische Theoretiker seit Marx selber zu sein, sagte 1919: 'Wer rettet uns vor der westlichen Zivilisation?'"

John Fonte beschreibt in seinem kraftvollen Werk “Why There Is A Culture War: Gramsci and Tocqueville in America.” (Warum wir uns in einem Kulturkrieg befinden: Gramsci und Tocqueville in Amerika), wie dieser Kulturkrieg nun in den USA ausgetragen wird. Ihm gemäß "tobt unter der Oberfläche der amerikanischen Politik ein ideologischer Kampf zwischen zwei konkurrierenden Weltbildern. Ich möchte diese Weltbilder nach den zwei Intellektuellen, die die Vordenker der zwei sich bekriegenden Ideen waren "gramscianisch" und "tocquevillianisch" nennen - nach dem italienischen Denker Antonio Gramsci des 20. Jahrhunderts und dem französischen Intellektuellen Alexis de Tocqueville des 19. Jahrhunderts. Der Einsatz bei dem Kampf zwischen den intellektuellen Vermächtnissen dieser beiden Männer ist nichts Geringeres als die Frage, was für eine Art Land die USA in den kommenden Jahrzehnten sein wird."

Antonio Gramsci (1891-1937), marxistischer Intellektueller und Politiker, "glaubte, dass es notwendig sei, zunächst die vorherrschenden Glaubenssysteme der herrschenden Gruppierungen zu delegitimieren und eine "Gegen-Hegemonie" (z.B. ein neues Wertesystem für die Unterschicht) zu erschaffen, bevor es möglich wird, die Ausgegrenzten an die Macht zu bringen. Darüber hinaus argumentierte er, dass es aufgrund der Tatsache, dass die vorherrschenden Werte alle Bereiche der bürgerlichen Gesellschaft durchdringen - Schulen, Kirchen, Medien, ehrenamtliche Vereinigungen - es die bürgerliche Gesellschaft selbst sein müsse, die im "Krieg um die Position" das Schlachtfeld ist. Aus dieser Überlegung resultierte der Satz, für den man Gramsci kennen sollte (und der in einem feministischen Slogan nachgeplappert wird) - dass das ganze Leben "politisch" ist. So wurden Privatleben, Arbeitsplatz, Religion, Philosophie, Kunst und Literatur und das bürgerliche Leben ganz allgemein zu umkämpften Schlachtfeldern im Kampf um die gesellschaftliche Veränderung." Das ist nach Fonte "der eigentliche Kern des Gramscianisch-Hegelianischen Weltbildes - auf Gruppen basierende Moral oder eben die Idee, dass Moral das ist, was den Interessen von "unterdrückten" oder "ausgegrenzten" ethnischen, rassischen und geschlechtlichen Gruppen dient. (...) Das Konzept der 'verinnerlichten Unterdrückung' ist das gleiche wie die hegelianisch-marxistische Vorstellung des 'falschen Bewusstseins', nach dem Menschen aus untergeordneten Gruppierungen die Werte und die Denkungsart ihrer Unterdrücker aus den dominierenden Gruppierungen 'verinnerlichen' (und damit akzeptieren). (...) Das ist klassisches hegelianisch-marxistisches Denken - Aktionen (einschließlich Redefreiheit), die 'objektiv' Menschen einer untergeordneten Klasse verletzen, sind Unrecht (und müssen daher gesetzlich verboten werden)."

Er vollzieht nach, wie die Ideen von Gramsci und des Kulturmarxismus sich in der akademischen Welt des Westens ausgebreitet haben. Die Juraprofessorin Catharine MacKinnon schreibt in "Toward a Feminist Theory of the State" (Hin zu einer feministischen Staatstheorie) von 1989: “Die Herrschaft des Gesetzes und die Herrschaft der Männer sind untrennbar eins" denn "die Staatsmacht, die in das Gesetz eingebettet ist, existiert in der gesamten Gesellschaft als männliche Macht" Darüber hinaus sei "männliche Macht systemimmanent. Zwingend legitimiert und erkenntnistheoretisch bilde sie das Regime." MacKinnon hat argumentiert, dass sexuelle Belästigung ein grundlegendes Machtmittel sei, das von der vorherrschenden gegenüber der untergeordneten Gruppierung gebraucht wird. "Bei einer akademischen Konferenz, die von der Universität von Nebraska gesponsert wurde, "gaben die Teilnehmer der Ansicht Ausdruck, dass 'weiße Studenten dringend formelles "Training" in rassischem und kulturellem Bewusstsein benötigen. Das moralische Ziel eines derartigen Trainings sollte sein, dass weiße Vorstellungen von Privatsphäre und Individualismus überwunden werden.'"

Das kann manchmal in echte Gehirnwäsche ausarten, die als kritisches Denken verkleidet ist. Fonte erwähnt, dass an der Columbia Universität "neue Studenten ermuntert werden, sich 'ihrer eigenen sozialen und persönlichen Überzeugungen, die ein Nährboden von Ungleichheit sind' zu entledigen. Um das zu verwirklichen, besteht die Assistentin der Beauftragten für Erstsemester, Katherine Balmer, darauf, dass ein 'Training' notwendig ist. Am Ende der Einführung für Erstsemester in Brun Mawr sollte in den frühen 90ern gemäß dem Schulprogramm das Ergebnis stehen, dass die Studenten aus dem 'Kreislauf der Unterdrückung ausbrechen' und 'Agenten für den Wandel' werden. Das multikulturelle Programm der Universität Syracuse sieht vor, die Studenten zu lehren, dass sie 'in einer Welt leben, die von verschiedenen Formen der Unterdrückung einschließlich Rassismus zusammengehalten wird.'"

John Fonte denkt, "dass der vorrangige Widerstand gegen das Fortschreiten des Kulturmarxismus in den USA von einer Gegenströmung kommt, die er "zeitgenössischen Toecquevillianismus" nennt. “Seine Vertreter nehmen die grundlegende empirische Beschreibung des amerikanischen Exzeptialismus von Alexis de Tocqueville auf und preisen die Grundzüge dieses Exzeptialismus als Normwerte, die angenommen werden sollten." Wie Tocqueville in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts schrieb, sind heutige Amerikaner "genauso wie zu Tocquevilles Zeit, viel individualistischer, religiöser und patriotischer als die Menschen irgendeiner anderen vergleichbar fortschrittlichen Nation. (...) Was Tocqueville (sowie zeitgenössischen Tocquevillianern) als Ausnahmeerscheinung - Exzeptialismus - auffiel, war der einzigartige amerikanische Weg in die Moderne. Anders als andere Modernisten verbanden Amerikaner starke religiöse und patriotische Überzeugungen mit dynamischer, rastloser unternehmerischer Energie, die Wert auf individuelle Chancengleichheit legte, während sie dabei dabei hierarchische und festgeschriebene Gruppenzugehörigkeiten vermieden."

Diese Schlacht wird nun in den meisten öffentlichen Institutionen Amerikas ausgefochten. "Tocquevillianer and Gramscianer prallen in fast allen Themen von Bedeutung aufeinander. Tocquevillianer glauben, dass es objektive moralische Wahrheiten gibt, die auf alle Menschen aller Zeiten Anwendung finden. Gramscianer glauben, dass moralische "Wahrheiten" subjektiv sind und von historischen Umständen abhängen. Tocquevillianer glauben an persönliche Verantwortung. Gramscianer glauben, dass 'das Persönliche politisch ist'. Abschließend analysierend kann man sagen, das Tocquevillianer die Transmission der amerikanischen Regierung bevorzugen, während die Gramscianer ihre Transformation bevorzugen.

„Während der ökonomische Marxismus tot zu sein scheint, hat die Hegelianische Version, die von Gramsci und anderen geprägt wurde, den Fall der Berliner Mauer nicht nur überlebt sondern ist sogar weiter gegangen bis dahin, die amerikanische Republik auf der Ebene ihrer am meisten geschätzten Ideen herauszufordern. Über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg ist Amerika eine Ausnahmenation gewesen, eine Nation, deren ruhelose, unternehmerische Dynamik durch Patriotismus und eine starke religiöse Grundlage gedämpft wurde. Der ultimative Triumph des Gramscianismus würde das Ende dieses besonderen 'Exzeptionalismus’ bedeuten. Amerika würde schlussendlich europäisiert werden: statisch, durch und durch säkular, post-patriotisch und mit Gruppenhierarchien und Gruppenrechten befasst, in denen die Idee der Gleichheit vor dem Gesetz, wie sie traditionell von Amerikanern verstanden wird, schließlich aufgegeben werden würde. Unter der Oberfläche unseres scheinbar gelassenen Zeitalters befinden sich enorme ideologische, politische und historische Brandherde.

Der Brite Anthony Browne beschreibt in "The Retreat of Reason” (der Rückzug der Vernunft) inwiefern die politisch Korrekten gegenüber Abweichlern intoleranter sind als traditionelle Liberale und Konservative, da die Liberalen früherer Zeiten "das Unorthodoxe als normal akzeptieren. Tatsächlich war das Recht auf Andersartigkeit der Maßstab, an dem der klassische Liberalismus gemessen wurde. Die politisch Korrekten billigen diesem Recht keine hohe Priorität zu. Es peinigt ihre programmierten Gehirne. Diejenigen, die sich nicht anpassen, sollten entweder ignoriert, zum Verstummen gebracht oder verteufelt werden. Die Political Correctness hat etwas von sanftem Totalitarismus an sich. (… ) Weil die politisch Korrekten glauben, dass sie nicht nur auf der Seite des Rechts sondern auch auf der Seite des Guten stehen, folgern sie, dass diejenigen, die sich ihnen entgegenstellen, nicht nur falsch liegen sondern bösartig sind. Nach Ansicht der politisch Korrekten berechtigt ihr Streben nach dem Guten sie, die bösartigen Meinungen derer, die ihnen widersprechen, zu beschneiden. (… ) Wer gegen die politisch korrekten Glaubensgrundsätze verstößt, wird nicht nur als jemand angesehen, der falsch liegt und mit dem man debattieren kann sondern als jemand, der böse ist und den man verdammen, zum Schweigen bringen und mit Füßen treten muss. (… ) Der Aufstieg der Political Correctness stellt sowohl einen Angriff auf die Vernunft als auch auf die freiheitliche Demokratie dar.“ Browne definiert Political Correctness als "eine Ideologie, die gewisse Personengruppen als Opfer definiert, die vor Kritik geschützt werden müssen und als eine Ideologie, die ihren Gläubigen das Gefühl gibt, dass Abweichung nicht toleriert wird.“ Er warnt auch, dass "der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist. Der Welt fehlt es nicht an guten Vorsätzen, es fehlt ihr aber allzu oft an gutem logischen Denken.“

Dennoch konzentriert sich Anthony Browne bei seiner Erklärung des Aufstiegs der PC mehr auf die geopolitische Lage als auf marxistische Strategien: "Die Political Correctness ist im Wesentlichen das Produkt einer mächtigen aber dekadenten Zivilisation, die sich sicher genug fühlt, um sich zu erlauben, die Ratio zugunsten der Emotio zu vernachlässigen und um die Wahrheit dem Guten unterzuordnen. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und die nachfolgenden in Bali, Madrid und Beslan haben jedoch zu einem Gefühl der Verletzlichkeit geführt, das die Menschen dazu gebracht hat, die wahren Segnungen und Kehrseiten der westlichen Zivilisation sehr viel nüchterner zu betrachten.“

„Zu einem gewissen Maß wird der Aufstieg der östlichen Mächte wie China und Indien sicherstellen, dass in den kommenden Jahrzehnten das westliche Schuldgefühl schrumpfen wird: wenn wir endlich gleichwertige Mächte haben, mit denen wir uns vergleichen können, wird der Westen nicht mehr die Neigung verspüren, sich in Selbsthass zu suhlen sondern danach streben, seine Identität wieder zu finden (… ) auf lange historische Sicht wird die Political Correctness als geistige Verirrung im westlichen Denken betrachtet werden. Das Produkt der einzigartigen unangefochtenen Position des Westens und seines konkurrenzlosen Reichtums - der Niedergang des Westens im Vergleich zum fernen Osten - wird wahrscheinlich der Political Correctness zum Verhängnis werden.“

In seinem Artikel “Why Isn’t Socialism Dead?” (Warum ist der Sozialismus nicht tot?) zieht Lee Harris in Erwägung, dass der Sozialismus deshalb nicht tot ist, weil er nicht sterben kann. Der peruanische Wirtschaftswissenschaftler Hernando de Soto hat in seinem Buch “The Mystery of Capital” (Mysterium Kapital) erörtert, wie das Versagen der verschiedenen sozialistischen Experimente des 20. Jahrhunderts die Menschheit mit nur einer rationalen Wahlmöglichkeit zurückgelassen hat, was das bevorzugte Wirtschaftssystem angeht - und zwar den Kapitalismus. Allerdings passt sich nach Harris "das Leben des revolutionären Sozialisten an, weil er an den Mythos glaubt, dass der Sozialismus eines Tages triumphieren und die Gerechtigkeit obsiegen wird.“ So gibt es "eine ….Analogie zwischen Religion und revolutionärem Sozialismus, der auf die Bildung, Vorbereitung und letztendlich sogar die Umgestaltung des Individuums hinarbeitet - eine gigantische Aufgabe. (… ) Es kann sehr gut sein, dass der Sozialismus deshalb nicht tot ist, weil der Sozialismus nicht sterben kann. Wer möchte nicht sehen, dass die Boshaften und Arroganten an ihren Platz verwiesen werden? Wer von den Unterdrückten und Besitzlosen kann sich den verführerischen Versprechungen von einer Welt entziehen, in der alle Menschen gleich sind und in der jeder das hat, was er braucht?“

Vielleicht ist der Sozialismus ein bisschen wie die Grippe: Er mutiert ständig und sobald das Immunsystem die eine Ausprägung besiegt hat, ändert er sich gerade ausreichend, dass der Körper ihn nicht erkennt und startet eine neue Attacke.

Political Correctness kann absurde Blüten treiben. Anfang Juni 2006 nahm die kanadische Polizei eine Gruppe Männer fest, die der Planung von Terroranschlägen verdächtigt wurden. Die Gruppe war angeblich "sehr weit vorangeschritten“ bei der Planung, eine ganze Anzahl kanadischer Institutionen zu attackieren, darunter auch das kanadische Parlamentsgebäude einschließlich einer möglichen Enthauptung des kanadischen Premierministers sowie einen Angriff auf die U-Bahn von Toronto. Dennoch war die Schlagzeile der Zeitung Toronto Star zu den Verhaftungen die folgende: "Im Büro der Ermittler bedeckt ein kompliziertes Schaubild, auf dem die Verbindungen zwischen den 17 Männern und Jugendlichen, denen vorgeworfen wird, zu einer so genannten "homegrown“-Terrorzelle zu gehören, eine ganze Wand. Und dennoch ist es gemäß einer Quelle schwierig, einen gemeinsamen Nenner bei ihnen zu finden.“ Mike McDonell, ein Assistant Commissioner der Royal Canadian Mounted Police sagte, dass die Verdächtigen alle Einwohner Kanadas seien und die Mehrheit von ihnen kanadische Staatsbürger. "Sie repräsentieren die ganze Bandbreite unserer Gemeinschaft. Manche sind Studenten, manche haben einen Arbeitsplatz, manche sind arbeitslos.“ sagte er. Dennoch gab es einen gemeinsamen Nenner aller Verdächtigen, der nicht erwähnt wurde: Alle waren Moslems. Die Titelstory in der New York Times vom 4. Juni war ebenfalls eine Studie darüber, wie man das gefürchtete „M“-Wort vermeidet. Die des Terrorverdächtigen wurden als "Einwohner Ontarios“, "Einwohner Kanadas“, "die Gruppe“, "überwiegend südasiatischer Herkunft“ oder "gute Leute“ bezeichnet. Als alles, was man sich vorstellen kann, nur einfach nicht als "Moslems“.

Der Polizeichef von Toronto Bill Blair wies bei der nach den Verhaftungen stattgefundenen Pressekonferenz stolz darauf hin "Ich möchte Ihnen ins Gedächtnis rufen, dass es seitens der Strafverfolgungsbehörden nicht eine einzige Bezugnahme auf Moslems oder die islamische Gemeinschaft gab.“ Vor den Antiterror-Razzien, durchliefen die kanadischen Polizisten ein "Sensibilitätstraining“ und wurden sorgfältig in islamischen Traditionen unterrichtet, was beispielsweise den Umgang mit dem Koran, den Gebrauch von Gebetsteppichen und das Sich-selber-in-die-Luft-sprengen im Falle einer Verhaftung umfasste. Wie Charles Johnson vom Blog Little Green Footballs feststellte: "Weitet die kanadische Polizei derartige Überlegungen auch auf Christen, Juden, Hindus und Anhänger anderer Glaubensrichtungen aus? Falls sie das nicht tut, dann haben die Moslems bereits dahingehend einen wichtigen Sieg errungen, dass sie als 'besondere Menschen’ wahrgenommen werden.“ In ihren Kommentaren zu den Festnahmen stellte der Globe and Mail fest, dass es "wohl der politisch korrekteste Terrorismus der Geschichte war.“ Kanadas Geheimdienst hat während der letzten Jahre "ernsthafte Bemühungen gestartet, sich ein weicheres Image bei Moslems zuzulegen."

Die Bundesregierung Kanadas erwog Änderungen bei ihrem Antiterrorkampf, um klar zu stellen, dass die Polizei und Geheimdienstmitarbeiter kein religiöses Profiling durchführen. Die Calgary Sun interviewte einen kanadischen Kriminologen, Professor Mahfooz Kanwar, der feststellte, dass “der Multikulturalismus schlecht für die Einheit Kanadas war. Er gettoisiert Menschen und lässt sie fälschlicherweise glauben, dass es in Ordnung sei, sich abzusondern und sich nicht ihrer neuen Gesellschaft anzupassen. Es ist nicht in Ordnung. (… ) Political Correctness bedroht uns, weil wir nicht in der Lage sind, etwas zu bekämpfen, wenn wir uns weigern, es zu benennen und zu verstehen.“ Kanwar sagte, dass das Ausmaß an Political Correctness während der Verhaftungen der 17 Moslems in Toronto "Übelkeit erregend“ war. "Die Political Correctness ist zu weit gegangen. Sie bedroht unsere Gesellschaft“ sagte der in Pakistan geborene Kanwar. "Es ist die Verpflichtung von Minderheiten, sich der Mehrheit anzupassen, nicht umgekehrt“ fügte Kanwar hinzu. Zwischenzeitlich beschuldigte der Canadian Islamic Congress die kanadische Regierung, dass sie nicht genug Geld für das Problem bereitgestellt hat. Sie wünschen mehr Forschungsgelder, um "eine wissenschaftliche Diagnose der Probleme zu erstellen und Lösungen zu erarbeiten.“

Sie wünschten ebenfalls ein landesweites “intelligentes Integrationsprogramm“ was immer das auch heißen mag. Angesichts der Tatsache, dass Moslems in Kanada erst kürzlich einen Vorstoß gemacht haben, die Scharia teilweise einzuführen, sollte man annehmen, dass mit dem "intelligenten Integrationsprogramm“ gemeint ist, dass Nicht-Moslems ein bisschen mehr Appeasement an den Tag legen. Wenn die Kanadier nur auf den Rat ihrer Landsmännin Naomi Klein hören würden, dann waren diese geplanten Massenmorde an kanadischen Bürgern nämlich nichts als eine Folge von kanadischem Rassismus, weil das Land nicht multikulturell genug ist. Moslems wollen Kanadier töten, Kanadier lächeln zurück, erzählen ihnen, wie sehr sie sie "respektieren“ und fragen nach, was sie sonst noch tun können, um ihnen zu Gefallen zu sein.

Das ist es, wohin Political Correctness am Ende führt. Es ist nicht lustig, es ist kein Witz. Political Correctness tötet. Sie hat bereits Tausende von westlichen Zivilisten das Leben gekostet und wenn man sie ungehindert weitermachen lässt, wird sie möglicherweise bald ganze Nationen töten oder - im Fall Europas - einen ganzen Kontinent.

Wie ich früher schon ausgeführt habe, ist der Islam eine Sekundärinfektion, eine der wir unter anderen Voraussetzungen hätten widerstehen können. Der Kulturmarxismus hat den Westen geschwächt und uns reif für die Übernahme gemacht. Political Correctness ist kulturelles AIDS, das unser Immunsystem auffrisst, bis es zu schwach ist, islamischen Infiltrationsversuchen zu widerstehen. Sie muss zerstört werden, bevor sie uns alle zerstört.

Die Allianz zwischen der Linken und dem Islam wird tief greifende Konsequenzen haben. Entweder wird sie den Westen besiegen oder beide werden miteinander fallen. Wir haben den Kalten Krieg nie so entschieden gewonnen, wie wir es hätten tun sollen. Dem Marxismus wurde erlaubt, zu überleben und uns getarnt und über Stellvertreter erneut zu attackieren. Allerdings könnte sich der Flirt mit den Moslems vielleicht als verheerender für die Marxisten erweisen als der Fall der Berliner Mauer.

William S. Lind führt aus: “Auch wenn es schon sehr spät ist, die Schlacht ist noch nicht entschieden. Sehr wenige Amerikaner erkennen, dass Political Correctness tatsächlich Marxismus in neuen Gewändern ist. Wenn diese Erkenntnis sich erst einmal ausbreitet, wird sich der Widerstand dagegen mit ihr ausbreiten. Im Moment gedeiht die Political Correctness, weil sie verkleidet ist. Durch Widerstand und dadurch, dass wir uns bilden (was Teil allen Widerstandes sein sollte), können wir ihr die Verkleidung herunterreißen und den Marxismus unter der Augenwischerei von „Sensibilität“, „Toleranz“ und „Multikulti“ offen legen.

Political Correctness ist Marxismus mit einer Nasenkorrektur. Multikulturalismus hat nichts mit Toleranz und Vielfalt zu tun, er ist eine anti-westliche Hassideologie, die entworfen wurde, um die westliche Zivilisation zu zerstören. Wenn wir das aufzeigen können, ist ein entscheidender Teil der Schlacht bereits gewonnen.

1.11.06 12:32
 


bisher 12 Kommentar(e)     TrackBack-URL


cetede (1.11.06 14:54)
Hervorragender Artikel! Tausend Dank!
fjordman ist immer lesenwert.


Mir (1.11.06 19:23)
Da kann ich nur zustimmen.

Danke für Deine Mühe, Eisvogel.


JB (1.11.06 23:10)
Tatsächlich ein exzellenter Artikel. Und ein weiterer Mosaikstein, der hilft, das traurige Phänomen PC zu verstehen.


Acht der Schwerter / Website (1.11.06 23:58)
Ich fand den Artikel auch großartig. Und mir macht das Übersetzen Spaß (man befasst sich beim Übersetzen naturgemäß automatisch sehr intensiv mit den Details eines Textes), es wird regelrecht zur Sucht, wenn ich erstmal angefangen habe und kostet dann auch durchaus gegen jede Vernunft wichtige Teile des Schönheitsschlafs

Das hat bei mir ein spezielles Kronleuchteraufgehen verursacht:

Weil die politisch Korrekten glauben, dass sie nicht nur auf der Seite des Rechts sondern auch auf der Seite des Guten stehen, folgern sie, dass diejenigen, die sich ihnen entgegenstellen, nicht nur falsch liegen sondern bösartig sind.

Das ist mir in so vielen Diskussionen (v.a. zum Nahost-Konflikt) aufgefallen. Ok. Die "Gutmenschen" sind anderer Meinung, deshalb diskutiert man ja. Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass "Palästinenser" nur unterdrückte Opfer sind und Israel alles falsch macht, selbst dann könnte man doch eigentlich erstmal annehmen, dass jemand, der das anders sieht, sich einfach nur irrt.

Das passiert aber nie. Im besten (und seltenen Fall) wird einem unterstellt, man wäre grenzdebil, aber meistens wird einem unterstellt, man wäre "just for fun" bösartig und würde die Position nur vertreten, weil man Freude an Rassismus und Völkermord habe etc.

Umgekehrt neigen wir vielleicht viel zu leicht dazu, den politisch Korrekten, die uns beschimpfen, Naivität und irregeleitete Gutherzigkeit zu unterstellen...


Eurabier (2.11.06 13:41)
Die Linken halfen Khomeini im Kampf gegen den Schah und wurden als Dank als erste aufgehängt, den Grünen sollte das zu denken geben!

2050 - Kölner Dom wird Claudia-Roth-Moschee


Joachim (3.11.06 00:23)
kleiner Lesetip:
F.M.Dostojewski
die Dämonen

... tja, die ganze Kacke war im 19. Jahrhundert schon voraussehbar ...


Martell / Website (3.11.06 03:29)
Supertext!
Danke.


malefiz (4.11.06 14:21)
Political Correctness ist kulturelles AIDS,

das unser Immunsystem auffrisst, bis es zu schwach ist, islamischen Infiltrationsversuchen zu widerstehen. Sie muss zerstört werden, bevor sie uns alle zerstört.


Wahnsinn, was du für Mühe machst: Hab mir den Aufsatz in mehreren Portionen zu Gemüte geführt.

Political Correctness ist kulturelles AIDS taugt auch als griffige Headline für jeden Blog


Martell / Website (21.11.06 01:50)
@Eurabier

Kennst du "Yavuz-Sultan-Selim", auch "Yavuz der Grausame" / der "türkische Hitler" genannt?

Der große HPR:

"Noch in Kairo ordnete er [Selim I.] die Hinrichtung von 50 000 Einwohnern an, nachdem zuvor etwa die gleiche Anzahl Schiiten von Todesschwadronen getötet worden war, die er ins gesamte Reich hatte ausschwärmen lassen.
Nicht genug damit, sollten auch alle im Reiche lebenden Christen liquidiert werden,
eine Maßnahme, deren Undurchführbarkeit der agierende Wesir ihm nur mit äußerster Mühe -
und natürlich unter Einsatz seines eigenen Lebens - verdeutlichen konnte."

Zitiert aus: Dr. Hans-Peter Raddatz, "Von Allah zum Terror ?", S.140.

http://de.wikipedia.org/wiki/Yavuz_Sultan_Selim

Rate 'mal, wie wohl die fetteste Moschee in Deutschland heißt.
Genau, Yavuz-Sultan-Selim-Moschee.
Wer's nicht glaubt (könnt' ja sein):
http://moschee-mannheim.de


Art (23.11.06 10:11)
[quote]
Die Allianz zwischen der Linken und dem Islam wird tief greifende Konsequenzen haben. Entweder wird sie den Westen besiegen oder beide werden miteinander fallen. Wir haben den Kalten Krieg nie so entschieden gewonnen, wie wir es hätten tun sollen. Dem Marxismus wurde erlaubt, zu überleben und uns getarnt und über Stellvertreter erneut zu attackieren. Allerdings könnte sich der Flirt mit den Moslems vielleicht als verheerender für die Marxisten erweisen als der Fall der Berliner Mauer.
[/quote]

Wie bescheuert muss man sein, um daran zu glauben, dass es nur diese zwei Optionen gibt.

1) Es kann auch eine Allianz zwischen dem Westen und dem Islam geben. Islam an sich ist keine Gefahr. Jeder Mensch kann zum Islam konvertieren, diese Religion setzt keine besondere Abstammung voraus.

2) Nicht nur die Linken möchten eine Allianz mit dem Islam, sondern auch viele Rechten.
Ein reformierter Islam wäre ein Segen für den dekadenten Westen, da die Christlichen und Islamischen Werte zum größten Teil übereinstimmen.

3) Der Kalte Krieg wurde nicht gewonnen. Perestroika und Glasnost waren eine große Überraschung für die CIA und für den Westen. Der Westen war dazu nicht bereit, deshalb kann von einem Sieg überhaupt keine Rede sein. Es war so, dass die Herren in Moskau einfach die "kommunistischen Masken" abgelegt haben, um ihre Gangsterspiele offen zu spielen und den Staat auszurauben.

4) Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs haben diese kriminellen Elemente den Westen unterwandert. Das ist alles. Mit Ideologien, wie Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus, Islam oder Christentum haben diese Prozesse nur sehr wenig zu tun.


Acht der Schwerter / Website (23.11.06 13:11)
Es kann auch eine Allianz zwischen dem Westen und dem Islam geben.

Stimmt. Taktische Allianzen gab es schon öfter: Beispiel Afghanistan in den 80er Jahren. Sie waren langfristig stets fatal für den Westen.

Es gibt diese fatale Allianz ja auch gegen Israel und die USA. Sie ist falsch.

Islam an sich ist keine Gefahr.

Wenn man sich die Zustände in allen islamischen Ländern ansieht und das für erstrebenswert hält, dann nicht. Ansonsten schon.

Jeder Mensch kann zum Islam konvertieren, diese Religion setzt keine besondere Abstammung voraus.

Das bestreitet keiner. Nur WILL das ein halbwegs psychisch gesunder Mensch nicht und er will auch nicht unter Menschen leben, die diese Pathologie ausleben.

Nicht nur die Linken möchten eine Allianz mit dem Islam, sondern auch viele Rechten.

Natürlich. Nichts passt besser zusammen als Nazis und Islam. Nur haben die Neonazis weniger Einfluss als die Linken, deshalb wird sich diese Allianz weniger fatal auswirken.

Es ist eine typisch sozialistische Geistesverirrung, den Menschen als "Homo econimcus" zu sehen und die Macht religiösen Wahnsinns (Islam) zu unterschätzen.


Acht der Schwerter / Website (23.11.06 14:15)
da die Christlichen und Islamischen Werte zum größten Teil übereinstimmen.

Tun sie nicht. Aber wenn Du möchtest, solltest Du vielleicht ausführen, wie Du das meinst.

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